TV-Serie "Falling Skies" Außerirdisch schön
Steven Spielberg hat eine Serie produziert: Fast 6 Millionen Zuschauer sahen die US-Premiere des Sci-Fi-Spektakels "Falling Skies". Jetzt startet die Serie in Deutschland.
© TNT Serie

Gut frisierter Widerstand: Kommandant Weaver (Will Patton), Hal Mason (Drew Roy), Ben Mason (Connor Jessup), Tom Mason (Noah Wyle), Matt Mason (Maxim Knight), Anne Glass (Moon Bloodgood)
Der Erstkontakt ist entscheidend. Der Moment, wenn der Zuschauer eines Science-Fiction-Films zum ersten Mal mit dem Unvorstellbaren konfrontiert wird: dem Aussehen eines Außerirdischen. Mit dieser Einstellung werden all die Fragen beantwortet, die einen im weiteren Verlauf der Handlung Nägel kauen lassen. Oder eben nicht. Ist der Außerirdische ein Geschöpf aus dem albtraumhaften Bestiarium eines HR Gigers? Ein flauschohriger Ewok? Glibbert er? Wird er die Erde besiedeln, sie gar zerstören? Oder will er doch nur telefonieren?
Steven Spielberg hat Erfahrung mit Außerirdischen. Und er weiß, wie man Spannung schafft und hält. Doch in seiner neuen Produktion, der Fernsehserie Falling Skies, lässt er dem Zuschauer keine Zeit, sich warmzugruseln. Nach knapp vier Minuten des Pilotfilms krabbeln die Außerirdischen, die Skitters, durch das Bild. Der große Angriff ist dann schon längst vorüber, die Welt in Bruchstücke zerlegt. Falling Skies beginnt, wenn andere Alien-Filme enden: sechs Monate nach der Invasion, in der Post-Apokalypse.
Von der Bevölkerung der USA sind nur noch Restbestände vorhanden. Die großen Städte wurden während der Landung der Außerirdischen zerstört, die Kommunikationswege unterbrochen. Noch wehrt sich die Menschheit – mit mäßigem Erfolg. Die Erwachsenen werden bei Sichtkontakt von den Mechs genannten Kampfrobotern der Gegner zu Tode gelasert. Arachnoide Implantate am Rückgrat zwingen die Kinder zu willenlosem Arbeitseinsatz. Rebellion – selbst jugendliche – hat keinen Platz in dieser neuen Welt.
In Massachusetts befindet sich unterdessen eine Gruppe von 200 Überlebenden auf dem Rückzug aus Boston. Sämtliche Lebensmittelvorräte in der Stadt sind aufgebraucht, die verbliebenen Kinder sollen in Sicherheit gebracht werden. Einer der Anführer ist der Geschichtslehrer Tom Mason (Noah Wyle). Der Angriff der Außerirdischen hat aus dem Familienvater einen Widerstandskämpfer gemacht. Seine Frau ist tot, sein Sohn Ben wurde von den Angreifern entführt. Während der Lehrer zwischen Spähaufträgen und Gefechten kaum Zeit hat, sich um seinen jüngsten Sohn Matt (Maxim Knight) zu kümmern, versucht sein ältester Sohn Hal (Drew Roy) schwer bewaffnet seinen eigenen Weg zu gehen. Die Konflikte, das ahnt man nach dem Piloten, entstehen weniger aus der Interaktion mit den Intergalaktischen. Sie sind, trotz opulenter Special-Effekte, eher hausgemacht: Liebeswirren in der Gruppe, Querelen zwischen Vater und Sohn, Machtgerangel, Abspaltung.
Noah Wyle spielt den militaristischen Familienvater mit Dreitagebart und künstlichem Schmutz im Gesicht engagiert, aber nicht überzeugend. Vor 17 Jahren war er als Dr. John Carter in Emergency Room zu sehen und so richtig vergessen lässt er einen das nicht. Seine Darstellung pendelt zwischen den vom Drehbuch vorgesehenen Facetten – dozierender Geschichtslehrer und Dad in Distress – wie seine Figur Tom Mason zwischen Guerillaeinsatz und Gutenachtgeschichte. Auch die anderen Charaktere der Serie haben, zumindest in den ersten beiden Folgen, so viel Tiefe wie der Blob.
© TNT Serie

Lassen Sie mich durch, ich war Arzt: Hauptdarsteller Noah Wyle mit seinen Filmsöhnen Drew Roy und Maxim Knight
Vielleicht brauchen die Charaktere in einer Sci-Fi-Serie aber auch keinen Tiefgang. Mit Falling Skies haben Steven Spielberg und Robert Rodat (Der Soldat James Ryan) für den Sender TNT gemeinsam ein Drehbuch geschrieben, das sich im genreüblichen Rahmen bewegt und dieses mit krachigen Actionszenen und atmosphärischen Außendrehs produziert. Das ist aufwendige Fernsehunterhaltung, die beim Publikum gut ankommt. Ganze 5,9 Millionen Zuschauer hatte der zweistündige Pilotfilm in den USA, dessen erster Teil in Deutschland nur fünf Tage nach der US-Premiere auf TNT Serie gezeigt wird.
Science-Fiction-Fans, die sich gern auch mal von Popcorn-Kino unterhalten lassen, wird Falling Skies nicht enttäuschen. Wer sich dagegen eine bedrückende Post-Apokalypse mit verstörenden Wendungen erhofft, schaltet besser nicht ein. So schön kaputt die Städte sind, so makellos sind die Schauspieler. Keine Entbehrung, kein Gefecht kratzt an den glatten Fassaden aus Hollywood. Das ist das Unvorstellbare, mit dem Falling Skies die Zuschauer konfrontiert.
"Falling Skies" startet am 24. Juni 2011 auf TNT Serie und TNT Serie HD. Ausstrahlung immer freitags um 20.15 Uhr.
- Datum 24.06.2011 - 13:07 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 33
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Die Apokalypse wartet in Afghanistan.
Wer "Blut, Leichen und Tränen" sehen möchte, der sollte sich zur BuW verpflichten.
Mein Bedarf an solchen "Schinken" ist schon lange gedeckt!
Science-Fiction beschäftigt sich stets mit Ängsten, Problemen und Entwicklungen der Gegenwart. Die Zukunft ist nur ein Mittel dafür und ergibt sich entweder aus der Fortführung gegenwärtiger Tendenzen oder aus der Notwendigkeit das jeweilige Thema ohne gegenwärtige Beschränkungen erzählen zu können. Sie können sich als Faustregel merken: Gute Science-Fiction thematisiert immer die Gegenwart, ihre Ängste und Probleme.
Deswegen spielt "1984" vor dem Hintergrund eines totalitären Staats, der seine Bürger bis ins Detail überwacht und manipuliert. Deswegen sind bei "Fahrenheit 451" Bücher verboten und die Menschen verblöden vor Fernsehwänden. Deswegen sind die Menschen in "Schöne neue Welt" gezüchtet, in Klassen gezwungen und auf Konsum und Drogen indoktriniert. Deswegen kämpfen isolierte, strikt von den Menschen getrennt gehaltene und diskriminierte Außerirdische in "District 9" in Südafrika um ihr Überleben. Deswegen kämpft man in Star Trek in den neunziger Jahren gegen einen der Individualität beraubten stets vernetzten und miteinander kommunizierenden Gegner. Deswegen sind die übermächtig erscheinenden Feinde in "Stargate" fanatisierte Anhänger einer Religion, während man in "Stargate: Atlantis" verzweifelt gegen fehlgeschlagene technische und genetische Experimente kämpft. Man kann die Liste beliebig verlängern.
Gute Science-Fiction behandelt immer die Gegenwart. Das haben Sie bereits erkannt. Jetzt fehlt nur noch, dass sie erkennen, warum man in die Zukunft schweifen muss.
Wer "Blut, Leichen und Tränen" sehen möchte, der sollte sich zur BuW verpflichten.
Mit Verlaub, beim Zivildienst habe ich mehr Blut, Leichen und Tränen gesehen als alle meine Freunde beim Wehrdienst zusammen.
Science-Fiction beschäftigt sich stets mit Ängsten, Problemen und Entwicklungen der Gegenwart. Die Zukunft ist nur ein Mittel dafür und ergibt sich entweder aus der Fortführung gegenwärtiger Tendenzen oder aus der Notwendigkeit das jeweilige Thema ohne gegenwärtige Beschränkungen erzählen zu können. Sie können sich als Faustregel merken: Gute Science-Fiction thematisiert immer die Gegenwart, ihre Ängste und Probleme.
Deswegen spielt "1984" vor dem Hintergrund eines totalitären Staats, der seine Bürger bis ins Detail überwacht und manipuliert. Deswegen sind bei "Fahrenheit 451" Bücher verboten und die Menschen verblöden vor Fernsehwänden. Deswegen sind die Menschen in "Schöne neue Welt" gezüchtet, in Klassen gezwungen und auf Konsum und Drogen indoktriniert. Deswegen kämpfen isolierte, strikt von den Menschen getrennt gehaltene und diskriminierte Außerirdische in "District 9" in Südafrika um ihr Überleben. Deswegen kämpft man in Star Trek in den neunziger Jahren gegen einen der Individualität beraubten stets vernetzten und miteinander kommunizierenden Gegner. Deswegen sind die übermächtig erscheinenden Feinde in "Stargate" fanatisierte Anhänger einer Religion, während man in "Stargate: Atlantis" verzweifelt gegen fehlgeschlagene technische und genetische Experimente kämpft. Man kann die Liste beliebig verlängern.
Gute Science-Fiction behandelt immer die Gegenwart. Das haben Sie bereits erkannt. Jetzt fehlt nur noch, dass sie erkennen, warum man in die Zukunft schweifen muss.
Wer "Blut, Leichen und Tränen" sehen möchte, der sollte sich zur BuW verpflichten.
Mit Verlaub, beim Zivildienst habe ich mehr Blut, Leichen und Tränen gesehen als alle meine Freunde beim Wehrdienst zusammen.
für all die Leute mit den hässlichen Satelittenschüsseln auf dem Balkon geschrieben?
TNT ist Teil des TV-Pakets im Digitalfernsehen. Daher sind Satellitenschüsseln nicht unbedingt notwendig.
TNT ist Teil des TV-Pakets im Digitalfernsehen. Daher sind Satellitenschüsseln nicht unbedingt notwendig.
TNT ist Teil des TV-Pakets im Digitalfernsehen. Daher sind Satellitenschüsseln nicht unbedingt notwendig.
bei Unitymedia ist es nicht. Und mehr als Basic will ich nicht ;-)
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk
Ihr Kulturverstaendnis koennte meines erachtens eine dosis Game of Thrones gebrauchen, schauen sie doch bitte mal bei Hbo.com nach.
Im gegensatz zu falling skies, das anscheinendnicht genau weiss, was es sein will, mit bloss nachts agilen aliens , durchsichtigem plot und dem spielbergschen familienanspruch, ist Game of Thrones wohl die beste Tv serie der letzten Dekade.
Woher zu kriegen ?
Stellen sie mal ihren klapprechner auf scharf.
Wie zu verstehen ?
Niveau ist auch, wenn mann englisch spricht.
Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
Ihr Kulturverstaendnis koennte meines erachtens eine dosis Game of Thrones gebrauchen, schauen sie doch bitte mal bei Hbo.com nach.
Im gegensatz zu falling skies, das anscheinendnicht genau weiss, was es sein will, mit bloss nachts agilen aliens , durchsichtigem plot und dem spielbergschen familienanspruch, ist Game of Thrones wohl die beste Tv serie der letzten Dekade.
Woher zu kriegen ?
Stellen sie mal ihren klapprechner auf scharf.
Wie zu verstehen ?
Niveau ist auch, wenn mann englisch spricht.
Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
.... es wird wieder nur auf DE ausgestrahlt, weil in D. Der O-Ton auf EN würde es nur im Schweizer Fernsehen dazu geben....
Nur auf deutsch? Typisch. Warum gibt es in Deutschland nie die Option auf O-Ton? (Für mich aber eh egal. Habe keinen Fernseher, kein Kabel-PayTV-Abo etc.)
Nur auf deutsch? Typisch. Warum gibt es in Deutschland nie die Option auf O-Ton? (Für mich aber eh egal. Habe keinen Fernseher, kein Kabel-PayTV-Abo etc.)
ich muss zugeben, dass das nicht nur die Franzosen "anturnen" wird (und offensichtlich ja auch nicht hat).
Denn diese Idee hat was.
(Insbesondere, wenn die "Resistance" erfolgreich ist.)
;-)
Herzlichst Crest
Ihr Kulturverstaendnis koennte meines erachtens eine dosis Game of Thrones gebrauchen, schauen sie doch bitte mal bei Hbo.com nach.
Im gegensatz zu falling skies, das anscheinendnicht genau weiss, was es sein will, mit bloss nachts agilen aliens , durchsichtigem plot und dem spielbergschen familienanspruch, ist Game of Thrones wohl die beste Tv serie der letzten Dekade.
Woher zu kriegen ?
Stellen sie mal ihren klapprechner auf scharf.
Wie zu verstehen ?
Niveau ist auch, wenn mann englisch spricht.
Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren