MDR: Intendanten-Kandidat Hilder scheitert am Rundfunkrat
Mit der Wahl eines neuen Intendanten sollte nach einer Skandal-Serie beim MDR Ruhe einkehren. Der einzige Kandidat, Bernd Hilder, verfehlte jedoch die Mehrheit.
Die Wahl des neuen MDR-Intendanten ist gescheitert. Der einzige Kandidat, der Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, Bernd Hilder, konnte im Rundfunkrat die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit nicht erreichen. Nach Angaben einer MDR-Sprecherin in Leipzig erhielt Hilder nur zwölf Stimmen der 41 anwesenden Rundfunkratsmitglieder, 29 votierten gegen ihn. Nun muss ein neuer Kandidat gesucht werden. Der langjährige Senderchef Udo Reiter scheidet Ende Oktober aus.
Hilder zeigte sich von dem Wahlergebnis enttäuscht. Er hätte dem MDR gerne geholfen, aus seiner Krise herauszukommen. Der Sender stand zuletzt vor allem mit Affären um den Betrug beim Kinderkanal Kika und um den suspendierten MDR-Unterhaltungschef Udo Foth in den Schlagzeilen.
Auch die Besetzung der Spitzenposition hatte zuvor wegen Hilders angeblicher CDU-Nähe für Diskussionen gesorgt. Hilder hatte sich gegen die stellvertretende MDR-Intendantin Karola Wille und den stellvertretenden WDR-Fernsehdirektor Helfried Spitra durchgesetzt – allerdings erst im vierten Wahlgang. Der Verwaltungsrat muss nun innerhalb eines Monats einen neuen Kandidaten vorschlagen.
Der Deutsche Journalisten-Verband Sachsen-Anhalt hatte eine "einseitige Festlegung aus Kreisen der Politik zugunsten des Kandidaten Hilder" kritisiert. In einer Erklärung des DJV-Landesvorsitzenden Uwe Gajowski hieß es: "Wir wünschen uns für die weitere Findung mehr Staatsferne und mehr politische Zurückhaltung."
Hilder ist seit fast acht Jahren Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung und Sprecher des Deutschen Presserats. Zuvor arbeitete er 13 Jahre lang bei der ARD, unter anderem als Hörfunk-Korrespondent in Washington und Mexiko-Stadt.





Es ist etwas verwunderlich, hier in der Zeit und bei vielen anderen Medien nun die Nachricht zu lesen, ein Kandidat, der bei 41 Stimmen insgesamt 12 Stimmen erhielt, hätte damit die Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt. Er bekam ja noch nicht einmal ein Drittel, oder? Entsprechend dürfte dann wohl auch die FDP mit ihrem 1,8 % in Berlin eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt haben, sogar sehr deutlich, oder?
Während man sich beim MDR jetzt wohl wirklich Hoffnung machen kann, dass ein Kandidat gefunden wird, der auch in der Lage ist, gegen die CDU-Herrschaft in den drei Bundesländern (insbesondere gegen die Dresdner Staatskanzlei) einen unabhängigen Journalismus zu forcieren, wird bei der Leipziger Volkszeitung der Aderlass an Personal und Ressourcen wohl zunehmen.
Erstaunlich auch, dass dies nur eine Nachricht wert ist und kein Kommentar nirgends nicht erlesbar.
Ist doch gerade die Art und Weise der (Vor)Auswahl ein Zeichen für künftiges Regierungssprech, gesicherte Hofberichterstattung. Also nichts mit 4. Gewalt mehr.
War da nicht etwas?
"Man erinnert sich an die Worte des Journalisten Gay Talese: "Sie lügen alle! Man darf ihnen nichts glauben! Niemals!"
Das galt der Klasse der Politiker. Talese ist einer der größten Reporter Amerikas und er hat eine klare Haltung dazu, wie das Verhältnis von Politik und Journalismus gestaltet sein soll: Gar nicht! Politiker sollen Journalisten fürchten. Und Journalisten sollen Politikern misstrauen." ... Als die erste Regierung Merkel ihren Dienst antrat, äußerte sich Hans-Ulrich Jörges bei einer Podiumsdiskussion: "Wir sollten sie wie rohe Eier behandeln. Diese Truppe ist das vorletzte Aufgebot der deutschen Politik, und ich will nicht, dass es kaputtgeschrieben wird, weil dann das letzte Aufgebot regiert." ...
Wenn Journalisten ihre Unabhängigkeit verlieren, werden sie zu Dienern. Zu Staatsdienern. Solche Journalisten braucht kein Mensch." (http://sueddeutsche.de/me...)
Das ist ja im Sozialismus, Putin ist auch nur ein Kandidat.
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Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
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