Kurzfilm "Freies Land" Nicht ohne unsere Kinder
Der Kurzfilm "Freies Land" zeigt, wie viel die Entscheidung, unter dem DDR-Regime zu leben oder das Land zu verlassen, einer Familie abverlangen kann.
Die Familie des Pfarrers Uwe lebt in der DDR der achtziger Jahre und wird buchstäblich auf Schritt und Tritt verfolgt. Das Ehepaar ist bereit, das zu ertragen, um den Menschen der Gemeinde beizustehen. Doch welche Entscheidung lasten sie damit ihren drei Kindern auf, die in einem Land aufwachsen, das keine freien Entscheidungen zulässt?
Es ist nicht einfach, im Film Menschen zu zeigen, die mit einer schwierigen Entscheidung ringen. Dem Regisseur Hannes Treiber ist es in seinem Kurzfilm Freies Land gelungen und Agnieszka Piwowarska hat für ihr Drehbuch Szenen gefunden, die das Ausmaß der Entscheidung erfahrbar machen: Die beiden jüngeren Kinder tragen ein Spottgedicht auf die DDR vor, ohne zu ahnen, dass das außerhalb des Familienkreises nicht geduldet wird. Ein IM der Stasi gibt sich als enger Freund der Familie aus, während er sie gleichzeitig bespitzelt und verunsichert. Uwe predigt Furchtlosigkeit. Die Eltern lieben ihre Kinder – ohne sie würden sie das Land nicht verlassen.
- Das Wendland Shorts Filmfestival
Seit Ende 2010 hat ZEIT ONLINE 30 Kurzfilme junger Regisseure vorgestellt, die das Festival Wendland Shorts in den vergangenen Jahren gezeigt und ausgezeichnet hat. Mit dem Beginn des diesjährigen Festivals im norddeutschen Lüchow-Dannenberg vom 17. bis 19. Juni 2011 endet diese Zusammenarbeit. Doch auch in Zukunft werden wir auf unserer Filmseite interessante und innovative Kurzfilme vorstellen.
Genau vor diese Wahl werden sie aber gestellt, als ihre älteste Tochter aus Liebe bleiben möchte.
Mit Oliver Breite und Katrin Heller standen den Machern von Freies Land zwei Schauspieler zur Verfügung, die die widerstreitenden Gefühle ebenso unaufgeregt wie treffend in ihrer Mimik auszudrücken wissen: Gefasstheit und Entschlossenheit, aber auch aufrichtige Zuneigung bei Uwe, zunehmende Verunsicherung und Zweifel bei Sabine.
Der Film feierte auf dem Max Ophüls Filmfest 2009 Premiere und war im Wettbewerb der Wendland Shorts. Im gleichen Jahr wurde das Stück über ein Regime, das vor keinen Mitteln zurückschreckte, gegen Andersdenkende vorzugehen, für den Studio Hamburg Nachwuchspreis 2009 nominiert.
Zum Film:
Länge: 23:39 Minuten. Mit Oliver Breite, Katrin Heller, Stephan Baumecker, Ada Labahn. Regie: Hannes Treiber, Buch: Agnieszka Piwowarska, Kamera: Florian Kirchler, Creative Producer: Andrea Schütte
- Datum 07.02.2011 - 13:01 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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