"Green Lantern Corps" verdauen, nur um kurz darauf den außerirdischen Anführer derselben gefasst verbluten zu sehen. Er ist mit seinem kleinen Rettungsraumschiff nach einem Gefecht auf der Erde gestrandet. Hal, ein Mensch und der zukünftige Held, wird unfreiwillig irgendwie zu dem sterbenden Alien gebeamt, gemorpht, gemoved – in einer Art Seifenblase. Er begräbt den Fremden, ruft einen Kumpel an, schon taucht auch die CIA auf. Die beiden fliehen, man möchte ja nicht mit einem Alien gesehen werden. Aber, wie der Kumpel richtig bemerkt: "Tote Aliens begraben sich nicht einfach selbst!" Pointe! Nein, nach allem was man weiß – obwohl das ja nicht viel ist – tun sie so was nicht.

Die einzige freiwillige Pointe dieses Films kommt gleich in der ersten halben Stunde. Bis es soweit ist, müssen die Zuschauer eine historische Einweisung in die intergalaktische mobile Eingreiftruppe

Sei dem, wie ihm sei, der Alien hat Hal zuvor noch einen Ring und eine Laterne geschenkt, vor der Hal einen Schwur aufsagen soll, damit er die Nachfolge des Verstorbenen im Green Lantern Corps antreten kann.


"Am hellsten Tag, in schwärzester Nacht entgeht nichts Böses meiner Wacht! Wer finsteren Mächten sich verspricht, der hüte sich vor Green Lanterns Licht!" Fans der Green-Lantern -Comics jubelten, als Ryan Reynolds, der Darsteller Hals, diesen Initiationsschwur auf einer Pressekonferenz rezitierte. Doch der überpathetische Schwur in ehernen Paarreimen zeigt schon das ganze Problem des Films: Er ist als Tiger gesprungen, aber als Bettvorleger gelandet.

Was erwarten man von einem Film im Grenzbereich zwischen Science-Fiction und Fantasy? Eine in sich logische und auserzählte Welt von eigener Ästhetik – die doch vielleicht Rückschlüsse auf unsere eigene zulässt. Und natürlich Schurken und Helden.

Der Held ist hier das größte Problem: Als Hal, der Kampfjet-Pilot, nach kurzer Bedenkzeit doch seine Stelle bei der grünen Polizei des Universums antritt, wird er dort erstmal uniformiert. Jeder Held seit Superman sah besser aus als Hal im grünen Stretch! Seine Superkräfte sind Gedanken. Was auch immer er sich als Waffe ausdenkt, es erscheint und kann benutzt werden. Eigentlich eine interessante Idee. Leider denkt Hal langsam.

Seine Gegner sind kaum einfallsreicher. Auf der Erde treibt ein wildgewordener Biologe sein Unwesen. Dank Infizierung mit schlechtem Alien-Blut sieht er aus wie eine Kreuzung aus Klingone und Elefantenmensch. Im Universum en gros muss Hal dann Parallax besiegen, eine kosmische Spinne, die gelben Odem hauchend ihre Gegner skelettiert.
Parallax nährt sich von der Angst ihrer Gegner. Diese müssen sie mit ihrem Willen bezwingen. Eine doch sehr menschliche Vorstellung soll gleich im ganzen Universum vorherrschen: Die beiden stärksten Kräfte, das seien Angst und Wille. Wieso soll ich, wenn auch nur zuschauenderweise, in eine Welt fliehen, deren Moral und Emotion sind wie meine, nur in grün und mit Monstern?