Nur für Personal passiert einiges, was ihn überrascht, gar überfordert.

Fabrice Lucchini wirkt in seinen Filmen auf charmante Weise oft ein wenig überrascht. Das mag daran liegen, dass der französische Schauspieler seine Augenbrauen etwas höher zieht als andere und, da er recht klein ist, von unten nach oben schaut. Auch in der Komödie

Lucchini spielt den sehr wohlhabenden Börsenmakler Philippe Joubert, der – es sind die sechziger Jahre – überaus wertkonservativ spekuliert. Er lebt mit seiner Frau im Haus seiner Kindheit, das er bis auf die Schulzeit im Internat nie verlassen hat. Auch Paris verlässt er nur für die Sommerferien, die er an der französische Küste verbringt. Joubert ist ein Bourgeois par excellence und ohne Nuancen.

Als dem Ehepaar das alte bretonische Hausmädchen abhanden kommt und die beiden ein neues einstellen müssen (eine Spanierin!), kommt Bewegung in den Haushalt: Joubert steigt seit Jahren zum ersten Mal unter das Dach seines Hauses, in jene 6. Etage, in dem die Zimmermädchen der umliegenden Appartements ihre Kammern haben.

Der Regisseur Philippe LeGuay hat da eine hübsche Ausgangssituation geschaffen, um aus allerlei Grenzüberschreitungen und Verwicklungen eine handfeste Komödie zu drehen. Doch was jetzt abläuft, ist eher ein Pingpong-Spiel der Klischees. Das gemeinschaftliche Klo der Dienstmädchen ist verstopft. Joubert bringt es in Ordnung. Eine der Frauen erhält nicht den lang ersehnten Brief aus der Heimat, Joubert lässt sie von seinem Anschluss aus nach Hause telefonieren. Eine andere wird von ihrem Mann geschlagen, Joubert organisiert ihr eine Wohnung als Concierge. Die Frauen sammeln ihr Geld in Sparstrümpfen, Joubert klärt sie über die Freuden einer echten Geldanlage auf. Das wirkt jetzt aber ermüdend? Ist es auch.

Dabei gäbe es einiges, woran Monsieur sich stoßen könnte. An Carmen zum Beispiel. Sie ist Kommunistin und empfängt den Bourgeois im Gegensatz zu ihren gutherzigen Mitbewohnerinnen mit verschränkten Armen. Ihre Eltern sind im Franco-Regime ermordet worden. Doch dieser Erzählung verleiht LeGuay nicht mehr Stellenwert als einer Anekdote über Silberputzmittel. Es ist nur ein Ping unter vielen, dem ein Pong folgt: Gegenüber seinen verzogenen Söhnen erwähnt Joubert zwischen Vorspeise und Hauptgang, dass im Nachbarland Spanien ein anderes Regime als in Frankreich herrscht. Mon dieu!