"Ich hätte da noch eine Frage..." - wenn Inspektor Columbo diese Worte sprach, wusste der Fernsehzuschauer: er würde auch diesen Fall wieder knacken. Obwohl es ihm die Bösewichter in jeder Folge aufs Neue nicht glauben würden. Als schusseliger, scheinbar unkonzentrierter Inspektor mit schäbigem Trenchcoat wurde der amerikanische Schauspieler Peter Falk zu den beliebtesten Fernseh-Figuren der Deutschen. Nun ist der Schauspieler im Alter von 83 Jahren in Beverly Hills gestorben.

Die Todesursache ist noch nicht bekannt, mehrere amerikanische Medien berichteten unter Berufung auf Falks Familie, er sei "friedlich" gestorben. In den vergangenen Jahren litt der Schauspieler zunehmend unter einer schweren Demenzerkrankung, seine Ehefrau Shera übernahm 2009 seine Vormundschaft.

Sein Erfolg als Schauspieler war Falk nicht zugefallen, er musste sich immer durchbeißen. Seine Eltern, jüdische Einwanderer aus Tschechien und Ungarn, betrieben in der Nähe von New York einen kleinen Laden für Bekleidung und Trockenfrüchte. Als Dreijähriger verlor er bei einer Tumor-Operation sein rechtes Auge. Als er die Schule verließ, um zur See zu fahren, stellte die Handelsmarine ihn wegen der Behinderung nur in der Kombüse an. Nach seiner Rückkehr driftete er zunächst in die Rockerszene ab, schaffte dann aber doch noch den Schulabschluss und ging nach einem Verwaltungsstudium zur Finanzbehörde.

Aber der Schreibtisch war nichts für ihn. Falk nahm Schauspielunterricht, gab mit 29 den Job auf und schlug sich mit zahlreichen Nebenrollen bei Film und Theater durch. Der frühere Filmboss Harry Cohn wies ihn einmal mit den Worten ab: "Für das Geld kann ich auch einen Schauspieler mit zwei Augen bekommen."

Doch dann ging es Schlag auf Schlag: 1960 wurde Falk als Killer Reles in dem Krimi Unterwelt erstmals für einen Oscar nominiert. Schon ein Jahr später folgte die nächste Nominierung für seine Rolle in Frank Capras Gesellschaftskomödie Die unteren Zehntausend. Weitere Erfolge feierte er etwa in John Cassavetes' Ehemänner (1970) und Eine Frau unter Einfluß (1974) sowie in der Krimikomödie Eine Leiche zum Dessert (1976). In Wim Wenders' Der Himmel über Berlin (1987) spielte er sich schließlich selbst.

Seine berühmteste Rolle blieb jedoch der schrullige Inspektor Columbo, der mit Hartnäckigkeit und schlitzohrigen Fragen die meist aus besseren Kreisen stammenden Mörder zur Strecke brachte. Ursprünglich sollte es nur einen Columbo-Film geben. Doch der Erfolg von Lösegeld für einen Toten war so groß, dass die Figur drei Jahre später in Serie ging. Insgesamt 69 Fälle löste er seit 1968 - jedes Mal mit Rekordeinschaltquoten. Die Serie war in 80 Ländern der Welt zu sehen und wird bis heute vielfach wiederholt. Falk gewann für seine Rolle vier "Emmys" als bester Fernsehdarsteller.

Trotz des beispiellosen Erfolgs als Columbo kehrte Falk immer wieder auch zum Theater zurück. "Man kann sich nicht wirklich Schauspieler nennen, wenn man nicht auf der Bühne spielt", sagte er. 1972 erhielt er für die Hauptrolle in Neil Simons Komödie Das Nervenbündel den "Tony" als bester Broadway-Schauspieler des Jahres. "Ich habe immer noch die Hoffnung, dass ich den ganz großen künstlerischen Knaller abliefere", sagte er nach seiner letzten "Columbo"-Folge. "Vielleicht wäre ohne Columbo ein besserer Schauspieler aus mir geworden."

Dabei wollte Falk als junger Mann eigentlich zum Geheimdienst gehen. Doch die CIA lehnte seine Bewerbung ab. Damals konnte er noch nicht ahnen, dass er einst einer der berühmtesten Ermittler der Nation werden sollte.