Der Komiker Vicco von Bülow alias Loriot ist tot. Der 87-Jährige starb am Montag in Ammerland am Starnberger See an Altersschwäche, teilte der Diogenes Verlag mit. Loriot sei zu Hause "sanft entschlafen", sagte eine Diogenes-Sprecherin. Die Familie habe den Verlag gebeten, die Öffentlichkeit zu informieren.

Eine ergänzende Stellungnahme der Angehörigen sei nicht geplant. "Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt", sagte die Verlagssprecherin. Der Termin wurde nicht genannt. "Die Familie möchte dies nicht."

Loriots zahlreiche TV-Sketche sind legendär – etwa die Nudel im Gesicht beim verpatzten Rendezvous, das Jodeldiplom oder die Cartoons "Herren im Bad" und "Das Frühstücksei".

Ein Klavier, ein Klavier
Evelyn Hamann in "Das Klavier"

Außerdem machte er den vielleicht bekanntesten Rentner und Lottomillionär der Fernsehgeschichte unsterblich: Erwin Lindemann (vom Schauspieler Heinz Meier dargestellt), der "seit 66 Jahren" Rentner ist und vor einem Fernsehteam völlig verwirrt seinen Plan verkündet, mit seiner Tochter und dem Papst eine Herrenboutique in Wuppertal zu eröffnen.

Mit seinen Sketchen prägte Loriot nicht zuletzt die deutsche Umgangssprache. Sentenzen wie "Ein Klavier, ein Klavier", "Ich schreie dich nicht an!", "Die Ente bleibt draußen!", "Ja, wo laufen Sie denn?" oder "Sagen Sie jetzt nichts" sind längst in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. 

Sein Kinodebüt Ödipussi (1988) zählt zu den meistgesehenen Kinofilmen der deutschen Nachkriegsgeschichte, dem 1991 die grandiose Rentner-Posse Pappa ante portas folgte. Seine gesammelten Werke als Zeichner und Humorist erschienen im Diogenes Verlag.

Holleri du dödel di diri diri dudel dö!
Frau Hoppenstedt in "Das Jodeldiplom"

Loriot wurde zunächst mit Zeitschriften-Cartoons und den Knollennasenmännchen bekannt. Später kamen die Fernseh-Sketche, etwa in der ARD-Serie Loriot I-VI (Erstausstrahlung 1976-1979), hinzu. In Sketchen wie über die Familie Hoppenstedt trat Loriot meist selbst als wandlungsfähiger Schauspieler hervor, oft mit seiner bereits 2007 verstorbenen Kollegin Evelyn Hamann.

Manche nannten den aus Brandenburg an der Havel stammenden Offizierssohn, dessen Vorfahren am Hof von Friedrich dem Großen verkehrten, auch den "Karl Valentin des Cartoons und der Fernsehunterhaltung" oder "Deutschlands komischste Figur".

Auf jeden Fall war Loriot, der sich nach dem französischen Wort für das Wappentier seiner Familie benannte (loriot = Pirol), einer der populärsten Deutschen. In Umfragen nach der Beliebtheit kam er regelmäßig auf einen der vordersten Plätze. Im Jahr 2007 landete er bei der ZDF-Sendung Unsere Besten – Komiker & Co auf Platz eins.

Der Künstler erhielt zahlreiche weitere Ehrungen und Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Kleinkunstpreis, die Goldene Kamera, den Karl-Valentin-Orden, den Wilhelm-Busch-Preis und den Ernst-Lubitsch-Preis. Loriot war Mitglied der Berliner Akademie der Künste und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.