Zum Film "Roller Girl""Roller Derby verändert dein Leben"

Der Film "Rollergirl" bringt einen faszinierenden Frauensport ins Kino. Aber wie realistisch ist er dargestellt? Eine Analyse mit der Roller-Derby-Spielerin Megan Gannon. von 

Megan Gannon beim Training mit den London Rollergirls

Megan Gannon beim Training mit den London Rollergirls  |  © Danny Bourne

ZEIT ONLINE: Der Kinofilm Roller Girl ist nicht nur eine Coming-of-Age -Geschichte, sondern auch ein Porträt der Sportart Roller Derby. Was das genau ist, kann wohl am besten eine Spielerin erklären.

Megan Gannon: Es ist wie Rugby auf Rollschuhen. Anstatt eines Balls hat jedes Team einen Spieler, der Jammer genannt wird. Man fährt auf einer ovalen Bahn. Der eigene Jammer muss möglichst viele Gegnerinnen überholen, dabei helfen ihm die vier Pack-Spielerinnen, offensiv oder defensiv, mit verschiedenen Spielstrategien.

ZEIT ONLINE: Ein ziemlich harter Sport für erwachsene Frauen. Deshalb braucht die 17-jährige Protagonistin Bliss Cavendar auch die Erlaubnis ihrer Eltern, um mitspielen zu dürfen.

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Gannon: Ja, Roller Derby ist ein Vollkontaktsport. Es gibt ein dickes Regelwerk. Blockings mit der Schulter, der Seite, der Hüfte sind erlaubt. Wer die Gegnerin mit Knien, Füßen, Ellenbogen oder dem Kopf stößt, geht gleich auf die Strafbank.

ZEIT ONLINE: Über Regelverstöße entscheiden dann aber Männer, ist das nicht komisch?

Megan Gannon
Megan Gannon

Megan Gannon, 30, begann mit Roller Derby im Januar 2010 beim amtierenden Europameister, den London Rollergirls. Ihr Spielername ist R. Meg Eddon. Derzeit lebt sie in Berlin und arbeitet als freie Autorin. Sie führt das Reise- und Kulturblog johnnybackhand.blogspot.com.

Gannon: Es ist eben ein Damensport. Männer, die sich dafür interessieren, können ehrenamtlich als Trainer oder Schiedsrichter mitmachen. Viele von ihnen sind Freunde oder Partner der Spielerinnen.

ZEIT ONLINE: Ein integratives Modell?

Gannon: Genau. Im Football dreht sich alles um die Männer, und die Frauen sind für die Unterstützung zuständig. Hier ist es andersrum. Mit dem Unterschied, dass die Männer mit ins Spiel einbezogen werden und nicht nur im Hintergrund schuften.

ZEIT ONLINE: Der Film spielt in Austin, Texas. Ist das Zufall?

Gannon: Nein, die Stadt hat eine große Punk-Szene. Dort haben sich im Jahr 2000 ein paar Mädchen zusammengetan und haben den Sport wiederbelebt. Dann hat er sich schnell verbreitet.

ZEIT ONLINE: Roller Derby ist mehr als ein Sport. Es vermittelt auch ein ganz bestimmtes Lebensgefühl, von dem sich auch Bliss Cavendar so angezogen fühlt. Kann man das benennen?

Gannon: Jede kann mitspielen. Egal, wie Du gebaut bist, es kann Dir einen Vorteil gegenüber anderen Spielerinnen bringen. Man vergisst den Alltag und spürt eine Freiheit und Wildheit, die man vielleicht seit der Jugend vermisst hat. Roller Derby hat diesen alternativen Geist, viele Mädchen tragen verrückte Frisuren, Piercings und Tattoos.

ZEIT ONLINE: Das wirkt nicht gerade wie eine Sportart, die wir demnächst bei Olympia sehen.

Gannon: Ein großes Streitthema im Verband. Viele Spielerinnen in den besten Mannschaften möchten dieses Girlie-Image gern hinter sich lassen. Sie sind ernsthafte Sportlerinnen und trainieren sechs, sieben Mal in der Woche. Im Dezember ist ein Derby Worldcup in Kanada.

Leserkommentare
  1. Jetzt weiß ich endlich, was das für eine "Roller Derby Queen" war, über die Jim Croce in seinem gleichnamigen Lied singt (hier: http://www.youtube.com/wa...). Hatte mir aber nie die Mühe gemacht, das zu recherchieren.

  2. Liebe Zeit-Online Redaktion, schade dass Sie im Interview eine Spielerin aus dem Vereinigten Königreich befragt haben. Möglicherweise ist Ihnen entgangen, dass es auch in Deutschland einige Weltklasse Roller Derby Leagues gibt, die sich durchaus mit denen im UK oder auch in den USA messen können. (ja, die Teams heißen eigentlich "Leagues" und nebenbei bemerkt gibt es auch jede Menge weibliche Refs und NSOs (Non-Skating-Officials)...

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    Redaktion

    Liebe/r laserbeam,

    ursprünglich wollten wir eine Spielerin der Berlin Bombshells ins Kino einladen, bekamen aber leider keine Antwort auf unsere Anfrage. Dass das Londoner Rollergirl Megan Gannon seit kurzem in Berlin lebt, war ein glücklicher Zufall.

    Auf die deutschen Teams haben wir in einer Infobox hingewiesen. Wobei auch Sie zugestehen müssen: In Deutschland steht der Sport noch am Anfang, auch wenn sich die ersten Teams vor rund vier Jahren gegründet haben.

    Weiterhin viel Spaß beim Roller Derby!

  3. Redaktion

    Liebe/r laserbeam,

    ursprünglich wollten wir eine Spielerin der Berlin Bombshells ins Kino einladen, bekamen aber leider keine Antwort auf unsere Anfrage. Dass das Londoner Rollergirl Megan Gannon seit kurzem in Berlin lebt, war ein glücklicher Zufall.

    Auf die deutschen Teams haben wir in einer Infobox hingewiesen. Wobei auch Sie zugestehen müssen: In Deutschland steht der Sport noch am Anfang, auch wenn sich die ersten Teams vor rund vier Jahren gegründet haben.

    Weiterhin viel Spaß beim Roller Derby!

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    Liebes Zeit - Team,

    das ist aber schade wir hatten leider keine Anfrage von euch erhalten.

    Für alle die aber jetzt Lust haben Roller Derby Live zu erleben, müssen am 22. Oktober in die Arena kommen, da werden wir gegen London unser bestes geben!!!
    Der VVK hat bereits begonnen.

    Eure Bombshells

  4. Liebes Zeit - Team,

    das ist aber schade wir hatten leider keine Anfrage von euch erhalten.

    Für alle die aber jetzt Lust haben Roller Derby Live zu erleben, müssen am 22. Oktober in die Arena kommen, da werden wir gegen London unser bestes geben!!!
    Der VVK hat bereits begonnen.

    Eure Bombshells

    Antwort auf "Deutsche Spielerinnen"
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    Redaktion

    Die Anfrage ging an Euren Facebook-Account, und sie wurde hunderprozentig abgeschickt. Wie dem auch sei: Ich freue mich auf den Bout gegen die London Rollergirls und bin gespannt, auf welcher Seite R. Meg Eddon dann spielen wird.

    Herzliche Grüße!

  5. Redaktion

    Die Anfrage ging an Euren Facebook-Account, und sie wurde hunderprozentig abgeschickt. Wie dem auch sei: Ich freue mich auf den Bout gegen die London Rollergirls und bin gespannt, auf welcher Seite R. Meg Eddon dann spielen wird.

    Herzliche Grüße!

    Antwort auf "Berlin Bombshells"

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  • Schlagworte Film | Cheerleading | Piercing | Rugby | Schiedsrichter | Kanada
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