Cedar was? Für Außenstehende mag Cedar Rapids das amerikanische Bielefeld sein. Doch für den Versicherungsmakler Tim Lippe ist die Metropole in Iowa New York und Paris zugleich. Auf einem Branchenkongress soll der fromm gescheitelte Pullunderträger, der noch nie aus seiner Kleinstadt in Wisconsin herausgekommen ist, dort auf Geheiß seines Chefs sein heimisches Versicherungsbüro vertreten und einen Preis gewinnen.

Zum ersten Mal fliegen, zum ersten Mal in ein Hotel einchecken – diese Hürden meistert der aufgeregte Hinterwäldler noch relativ problemlos. Doch schon wird er vorm Hotel von der örtlichen Prostituierten angesprochen. Und mit dem umtriebigen Dean Ziegler fegt bereits die nächste Versuchung um die Ecke. "Deanzie" ist ein in Versicherungsmaklerkreisen berüchtigter Lebemann, der mit Tim das Zimmer teilt. Auch die Ankunft des dritten und,oha!, schwarzen Mitbewohners Ronald lässt Tim gucken wie die Kuh, wenn’s donnert. Mit großem Hallo stößt dann noch in den Hotelfluren Deanzies alte Bekannte, die smarte Joan, zu dem Trio: Es ist angerichtet.


Es ist nicht zu viel verraten, dass der nicht mehr ganz junge Held im Sündenbabel Cedar Rapids mit Sex, Drugs & Rock'n'Roll seine Flegeljahre nachholen und seine Illusionen verlieren wird. Ed Helms bewegt sich in dieser ulkig vertrackten Komödie in einer ähnlichen Konstellation wie in den Hangover -Jungskomödien, in denen er als nerdiger Zahnarzt und Teil einer vergnügungswilligen Männermeute zum Watschenmann auserkoren wurde. Damit hören die Ähnlichkeiten auch schon auf, denn Regisseur Miguel Arteta setzt auf feingestrichelte Charakter- und Milieuzeichnung statt auf Haudrauf-Humor und Körperverletzung.