Gespräch über HurenNah dran, bis man Schweiß und Sperma riecht

Der Regisseur Michael Glawogger hat einen atemberaubenden Film über das Leben von Prostituierten weltweit gedreht. Unerträglich war es in den Bordellen aber nie, sagt er. von Alexander Musik


ZEIT ONLINE: In welchem der Bordelle, die Sie für Whores' glory besucht haben, war das Verhältnis zwischen Mann und Frau für Sie am unerträglichsten?

Michael Glawogger: Ich fand's nirgendwo unerträglich. In den Fish tanks in Thailand läuft alles sehr geschäftsmäßig, trotzdem wirken die Treffen eher wie kleine Partys, zu denen die Männer nach einem Geschäftsabschluss oder an einem Feiertag zu dritt oder viert hingehen. Sie holen sich dann eine Anzahl von Mädchen, und wenn man sich ein bisschen mag, geht man ein Stockwerk höher oder ins nächste Zimmer.

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Michael Glawogger

Der Österreicher Michael Glawogger ist einer der profiliertesten Regisseure von Dokumentar- und Spielfilmen seines Landes. Seine essayistischen Dokumentationen über die globalisierte Arbeitswelt, Megacities (1998) und Workingman's Death (2004), wurden vielfach prämiert. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Grenze zur Inszenierung, wenn nötig, bewusst überschreiten. Mit Erfolg versucht sich der 52-jährige gebürtige Grazer, der in San Francisco und Wien Film studierte, auch am Spielfilm. Zuletzt zu sehen waren Das Vaterspiel nach einem Buch von Josef Haslinger und die Komödie Contact High.

Zum Film "Whores' Glory – Ein Triptychon zur Prostitution"

Whores' glory – Ein Triptychon zur Prostitution ist das Ergebnis einer vierjährigen Recherche zum Thema Prostitution in aller Welt. Der Film, gedreht in Thailand, Bangladesh und Mexiko, beschreibt atemberaubend eindringlich den Alltag von Huren. In so genannten "Fish tanks" in Bangkok, wo reihenweise nummerierte junge Frauen hinter einer Glasscheibe darauf warten, von den Freiern auf der anderen Seite aufgerufen zu werden. In der "Stadt der Freude" im islamischen Bangladesh, in der Hunderte Frauen von ihren "Müttern", wie die weiblichen Zuhälter heißen, ausgebeutet, aber auch erhalten werden. Und im Bordell-Dorf Reynosa an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze, wo ein eingefleischter Katholizismus die bizarre Todessehnsucht der Huren noch befördert. Whores' glory – Ein Triptychon zur Prostitution  läuft am 2.9. in der Sektion Orizzonti auf dem Filmfestival in Venedig. Kinostart in Deutschland ist am 29. September.

In Faridpur, in Bangladesch, muss man bei aller Gewalttätigkeit und offensichtlicher Unmenschlichkeit, die dort herrschen, sagen: Es ist in vieler Hinsicht ein riesengroßer Schulhof. Es gibt natürlich käufliche Liebe, aber auch Verliebtheit, Flirts – alles vermischt sich zwischen den jungen Männern und den Mädchen. In dieser Gesellschaft hat ein junger Mann ja keine Chance, in irgendeiner Form seine Sexualität auszuleben. Er lebt in einer Wohnung mit seinen Eltern, Großeltern und  Geschwistern, und seine mögliche Freundin dito. Er kann vielleicht, wenn er einen Polizisten besticht, in einen Park gehen und mit seiner Angebeteten Händchen halten – das ist jedoch das Höchste der Gefühle. Wenn er ins Bordell geht, in die "Stadt der Freude", wie sie das nennen, dann findet er dort – ähnlich wie in Mexiko – einen zwar nicht rechtsfreien, aber moralfreien Raum. Es herrscht bei aller oberflächlich sichtbaren, auch politischen Gewalt und Gefängnishaftigkeit da drinnen ein ganz anderer Tonfall zwischen Mann und Frau, ein spielerischer, entspannter Ton. Die jungen Leute können sich dort etwas erlauben, was außerhalb undenkbar ist.

In Mexiko habe ich den Film den Frauen dort gezeigt. Sie sagten: Das, was sie über Thailand gesehen haben, sei für sie der Abgrund – und sie dankten Gott, dass sie in Mexiko arbeiten können.

ZEIT ONLINE: Wer an Thailand und Tourismus denkt, muss unweigerlich auch an Sextourismus denken. In Ihrem Film kommt er aber gar nicht vor.

Sextourismus ist ein Teil der Thai-Prostitution, aber sicher nicht der größte!

Michael Glawogger

Glawogger: Es gibt ihn natürlich, aber an ganz bestimmten Orten. Die Fish tanks sind traditionelle Animierbars, die eher von Thais, Chinesen und Ausländern, die in Thailand leben, besucht werden. Sextourismus findet sich in Bangkok selbst nur an drei Stellen, außerdem in Pataya und in den Urlaubsregionen. Sextourismus ist ein Teil der Thai-Prostitution, aber sicher nicht der größte!

ZEIT ONLINE: Man glaubt, Schweiß und Sperma in den Filmbildern riechen zu können. Wie gelang es Ihnen, so nahe an die Protagonisten heranzukommen? Eine fast unmögliche Aufgabe, schätze ich.

Glawogger:(lacht) Ich sage sonst immer bei meinen Filmen: Nein, man braucht nur Geduld, Zeit und den Willen! In diesem Fall sag ich: Ja! Weil man sich erst mal die Genehmigung, überhaupt in einem Bordell drehen zu können, erkämpfen muss. Und wenn man sie sich erkämpft hat, fängt man von Null an. Man ist dort nicht willkommen. Das hat viel mit verpatztem Journalismus zu tun oder mit Leuten, die heimlich filmen, heimlich Fotos machen und ohne zu recherchieren, schnelle Katastrophenberichte darüber machen. Ich erinnere mich an einen Bericht auf CNN, für den jemand mit einer Kamera in einen Fish Tank in Kambodscha hinein läuft, und alle Huren rennen weg. Der Kommentar des Reporters lautete: Da sieht man, wie fürchterlich es denen geht! Natürlich laufen die Frauen weg, wenn jemand mit einer Kamera in ihren Arbeitsbereich eindringt! Es gibt wenig Orte, über die so unlauter, oberflächlich und sensationsgeil berichtet wird wie über Bordelle.

Die Prostituierte erzählt dir nichts, außer du bezahlst sie.

Michael Glawogger

Einer Hure erschließt sich der Unterschied zwischen einem CNN-Reporter und mir nur dann, wenn ich am nächsten Tag wieder komme. Und wenn ich nach einer Woche noch immer wiederkomme. Und nach einem Monat. Dann bleibt sie vielleicht mal stehen und fragt: Was willst Du hier eigentlich? Wenn sie schließlich darauf vertraut, dass ich mich wirklich dafür interessiere, wie ihr Leben funktioniert, dann krieg ich vielleicht eine Lüge weniger.

Das Ganze ist eine Mischung aus Geld und Vertrauen. Ohne Geld geht in dem Geschäft überhaupt gar nichts. Die Prostituierte erzählt dir nichts, außer du bezahlst sie. Dann stellt sich noch immer die Frage, ob sie dir die Wahrheit sagt. Ich habe mir nach einer gewissen Zeit zur Prämisse gemacht, ihnen alles zu glauben. Es ist mir völlig egal, ob sie mich belügen oder nicht! Das ist der einzige Weg.

ZEIT ONLINE: Prostitution existiert in Thailand offiziell gar nicht. Wie haben Sie es angestellt, eine Drehgenehmigung für etwas zu bekommen, das es nicht geben darf?

Glawogger: Mit Augenzwinkern. Man schreibt in die Anfrage hinein, man möchte "Arbeitswelten" und "bar girls" filmen . Dann kommt ein augenzwinkernder Text zurück: "Was soll das heißen: bar girls ?" Am Ende wird man von einem Zensor begleitet, der während der ganzen Dreharbeiten neben mir steht. Die Behörden sind aber nur der erste Schritt. Wenn jemand von der "illegalen Behörde" – wollen wir sie mal so nennen – die diese Orte kontrolliert, nicht damit einverstanden ist, dass ich filme, kann ich mir jede offizielle Drehgenehmigung in die Haare schmieren.

Leserkommentare
  1. Wie viele Frauen gehen freiwillig ( ohne existenzielle Bedrohung) dieser Tätigkeit nach?
    Wie viele Frauen werden gezwungen, alles mit jedem zu machen?
    Wie phychisch deformiert ( durch Mißbrauch in der Kindheit, Drogensucht etc.) muss eine Frau sein, ihre sexuelle Selbstbestimmung aufzugeben?
    Männer haben zu allen Zeiten daztu geneigt, diese Fragen nicht zu stellen, damit die Lust an dieser Art von Gebrauch von Frauen nicht gemindert wird.

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    Ihr Familienname?

    Viele Prostituierte haben es besser als "normale" Frauen. Viele normale Frauen bleiben mit einem Mann zusammen, der sie schlägt und betrügt, weil der Mann Geld hat.

    um den Frauen die in diesem Gewerbe arbeiten Urteilsfähigkeit und Selbstbestimmtheit abzusprechen?

    • kokko
    • 22. September 2011 15:39 Uhr

    also bei vielen Frauen kommt es mir auch so vor als würden sie ihren körper bei ihrem partner einsetzen um gefälligkeiten zu bekommen. ich sehe da keinen großen unterschied zur berufsmäßigen prostitution außer vielleicht, dass man dort meist weniger über den sexualpartner weiß. auch unter den studentinnen arbeiten nicht wenige als tänzerinen oder gar als prostituierte um ihren lebensunterhalt zu verdienen. sie werden zwar nicht von zuhälter xy gezwungen, müssen aber eben ihren lebensunterhalt verdienen. und ob sie sich an eine firma für einen schlechtbezahlten bürojob verkaufen oder als prostituierte arbeiten...

    wenn ich kommentare wie ihren lese kommt es mir manchmal so vor als wäre prostitution in deutschland verboten und alle professionellen seien geistig behindert, drogensüchtig und oder unter körperlicher gewalt gezwungen sich zu prostituieren. nur weil nach ihren moralvorstellungen prostitution etwas schlimmes ist heißt das nicht, dass das auch bei anderen personen zutrifft ganz zu schweigen von anderen kulturen die nicht selten einen komplett anderen umgang mit sexualität haben als der/die gemeine deutsche.

    • Azenion
    • 22. September 2011 17:45 Uhr

    Es ist interessant, daß es heute vor allem Frauen zu sein scheinen, die der Prostitution gegenüber so ablehnend eingestellt sind -- obschon die Freiheit, Gegenleistungen für sexuelle Handlungen eigennützig wählen zu dürfen, doch eigentlich im Interesse aller Frauen sein müßte.
    (Eben diese Freiheit der Frauen dürfte der wahre Grund sein, warum Männer die Prostitution ablehnen: Wenn es einen Markt gibt, auf dem Frauen für Sex Gegenleistungen verlangen können, gibt's weniger für umsonst.)

    Ich will versuchen, einige unausgesprochene Gründe der weiblichen Ablehnung zu erraten:
    - Prostituierte sind Nebenbuhlerinnen aller Frauen, die in Partnerschaft mit einem Mann leben. Sie erhöhen die Gefahr eines Seitensprunges des Partners.
    - Prostituierte befriedigen genau diejenigen Erwartungen der Männer, die Frauen vielfach nicht schätzen dürften: Weniger große Gefühle, mehr Action. Weniger bequeme Klamotten, mehr sexualisiertes Outfit.
    - Frauen identifizieren sich mit ihren Geschlechtsgenossinnen und machen aus der löblichen Forderung: "Keine Frau soll tun müssen, was ihr zuwider ist" die anmaßende Forderung: "Niemand soll tun dürfen, was ich hassen würde!" Fehlgeleitete Empathie, sozusagen.
    - Schließlich: Auch Frauen haben vielleicht die uralte patriarchale Mär verinnerlicht, daß Keuschheit eine Tugend sei, und daß Frauen mit jedem weiteren Sexualpartner an Wert verlieren, wovor sie mangels Verstand notfalls zwangsweise bewahrt werden müssen.

    • R.Heyer
    • 22. September 2011 19:33 Uhr

    Guten Abend
    Ich bin mir nicht mal ansatzweise sicher das der Autor des Filmes hier irgendwas verharmlost, das käme seiner Arbeit als DOKUMENTARIST noch nicht einmal ansatzweise nahe. Er dreht einen Dokumentarfilm und die vornehmste Aufgabe des Dokumentaristen ist es, sich die eigene Meinung/Wertung für sich zu behalten. Er dokumentiert, nicht mehr und nicht weniger.
    Gruss
    Rene

    die Kommentare dazu sowohl von dem Filmemacher als auch hier die Kommetare zu dem Beitrag von Anne Bonny sind so dermaßen zynisch, dass es mir echt hochkommt. Wenn ich da lese: kleine Parties, ein riesengroßer Schulhof, wie dumm kann ein einzelner mann sein? Diese frauen versuchen eben das beste aus ihrer Situation zu machen, die meisten sind seelisch so deformiert, dass sie gar nicht mehr fühlen können...denn sonst würden sie im Wahnsinn enden. Ein mensch, dem unerträgliches widerfährt, spaltet sich von seinen gefühlen ab. Genau das ist doch den meisten frauen /Mädchen dort widerfahren, wie abgebrüht kann man sein, darin etwa locker, lustiges zu erkennen? oder soll hier die eigene benutzung von Frauen gerechtfertigt werden?
    Die Frauen finden das doch eigentlich alles ganz spaßig? Alles nicht so schlimm? wie beschränkt kann ein einzelner mensch sein uns so etwas weismachen zu wollen? und Anhänger findet er hier ja genug, wie man sieht("ist ihr nachname Schwrzer?" was blöderes konnte diesem menschen wohl nicht einfallen, dazu fällt mir nichts mehr ein. Ist die deutsche Bevölerung wirklich kollektiver verblödung anheimgefallen?

    Liebe AnneBonnie, wieso ist die Wahrheit für sie unerträglich ? Die Wahrheit hat eben mehrere Aspekte, zum Beispiel auch, dass eine Prostituierte ihre Arbeit gern macht, dass sie Interesse am Geld hat,dass Sie vielleicht kein "Opfer" ist , sondern ziemlich genau weiss, was sie will, ja das ihr ihre Arbeit sogar bisweilen Spass macht. Ist das unvorstellbar ? Herr Glawogger hat einen berührenden Film gemacht, der ein Stück der Wahrheit zeigt. Das ist nicht unerträglich sondern ehrenwert und schön.

  2. Ihr Familienname?

    Viele Prostituierte haben es besser als "normale" Frauen. Viele normale Frauen bleiben mit einem Mann zusammen, der sie schlägt und betrügt, weil der Mann Geld hat.

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    immer wieder von jemand anderem benutzt und misshandelt zu werden, als wenn es nur einer ist... *Ironie off*

    ...wenn Prostitution gar nicht schlimm ist, was sagt man denn dann als aufgeklärter, liberaler Vater, wenn die Tochter sagt: "Papa, ich will nicht mehr im Büro arbeiten, zu eintönig, ich werd jetzt Nutte!". Was sagt ihr dann? "Klasse, Mäuschen, finde ich gut dass du so selbstbestimmt bist!". Ja sicher, oder?

    Und wenn Prostitution eine ordentliche, legale Beschäftigung ist, ist es dann auch eine zumutbare Tätigkeit, die demnächst dann von der Arbeitsagentur als Vermittlungsvorschlag geschickt wird, und wer sich weigert, bekommt die Leistungen gekürzt?

    Übertreibe ich? Vielleicht. Aber wenn man diesen ganzen Qautsch um "Prostitution ist doch nichts schlimmes" zuende denkt, muss man auch so konsequent sein, sich diese Fragen zu stellen. Und ich bin ganz sicher kein Fan von Alice Schwarzer.

    ..und nicht einmal mit Alice Schwarzer sympathisieren, um sensibel für die Problematik der Prostitution zu sein - es reicht, irgend eine Frau zu sein.

    Sie schreiben: "Viele normale Frauen bleiben mit einem Mann zusammen, der sie schlägt und betrügt, weil der Mann Geld hat."
    Ich wette, dass die meisten Männer, die Frauen schlagen, nicht einmal bemerkenswert wohlhabend sind.

    Glauben Sie wirklich, die Vermietung der absolut intimsten Körperteile an Jedermann funktioniert ohne das gewaltvolle Berührt-Werden in intimsten Seelen-Bereichen? Mancher Mann HÄTTE gern den Frauenkörper als Objekt, das völlig frei von seelischer Verkopplung ist - so "funktionieren" Frauen aber nicht. Wenn Sie eine finden, die scheinbar DOCH so funktioniert, dann hat sie sich mit Gewalt und entsprehenden seelischen Folgen von ihrem Körper abgespalten. Anders ist dieser "Job" nicht zu machen. Von Männern, die diese Frauen benutzen, kann aber wohl nicht erwartet werden, dass sie die seelischen Deformierungen ihres "Objekts" wahrnehmen. Die seelische Gesundheit, die Würde dieser Frauen ist so unsagbar billig verkauft und verheizt, dass sich zwangsweise die Frage stellt: Welcher Druck, welche Not hat sie dazu gebracht?
    Wenn EIN Mann mich schlägt, mich benutzt, dann kann ich einfach von ihm weggehen, denn ich habe womöglich einen Job - oder suche mir einen. Wenn die ganz allgemeine Männerwelt mich am Leben hält, indem sie mich mietet und benutzt und DIES mein Job ist - wohin sollte ich mich wenden?

  3. immer wieder von jemand anderem benutzt und misshandelt zu werden, als wenn es nur einer ist... *Ironie off*

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    Antwort auf "Ist Schwarzer"
    • Mmblfrz
    • 22. September 2011 13:53 Uhr

    Jenseits der Armuts- und Zwangsprostitution gibt es aber doch auch die freiwillige, nach dem Motto.." bevor ich bei Aldi an der Kasse sitze". Dann gibts noch die Gelegenheitsprostitution, und die "Einmalprostitution": Heirat nur wegen des Geldes. Insgesamt also alles sehr vielschichtig. Wobei ich nicht weiß wie es in den Ländern zugeht von denen das Interview berichtet, ein gewisse Tendenz zur Verharmlosungsehe sehe ich hier auch.
    Interssant wäre es aber einmal die Situation in D. zu untersuchen.Echte Existenzbedrohung gibts ja hier nicht (oder allenfalls partiell)
    Angeblich sollen in D 400.000 Frauen diesem Beruf (offiziell und ohne Zwang) nachgehen. Die Dunkeziffer soll erheblich höher sein. Wären die Damen alle bei einem "Unternehmen" angestellt, wäre es wohl (nach dem öffentlichen Dienst), der größte Arbeitgeber für Frauen. Hier wäre also einmal eine verteifte Untersuchung über Motivlage, Status, Emotionalität etc.interessant (und zwar jenseits vom RTL 2 Niveau versteht sich).

    10 Leserempfehlungen
  4. ... in Spanien, Valencia, beispielsweise. Ein Freund von mir hat Ordensschwestern (junge Mädchen in Jeans und T-Shirt, keine Omas in Klostertracht) geholfen, die Anlaufstellen für Prostituierte hatten und auch im Rotlichtviertel gewohnt haben.
    Die meisten dieser Mädchen waren unter Zwang.
    Bei den Rumäninnen und Bulgarinnen zum Beispiel kannten die Zuhälter die Familie und es hieß immer wieder "wir wissen wo dein Sohn in die Schule geht, wo dein Vater arbeitet" und so weiter.
    Bei den Nigerianerinnen brauchten sie nichtmal das, die haben sich nicht getraut wegzulaufen, weil der Zuhälter ihnen Blut und Haare abgenommen hat und angedroht hat, sie bei Flucht mit Schwarzer Magie zu verfluchen. Die kamen vom Dorf und haben an sowas geglaubt, und wenn nicht, wäre auch bei denen die Erpressung mit Waffe und Familie fällig.

    Und nun erzähle mir niemand, das sei eine zufällige Ausnahme, denn Spanien zählt sicher nicht zu den gefährlichsten, kriminellsten und unzivilisiertesten Ländern dieser Erde.

    18 Leserempfehlungen
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    Mit "Mädchen unter Zwang" waren natürlich nicht die Ordensschwestern, sondern die Prostituierten gemeint. War etwas missverständlich formuliert.

  5. Mit "Mädchen unter Zwang" waren natürlich nicht die Ordensschwestern, sondern die Prostituierten gemeint. War etwas missverständlich formuliert.

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    das sowohl auf die ein wie andere Grupee zutreffen kann ...

  6. von Kolle über Roche zu Herrn Glawogger...

    Jeder nach seiner Art - und ich hoffe mal wirklich, dass nicht alles was "Aufklärungsarbeit" leistet auch noch honoriert wird...

    Ich weiß, dass der Film ausgezeichnet wurde...

    Es wurde schon so viel ausgezeichnet und mit dem Wort "Bestseller" betitelt, dass ich nur noch staune.

    Über den Menschen, der eigentlich in der Hand hat, was so als Topseller oder sonst einer "Seller-List" geführt wird - die Allgemeinheit...

    Wollen wir mal beiseite lassen, dass Herr Glawogger ein Mann ist - er ist vor alllem in erster Linie ein Mensch.

    Deshalb ist er verantwortlich für seine Art der "Aufklärungsarbeit" - und ich bin auch ein Mensch (wenn auch ein weiblicher) der die Auffassung vertritt: "Jeder Mensch ist dafür verantwortlich was als Bestseller oder Topfilm "gehandelt" wird. Nämlich jeder Einzelne...

    Nur weil die Mehrheit etwas gut findet - wird es am Ende als gut gehandelt -wobschon Vieles davon weit entfernt ist (siehe Bestsellerlisten mit Roche und Lahm...) - wofür spricht das?!

    Und alle reden so gerne von und über "Bildung" - wie wäre es zur Abwechslung mal wieder über etwas mehr "Weniger ist mehr"... Bei Allem!

    Zitat M. Twain: "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, dann ist es Zeit sich zu besinnen" Zitat Ende

    Mehr und nicht wenig freundliche Güße

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte CNN | Ausländer | Film | Bordell | Bus | Großraumbüro
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