Film "Hana, Dul, Sed" Ein Gefühl von Freiheit auf dem Fußballfeld

Kurz vor der Frauen-WM zeigt ein Dokumentarfilm die sehenswerte Geschichte von vier nordkoreanischen Nationalspielerinnen. Sie spielen Fußball für Kim Jong Il.

Hana, Dul, Sed (koreanisch für eins, zwei, drei) nicht. Zumindest nicht hauptsächlich. Die österreichische Regisseurin Brigitte Weich hat sieben Jahre ihres Lebens in diesen Film über nordkoreanischen Frauenfußball investiert und ermöglicht uns einen differenzierten Einblick in die Blackbox Nordkorea.

Militärischer Drill, talibanesker Grimm, Führerkult und Arbeitslager bei Niederlage – davon erzählt

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Die Begeisterung für Fußball führt die Freundinnen Ri Jong Hi, Ra Mi Ae, Jin Pyol Hi und Ri Hyang Ok zu Wettkämpfen ins Ausland und nach einer verpatzten Olympiateilnahme zurück in ihre für Frauen bestimmte Rollen als Ehefrauen und Mütter. Das ist die erst einmal wenig spektakuläre Handlung. Besonders macht den Dokumentarfilm, was man darüber hinaus erfährt: nicht nur über Fußball, die große Leidenschaft der Protagonistinnen, sondern auch über die sonst für ausländische Medien abgeschottete nordkoreanische Gesellschaft.

Die Filmemacherinnen Karin Macher und Brigitte Weich, die eng mit der nordkoreanischen Filmagentur Korfilm zusammen gearbeitet haben, führen uns in die Alltagswelt der  Diktatur: zum Friseur, in Geschäfte, in den Zoo, in die Familien. Es wird schnell sichtbar, dass die Nationalspielerinnen privilegiert sind. Das Regime überlässt ihnen eigene Wohnungen, sie erhalten zusätzliche Reis-Rationen und können hauptberuflich das tun, was sie am meisten lieben, Fußball spielen eben.

Nach großen internationalen Erfolgen wie Goldmedaillen bei den Asienmeisterschaften 2001 und 2003 verpassen die Nordkoreanerinnen jedoch 2004 die Olympiateilnahme in Athen. Nachdem das Frauenteam gegen den verhassten ehemaligen Besatzer Japan in der entscheidenden Qualifikationspartie unterliegt, wird der Kader umgebaut, die vier Kickerinnen müssen ihren geliebten Sport aufgeben.

Leser-Kommentare
  1. der Film mag sicher ganz toll sein.

    Aber die Themen Frauenfußball und Nordkorea sind nicht unbedingt Kassenknüller.
    Ich glaube nicht mal Arte würde das zeigen weil niemand weiß wer die Zielgruppe ist die sich so einen Film anschauen will.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    also ICH würde mir den film sicher anschauen. Länder, die man nicht eben so mal bereisen kann, finde ich besonders interessant. ein blick hinter die kulissen eines stalinistischen zombiestaates - das ist doch was.

    also ICH würde mir den film sicher anschauen. Länder, die man nicht eben so mal bereisen kann, finde ich besonders interessant. ein blick hinter die kulissen eines stalinistischen zombiestaates - das ist doch was.

  2. also ICH würde mir den film sicher anschauen. Länder, die man nicht eben so mal bereisen kann, finde ich besonders interessant. ein blick hinter die kulissen eines stalinistischen zombiestaates - das ist doch was.

    Antwort auf "Nun ja,"
  3. nicht mehr sehen kann. War sie doch immer von Nordkorea angetan.

  4. Es kann ihnen, wie bei männlichen Nationalspielern schon vorgekommen, bei mangelnden sportlichen Erfolg auch passieren, dass sie für immer in Zuchthaus verschwinden. (Das allerdings nur, wenn sie Glück haben!)

  5. Seltsam. Ich habe mit Fußball nichts am Hut. Im Dokumentarfilm aber scheint es zu gelingen, mich für das Menschliche dahinter zu begeistern. Bei "Zidane" zum Beispiel, aber das mag an dem Soundtrack von Mogwai gelegen haben. Durch den Sport Fußball scheinen kulturelle Differenzen zwar nicht weggewischt, aber zumindest greifbarer...und plötzlich menschelt sogar das isolierte Nordkorea. Ein wichtiger Einblick in die Identität der Bewohner eines Landes, das sich nach wie vor über Regimehörigkeit und Leistung definiert.

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