Kurzfilm Wenn alles anders kommt

Lancelot von Naso hat einen temporeichen Film über einen verzweifelt Liebenden gedreht, der seinem Titel "Die Überraschung" alle Ehre macht. Ein herrliches Vergnügen.

Es beginnt wie das Ende vieler Liebesbeziehungen: Einer versucht den Neuanfang. In Lancelot von Nasos Kurzfilm Die Überraschung ist es Olaf, der seiner Exfreundin Julia eine Überraschung bereiten möchte, wenn sie am Abend nach Hause kommt. Dafür erschleicht er sich bei Julias Freundin den Wohnungsschlüssel. Wie er dann in zwei Stunden das ganz große Menu für sie zaubern will, wirkt gleichermaßen liebenswert wie rücksichtslos und – je weiter sich die Uhr zu Julias Ankunft vorantickt – immer verzweifelter.

Von Naso hat sein kleines Stück perfekt durchchoreografiert. Stephan Kampwirth bewegt sich als Olaf durch die Wohnung, setzt seinen Plan mit so präzisen Handgriffen in die Tat um, als gelte es, einen Einsatz aus Mission Impossible vorzubereiten.

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Das Wendland Shorts Filmfestival

Seit Ende 2010 hat ZEIT ONLINE 30 Kurzfilme junger Regisseure vorgestellt, die das Festival Wendland Shorts in den vergangenen Jahren gezeigt und ausgezeichnet hat. Mit dem Beginn des diesjährigen Festivals im norddeutschen Lüchow-Dannenberg vom 17. bis 19. Juni 2011 endet diese Zusammenarbeit. Doch auch in Zukunft werden wir auf unserer Filmseite interessante und innovative Kurzfilme vorstellen.

Scheint es. Denn von Naso spielt gewaltig mit den Erwartungshaltungen seiner Zuschauer. Er führt sie in die Irre, lässt sie den Atem anhalten und wieder durchschnaufen, nur um sie gleich in die nächste Finte zu jagen. Ein herrliches Vergnügen, das auf Festivals die Zuschauer begeisterte und dem Regisseur und Drehbuchautor von Naso gleich mehrere Preise einbrachte.

Und was wird schließlich aus der Überraschung? Die kommt – und zwar viel dicker, als man denkt. In der Regel endet ein Film mit dem Abspann. Die Überraschung dreht hier noch einmal richtig auf.

Zum Film:
Länge: 10:44 Min.; Regie und Drehbuch: Lancelot von Naso; Kamera: Felix Cramer; Musik: Oliver Thiede; Darsteller: Stephan Kampwirth, Judith Pinnow; Produktion; Drife Productions; Produzent: Florian Deyle; Martin Richter; Hendrik Feil

 
Leser-Kommentare
  1. An alle Tierschützer: Flup lebt noch!
    Den Satz fand ich einfach genial...ich habe das Ansehen dieses bitterbösen, unglaublich komischen, bisweilen erschreckenden, abwechsunglsreichen Kurzfilm sehr genossen.

  2. Ich geb ja zu, bin etwas spät dran, aber ich würde mir nach dem Artikel den Film liebend gerne ansehen. Leider ist der Film nicht mehr verfügbar: http://video.zeit.de/vide...

    Auf anderen großen Videoportalen bin ich leider auch nicht fündig geworden. Kann man da was machen und den Kurzfilm nochmals online stellen? :)

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