Film "Darkest Hour": Kurzschluss in Moskau
Der amerikanisch-russische Alien-Film "The Darkest Hour" versucht mit Spezialeffekten von seiner hanebüchenen Handlung abzulenken. Ohne Erfolg.
© 20th Century Fox

Skyler (Joel Kinnaman), Sean (Emile Hirsch), Ben (Max Minghella), Anne (Rachael Taylor) und Natalie (Olivia Thirlby) in Moskau
Wenn die Handlung eines Films so hanebüchen ist wie im Fall von The Darkest Hour, dann heißt es Obacht. Schließlich könnte es sein, dass es sich um eine trickreiche Satire handelt, die den Zuschauer aufs Glatteis führen will. Paul Verhoevens Starship Troopers war so ein Fall: Der Film gab sich als faschistoides Actionspektakel, war aber eigentlich als Abgesang auf Militarismus und Propaganda gemeint. Leider ist Chris Goraks The Darkest Hour aber keine Parodie, sondern vollkommen ernst gemeint, auch wenn es schwer fällt, das zu glauben.
Denn er verfügt im Grunde über das perfekte Arsenal für einen Alien-Invasions-Film: Vier junge, grotesk naive Amerikaner, nämlich Ben (Max Minghella), Sean (Emile Hirsch), Natalie (Olivia Thirlby) und Anne (Rachel Taylor). Dann Moskau, diese große, imposante Stadt, die endlich auch einmal in Schutt und Asche gelegt werden darf statt immer bloß Manhattan. Außerdem gibt es massenhaft eindrucksvolle Spezialeffekte und eine tatsächlich beunruhigende und sogar halbwegs nachvollziehbar begründete Invasion durch Außerirdische. Allein, all das hilft nichts.
Den jungen Amerikanern ist keine Zeit vergönnt, durch Moskau zu flanieren und sich von Rotem Platz und Stalinbauten beeindrucken zu lassen. Sie schaffen es nicht einmal, die Tanzfläche des Schickimicki-Clubs, in dem sich ihre Wege kreuzen, zu betreten – plötzlich fällt das Licht aus. In ganz Moskau. Dazu regnet es kleinwagengroße Glühwürmer auf die Straßen der Stadt. So hübsch das Spektakel anzusehen ist, so verheerend ist jeder Kontakt mit den Leuchtviechern. Die Eindringlinge lassen jeden, der sich ihnen auch nur nähert, in Sekunden zu Asche zerfallen.
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Die Amerikaner sowie ein ständig plappernder Schwede namens Skyler (Joel Kinnaman) flüchten sich also in den Lagerraum des Clubs und harren dort aus, bis die letzte Konserve geleert ist. Schließlich machen sie sich durch das menschenleere und gespenstische Moskau auf den Weg zur amerikanischen Botschaft, auch wenn vollkommen unklar bleibt, was sie sich davon genau versprechen – immerhin wurde ja ganz Moskau von den glühenden Außerirdischen mehr oder minder zerstört.
Die fünf Überlebenden durchqueren das verwüstete Moskau wie der hilflose Pirat Guybrush Threepwood die Insel im Computerspiel Monkey Island. Und der Zuschauer ahnt: Jeder aufgehobene Stein und jede eingesackte Wodkaflasche wird ihnen später noch das Leben retten. Auch die Dialoge haben die Tiefe eines Adventuregames aus den Achtziger Jahren: Auf jedes "Schaut, was ich gefunden habe", folgt ein "Wir müssen jetzt unbedingt zusammenhalten".
Keinem der Charaktere wurde Ambivalenz oder Menschlichkeit zugemutet: In The Darkest Hour sind amerikanische Männer kindische Großmäuler, amerikanische Frauen hübsch aber schreckhaft; eine junge Russin darf ein bisschen verwegen sein und erschrickt als Einzige niemals, während ein älterer Wissenschaftler natürlich einen struppigen Bart und leicht irre schielt. Die russischen Patrouillen auf der Straße sehen aus, als wären Dschingis Khans Horden aus Versehen in einen Container mit Elektroschrott geraten. Als wäre das nicht ärgerlich genug, stellen sich die Protagonisten des Films bei all ihren Unternehmungen derart verblödet an, dass sich der Zuschauer bald ernsthaft fragt, warum ausgerechnet diese Idioten den Angriff der Außerirdischen überlebt haben.







Das ist doch heutzutage etwa der Hollywood-Standard: Eine Leistungsschau der menschlichen Dummheit. Was soll daran ungewöhnlich sein?
Das, Schrott-Presse, ist schlicht nicht wahr und kaum mehr als Ressentiment. Aus Hollywood kommt ja nicht ausschließlich Quatsch, sondern – siehe "Black Swan", "Blue Valentine" und "Winter's Bone" – auch sehr schlaue, klare, gute Filme. Und selbst, wenn Ihnen der "Standard" nicht zusagt: "The Darkest Hour" ist filmisch weite runter Niveau. Glauben Sie nicht? Schauen ihn sich an. Bei der Pressevorführung gab's Einiges an Gelächter. Der Film hat also durchaus, unbeabsichtigte Qualitäten.
>"The Darkest Hour" ist filmisch weite runter Niveau. Glauben Sie
>nicht? Schauen ihn sich an.
Habe ich gerade und er ist wirklich reichlich unlogisch und albern. Niveaumäßig liegt er damit aber noch weit über Battle:L.A. Wenn Darkest Hour bei Ihnen für Gelächter sorgt dann sehen sie sich mal diesen Film an.
Ich verstehe nicht, warum man einen Sci-Fi-Katastrophenfilm mit Black Swan vergleichen soll. Was Sci-Fi-Katastrophenfilme angeht, ist Darkest Hour ganz auf Hollywood-Niveau, da hat Schrott-Presse völlig recht.
Damit tun Sie Roland Emmerich aber Unrecht. Bei dem macht zwar auch nicht alles Sinn, aber immerhin Spaß. Und wenn's knallt, dann zumindest richtig.
Was Special Effects angeht, kann sicher niemand mit Emmerich und Co. mithalten. Wenn Ihnen das Spaß macht, sei es ihnen gegönnt. Dann wird Ihnen sicher auch Battleships gefallen (mit sicher ebenso hanebüchenen Handlung, denn es ist die Verfilmung des Spiels Schiffeversenken mit Aliens).
Meiner Meinung nach, zwingen die geringeren Budgets für Special Effects ausländische Filmeproduzenten wenigstens ein bißchen innovativ zu sein, z.B. in dem wie in Dark Hour die Aliens fast die ganze Zeit unsichtbar sind. Deswegen finde ich solche Filme interessanter. Bei Hollywood gibt es nur noch sehr selten etwas, was mich überrascht.
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