Fernsehen Schafft "Wetten, dass...?" ab!
Was bedeutet Hape Kerkelings Absage an "Wetten, dass...?"? Vielleicht dass es Zeit ist, eine veraltete Show zu beerdigen. Ein Kommentar
Ein Showmaster sagt ab und ganz Deutschland dreht durch. Nachdem Hape Kerkeling den Antrag des ZDF auf der Wetten, dass...?-Couch am Samstagabend abgelehnt hatte, reagierten die Medien ungefähr so, als hätte Kate Middleton Prinz William vor dem Traualtar den Ring ins Gesicht geworfen: Eilmeldungen rauschten aus den Redaktionen, manchen Nachrichtenseiten war das Nein sogar einen Aufmacher wert. Griechenland wurde zur Randnotiz.
Viel wurde resümiert, warum Kerkeling nicht wollte: Brauche er wirklich die Zeit für seine "anderen Projekte" oder sei er doch schon zu alt oder eher zu jung? Oder müsse einfach jeder Nachfolger von Thomas Gottschalk an dieser so großartigen Show scheitern?
Eine Frage aber wurde nicht gestellt. Könnte die Zurückhaltung um das Wetten, dass...?-Erbe nicht einfach bedeuten, dass keine vernünftige deutsche Fernsehgröße Lust hat, dieses verrostete Schlachtschiff ein weiteres Jahrzehnt durchs Feierabendfernsehen zu schleppen?
Die Sendung am Samstag war der beste Beweis dafür, dass das Konzept Wetten, dass...? nur noch als Reminiszenz an sich selbst funktioniert. Als erster Gast kam Otto Waalkes, der seine Blödeleien von vor zwanzig Jahren noch einmal abspulen durfte. Auch die restlichen Gäste gehörten zu den Immergleichen: der Boxer Wladimir Klitschko, der Geiger David Garrett, hach ja. Zusammengezählt kämen wohl allein diese drei Gäste auf eine dreistellige Besuchszahl auf der Gottschalkschen Couch.
Das Hauptthema auf Twitter an diesem Abend waren denn auch weder die Stars noch die Wetten, sondern die Frage, wer das tiefere Dekolleté trug: Andrea Sawatzki oder die Co-Moderatorin Michelle Hunziker. Brauchen wir das wirklich?
Es wird gerne argumentiert, Wetten, dass...? sei die wichtigste europäische Unterhaltungsshow und ja, auch an diesem Samstag sahen wieder etwa zehn Millionen Zuschauer zu. Was allerdings mit daran gelegen haben mag, dass einige Zeitungen vorher verbreitet hatten, Kerkeling würde nun offiziell übernehmen. Das ZDF war sich dann auch nicht zu schade, die Sendung auf ihrer Website als eine sehr ereignisreiche anzupreisen.
In Wahrheit ist es wohl eher ein nostalgisches Gefühl, das viele Deutsche beim Thema Wetten, dass...? befällt. Eine ganze Generation romantisiert die Sendung als Fernseherlebnis, das sie im trauten Kreis der Familie verbracht hat. Wie öde diese Samstagabende in Wahrheit damals schon waren, wird gerne ausgeblendet. In Zeiten, in denen sich jeder jederzeit aussuchen kann, welche Medien er konsumieren möchte, sehnen sich offenbar viele wieder nach der Wahl zwischen "den zwei Fernsehknöpfen" von ARD und ZDF.
- Datum 08.11.2011 - 15:27 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 126
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Das wäre das Beste! Abschaffen, Aufhören. Einfach nur aufhören.
Aber zum Glück braucht niemand den Fernseher einzuschalten. Niemand muss sich "Wetten dass...?" oder sonstwas anschauen, der das nicht will.
Einfach den Fernseher ausschalten, wenn die Quote erst im Keller ist, hat sich dieser Selbstbedienungsladen - sprich das Öffentlich-Rechtliche von alleine erledigt. Dabei ist selbst Herr Joseph Goebbels vor über 50 Jahren noch nicht mal auf die Idee einer Zwangssteuer gekommen (geplant in 2013); wer da noch mitmacht, ist selbst schuld.
Aber zum Glück braucht niemand den Fernseher einzuschalten. Niemand muss sich "Wetten dass...?" oder sonstwas anschauen, der das nicht will.
Einfach den Fernseher ausschalten, wenn die Quote erst im Keller ist, hat sich dieser Selbstbedienungsladen - sprich das Öffentlich-Rechtliche von alleine erledigt. Dabei ist selbst Herr Joseph Goebbels vor über 50 Jahren noch nicht mal auf die Idee einer Zwangssteuer gekommen (geplant in 2013); wer da noch mitmacht, ist selbst schuld.
Dieses "Wetten, dass...?"-Gebabbel ist ja kaum noch zu ertragen.
Man hätte nur die nächste lange Sommerpause nutzen müssen, um danach einfach nicht mehr weiter zu machen. 5 Leute hätten es gemerkt. Die hätten dann zum Trost ein Zeit-Probe-Abo bekommen.
Sie müssen weder die Sendung noch die Artikel über diese Sendung "ertragen". Ich bin auch kein großer Anhänger von "Wetten, dass..?" Allerdings gibt es immer noch ein paar Millionen Menschen in Deutschland, die diese Sendung offensichtlich interessiert. Ob das auch mit einem neuen Moderator der Fall sein wird, bleibt zumindest abzuwarten.
Angenommen, ich fände eine Ihrer Lieblingssendungen unerträglich. Sollte ich deshalb deren Absetzung fordern?
Sie müssen weder die Sendung noch die Artikel über diese Sendung "ertragen". Ich bin auch kein großer Anhänger von "Wetten, dass..?" Allerdings gibt es immer noch ein paar Millionen Menschen in Deutschland, die diese Sendung offensichtlich interessiert. Ob das auch mit einem neuen Moderator der Fall sein wird, bleibt zumindest abzuwarten.
Angenommen, ich fände eine Ihrer Lieblingssendungen unerträglich. Sollte ich deshalb deren Absetzung fordern?
Das Fernsehen ist schon lange in der Krise - allerdings nicht erst, seitdem das Internet aufkam. Die Krise des deutschen Fernsehens beruht in der panischen Angst vor dem Neuen und dem damit verbundenen Risiko, zu scheitern: der vermeintliche Imageschaden wäre gewaltig.
Das deutsche Fernsehen hat jedoch auch ein anderes gravierendes Problem: ist ein Konzept erfolgreich, wird es flächendeckend und massenhaft von den "Konkurrenten" bis ins Detail kopiert.
Beispiele hierfür fanden sich in der Vergangenheit zahlreich: erst waren es die Krawall-Talkshows, die auf allen Kanälen liefen, danach die Gerichtsshows, danach die Casting-Shows und die Telenovelas. Einer machte vor, alle anderen machten nach. Etwas Neues? Kreativität wie zu früheren Zeit? Das war und ist nicht möglich - obwohl es sicherlich genug Talente dafür gäbe.
Fernsehen machen ist heute keine Kunst im eigentlichen Sinne mehr, wie es es noch zu Zeiten der Kuhlenkampffs, der Frankenfelds, der Rosenthals oder der Carrells war. Fernsehen machen heisst heute, Risiken nicht nur zu minimieren, sondern am besten gar keine einzugehen. Nicht der Künstler steht im Mittelpunkt, der seine besonderen kreativen Fähigkeiten vorstellt, sondern allein der Zuschauer - der vermeintlich irgendwelche "Forderungen" stellt, die bedient werden müssen.
Die Folgen dieser Strategien sind heut schnell zu erkennen: "Junge" Moderatoren, wie Florian Silbereisen, Stefan Mross machen altertümliches Oma-Programm. Authentizität sieht anders aus.
Man könnte auch sagen: die Angst vor der Quote beherrscht die Programm-Macher.
Denn darum geht es doch: Die Privaten machen "Werberahmenprogramm", brauchen die Quote, um Werbung zu verkaufen. Die öffentlich-rechtlichen brauchen die Quote, um die Gebühr und die Exsitenz rechtfertigen zu können.
Wetten, dass...? ist ein Dinosaurier aus dem untergegangenen "Drei-Sender-Zeitalter" (Im ZDF lief Wetten, dass...?, in der ARD ein Western und im Dritten Programm, ein Heimatfilmchen). Da machte Unterhaltung noch Spaß...
Trotzdem sind die bis heute hohen Quoten von Wetten, dass...? eigentlich ein Anachronismus, ein Wunder. Gespeist vielleicht aus der Sehnsucht nach der heilen Familienfernsehwelt der 70er und 80er Jahre, die es heute nicht mehr gibtOhne Gottschalk kann Wetten, dass...? vermutlich nicht funktionieren, aber Gottschalk kann vermutlich auch nur Wetten, dass...?
Ein Unterhaltungsprogramm für alle Deutschen machen und einen Großteil von ihnen vor der Kiste versammeln? Das scheint in einer pluralen, sehr heterogenen Gesellschaft und vor dem Hintergrund des größten Free-TV-Marktes der Welt eine unerfüllbare Mission zu sein...
Es ist ja immer so wohlfeil, auf das Oma-Programm zu schimpfen. Aber auch für die Generation 65plus muss es Fernsehen geben - vielleicht sogar erst recht für die. Viele junge Leute gehen sowieso am Samstagabend aus und schauen nicht fern. Oder sie werden eben von RTL bedient (DSDS u.ä.)
Meine Oma freut sich jedenfalls immer auf den Musikantenstadl und auf Silbereisen. Für sie muss es auch TV-Sendungen geben.
Man könnte auch sagen: die Angst vor der Quote beherrscht die Programm-Macher.
Denn darum geht es doch: Die Privaten machen "Werberahmenprogramm", brauchen die Quote, um Werbung zu verkaufen. Die öffentlich-rechtlichen brauchen die Quote, um die Gebühr und die Exsitenz rechtfertigen zu können.
Wetten, dass...? ist ein Dinosaurier aus dem untergegangenen "Drei-Sender-Zeitalter" (Im ZDF lief Wetten, dass...?, in der ARD ein Western und im Dritten Programm, ein Heimatfilmchen). Da machte Unterhaltung noch Spaß...
Trotzdem sind die bis heute hohen Quoten von Wetten, dass...? eigentlich ein Anachronismus, ein Wunder. Gespeist vielleicht aus der Sehnsucht nach der heilen Familienfernsehwelt der 70er und 80er Jahre, die es heute nicht mehr gibtOhne Gottschalk kann Wetten, dass...? vermutlich nicht funktionieren, aber Gottschalk kann vermutlich auch nur Wetten, dass...?
Ein Unterhaltungsprogramm für alle Deutschen machen und einen Großteil von ihnen vor der Kiste versammeln? Das scheint in einer pluralen, sehr heterogenen Gesellschaft und vor dem Hintergrund des größten Free-TV-Marktes der Welt eine unerfüllbare Mission zu sein...
Es ist ja immer so wohlfeil, auf das Oma-Programm zu schimpfen. Aber auch für die Generation 65plus muss es Fernsehen geben - vielleicht sogar erst recht für die. Viele junge Leute gehen sowieso am Samstagabend aus und schauen nicht fern. Oder sie werden eben von RTL bedient (DSDS u.ä.)
Meine Oma freut sich jedenfalls immer auf den Musikantenstadl und auf Silbereisen. Für sie muss es auch TV-Sendungen geben.
Abschaffen - natürlich! Aber nicht nur Wetten Dass, sondern auch dieses ganze öffentlich-rechtliche Niveauunterbietungsfestival. 80% des Programms bestehen aus der Art Dummfug, den die privaten vor 15 Jahren veranstaltet haben, 10 Prozent sind Fussball und die anderen 10 haben etwas Qualität.
Wenn man da mal ausmistet, könnte eine Art "Edel-Phoenix" übrigbleiben, der die Pflicht zu unabhängiger Information gut erfüllt, der Rest kann ganz weg oder wird als Pay-Per-View veranstaltet und nicht über die GEZ! Es ist doch Blödsinn, dass ich Florian Silbereisen bezahle und die Omma von nebenan für die Fußball-EM blechen muss - was soll das?
Vielleicht sollten sie mit der Omma von Nebenan einmal reden.
Dann soll sie gefälligst den Silbereisen bezahlen und sie zahlen für die Fußball-EM oder WM oder...
Schönen Fernsehabend ;-)
Eine andere Alternative, wenn die ARD unbedingt auf ihrem "Vollprogramm" beharren möchte, wäre es, die öffentlich-rechtlichen intern in zwei Verwaltungseinheiten einzuteilen:
Eine stellt das Dummprogramm her, muss sich dann aber vollständig über Werbeeinblendungen finanzieren.
Die andere Einheit stellt weiterhin hochwertiges Info-, Bildungs- und Kulturprogramm her, zeigt keine Werbung und finanziert sich aus der (stark gesenkten) Gebühr.
Vielleicht sollten sie mit der Omma von Nebenan einmal reden.
Dann soll sie gefälligst den Silbereisen bezahlen und sie zahlen für die Fußball-EM oder WM oder...
Schönen Fernsehabend ;-)
Eine andere Alternative, wenn die ARD unbedingt auf ihrem "Vollprogramm" beharren möchte, wäre es, die öffentlich-rechtlichen intern in zwei Verwaltungseinheiten einzuteilen:
Eine stellt das Dummprogramm her, muss sich dann aber vollständig über Werbeeinblendungen finanzieren.
Die andere Einheit stellt weiterhin hochwertiges Info-, Bildungs- und Kulturprogramm her, zeigt keine Werbung und finanziert sich aus der (stark gesenkten) Gebühr.
Diese Sendung mit ihrem völlig belanglosen Couchgeplapper wird insbesondere überhaupt niemand vermissen. (Aber das trifft bis auf eine Handvoll Sendungen ja auf das ganze ZDF zu.)
es keinen würdigen Nachfolger geben wird! Mir fällt spontan nur Stefan Raab ein, aber der hat genug mit weit aus spektakuläreren Dingen zu tun...
Aber zum Glück braucht niemand den Fernseher einzuschalten. Niemand muss sich "Wetten dass...?" oder sonstwas anschauen, der das nicht will.
"Niemand muss sich "Wetten dass...?" oder sonstwas anschauen, der das nicht will."
Das ist richtig. Aber leider muss man dafür bezahlen, auch wenn man es nicht guckt oder - wie ich - nicht mal einen Fernseher hat.
...jeder zahlt dafür.
aber zahlen müssen bald dank unserer Politprofis bald alle! Wenn man sehen möchte, wie Staatskapitalismus funktioniert, dann ist das öffentlich-rechtliche Fernsehen dazu bestens geeignet. Kein Wettbewerb. Keiner will es sehen, aber alle müssen zahlen.
Anschauen nicht, aber ZAHLEN muss er für den Quatsch, dafür wird die GEZ schon sorgen.
"Niemand muss sich "Wetten dass...?" oder sonstwas anschauen, der das nicht will."
Das ist richtig. Aber leider muss man dafür bezahlen, auch wenn man es nicht guckt oder - wie ich - nicht mal einen Fernseher hat.
...jeder zahlt dafür.
aber zahlen müssen bald dank unserer Politprofis bald alle! Wenn man sehen möchte, wie Staatskapitalismus funktioniert, dann ist das öffentlich-rechtliche Fernsehen dazu bestens geeignet. Kein Wettbewerb. Keiner will es sehen, aber alle müssen zahlen.
Anschauen nicht, aber ZAHLEN muss er für den Quatsch, dafür wird die GEZ schon sorgen.
Vielleicht sollten sie mit der Omma von Nebenan einmal reden.
Dann soll sie gefälligst den Silbereisen bezahlen und sie zahlen für die Fußball-EM oder WM oder...
Schönen Fernsehabend ;-)
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren