Autounfall in HamburgWissenschaftler Amendt und Schauspieler Mues gestorben

Ein Autofahrer hat in Hamburg vier Menschen überfahren. Unter den Opfern befinden sich der Schauspieler Dietmar Mues und der Wissenschaftler Günter Amendt.

Der Unfallverursacher raste bei Rot über eine Ampel und schleuderte mit seinem Fahrzeug in  eine Menschengruppe, die auf dem Fußweg im Hamburger Stadtteil Eppendorf stand. Der Sozialwissenschaftler Günter Amendt, der Schauspieler Dietmar Mues und die Bildhauerin Angela Kurrer starben noch am Unfallort. Mues' Ehefrau erlag wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen. In dem Auto, das mit dem Fahrzeug des Unfallverursachers zusammengestoßen war, saßen außerdem der Schauspieler Peter Striebeck sowie dessen Ehefrau Ulla, beide kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Der 38-jährige Fahrer stand vermutlich unter Drogeneinfluss, sagte der Hamburger Polizeisprecher Andreas Schöpflin.

Der Soziologe Günter Amendt wurde in den siebziger Jahren bekannt durch seine Bücher Sex-Front und Das Sex-Buch. Amendt war Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sexualforschung und gehörte dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung an. In den neunziger Jahren zog er sich aus der sexualwissenschaftlichen und sexualpolitischen Diskussion zurück und arbeitet schwerpunktmäßig mit den Themen Drogengebrauch und Drogenpolitik. 2008 veröffentlichte er das Buch Die Legende vom LSD.

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Mues war vor allem aus dem NDR-Fernsehen bekannt, er spielte unter anderem in der Serie Großstadtrevier, war aber auch auf den Bühnen der Hamburger Kammerspiele und des Winterhuder Fährhauses präsent. Ab Mitte der siebziger Jahre machte sich der gebürtige Dresdner auch in Film und Fernsehen einen Namen. Er spielte in TV-Produktionen wie Tatort, Bella Block oder Die Bubi-Scholz-Story mit.

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Leserkommentare
  1. 1. Ironie

    Es hat schon etwas ironisches, dass jemand, der öffentlich für einen straffreien Drogenkonsum gekämpft hat, von einem unter Drogen stehenden Fahrer zu Tode gefahren wird.

    [...]
    Gekürzt. Bitte argumentieren Sie respektvoll. Danke. Die Redaktion/wg

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    Man kann durchaus von "Ironie der Geschichte" sprechen, auch unter dem Aspekt, dass Striebeck und Frau in dem Wagen unterwegs war, der das Verursacher-Fahrzeug auf den Berufskollegen Mues und Frau ablenkte.

    Ironie hat nichts mit Lustigmachen oder Witz zu tun, sondern ist ein durchaus respektvoller und empathischer Ausdruck, wie blind und gelegentlich absurd das Schicksal (wenn man so will) respektive der Zufall zuschlägt. Nicht von ungefähr spricht man in der griechischen Tragodie von dieser Ironie.

  2. wäre es, wenn er sich tatsächlich für die Einnahme von Drogen zum führen eines Fahrzeuges ausgesprochen hätte.

    Eher seltsam ist es, das noch von "vermutlich" berichtet wird. Die Drogentests sind doch wesentlich schneller als das es seit dem Unfall keine eindeutigen Ergebnisse zu berichten gäbe.

    Allerdings darf man auch nicht bei Rot über die Kreuzung rasen wenn man seit Monaten nüchtern ist. Und, auch wenn man sich erlaubter Weise "sonst ja nichts gönnt", stellt man sich doch nach so einem Unfall nicht vor den Abstinenzlerverein und spricht von Ironie.

    Das ist tragisch.
    Wieso kann man Innerorts rasen, wenn man es nie darf ?

    2 Leserempfehlungen
  3. Überschrift
    Zitat-"Ein Autofahrer raste in eine Menschenmenge."-Zende

    Text
    Zitat-"Der 38 Jahre alte Verursacher des Unfalls war vermutlich unter Drogeneinfluss bei Rot über eine Ampel gerast und mit seinem Fahrzeug in die Menschengruppe geschleudert."-Zende

    Da Sie den Unterschied zwischen einer Absicht und einem Unfall kennen, ist die Artikelüberschrift besonders verwerflich.

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    Ein Unfall ist ein von außen kommendes plötzliches Ereignis. Von einer Absicht steht im Artikel nichts. Nach der Beschreibung des Tathergangs, war es doch wohl ein klassischer Fall von fahrlässiger Tötung - ob nun unter Drogeneinfluss oder ohne Drogen.

  4. Ein Unfall ist ein von außen kommendes plötzliches Ereignis. Von einer Absicht steht im Artikel nichts. Nach der Beschreibung des Tathergangs, war es doch wohl ein klassischer Fall von fahrlässiger Tötung - ob nun unter Drogeneinfluss oder ohne Drogen.

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    Antwort auf "was soll dass Bitte?"
  5. Man kann durchaus von "Ironie der Geschichte" sprechen, auch unter dem Aspekt, dass Striebeck und Frau in dem Wagen unterwegs war, der das Verursacher-Fahrzeug auf den Berufskollegen Mues und Frau ablenkte.

    Ironie hat nichts mit Lustigmachen oder Witz zu tun, sondern ist ein durchaus respektvoller und empathischer Ausdruck, wie blind und gelegentlich absurd das Schicksal (wenn man so will) respektive der Zufall zuschlägt. Nicht von ungefähr spricht man in der griechischen Tragodie von dieser Ironie.

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    Antwort auf "Ironie"
  6. Ich hatte einmal die Ehre, mit Dietmar Mues zwei Tage lang drehen zu dürfen und habe ihn als einen netten, ruhigen und sehr gewissenhaft arbeitenden Schauspieler und Künstler kennen gelernt.

    Um so tiefer trifft es mich, heute von seinem Tod hören zu müssen. Ich bin zutiefst traurig.

    Meine Gedanken sind jetzt bei seiner Familie, vor allem bei seinen Söhnen, die nun mit dem Verlust ihrer Eltern umgehen müssen. Ich wünsche Ihnen in dieser schwierigen Stunde alles, alles Gute und viel Kraft, um diesen Verlust irgendwie verkraften zu können.

    Mein Beileid.

    2 Leserempfehlungen
    • Bazini
    • 14. März 2011 3:18 Uhr

    ...wie hier ein unfall mit vier toten dafür herhalten muss um über nebensächliche begrifflichkeiten haare zu spalten.
    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg

    3 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte argumentieren Sie zum Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/wg

  7. Entfernt. Bitte argumentieren Sie zum Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/wg

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    Antwort auf "Irrwitzig"

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Hamburg | Schauspieler | Wissenschaft | Autounfall | Film | Auto
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