Alexander Payne "Ich war bei Weitem nicht der Begabteste"

Mit seiner Melokomödie "The Descendants" ist der Regisseur Alexander Payne für einen Oscar nominiert. Hier erzählt er, wie viel Disziplin seine Arbeit erfordert.

ZEIT ONLINE: Herr Payne, regt es Sie als Regisseur auf, wenn Sie einen schlechten Film im Kino sehen?

Alexander Payne: Ich schaue mir keine schlechten Filme im Kino an. (lacht) Okay, das stimmt nicht ganz. Über Con Air habe ich mich ziemlich geärgert, ein wirklich miserabler Film.

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ZEIT ONLINE: Filme haben großen Einfluss auf unsere Kulturlandschaft. Halten Sie sich das während Ihrer Arbeit vor Augen?

Zu Alexander Payne

Alexander Payne ist einer der großen Lieblinge des amerikanischen Independent-Kinos. Mit der anspruchsvollen High-School-Komödie Election überraschte er, mit dem Drama About Schmidt zeigte er Feingefühl und mit Sideways gewann der heute 50-Jährige einen Oscar für das beste Drehbuch. Sieben Jahre später erhält George Clooney einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller in Paynes Film The Descendants, der als ernstzunehmender Anwärter auf einen Oscar in der Kategorie Bester Film gilt.

Zum Film "The Descendants"

Payne erzählt in The Descendents die Geschichte eines viel beschäftigten Familienvaters, der herausfindet, dass seine im Koma liegende Frau ihn seit geraumer Zeit betrogen hat. Ohne viel Melodramatik erzählt der aus Nebraska stammende Regisseur das Leid und die Probleme der Familie heiter und charmant.

Payne: Durchaus. Leider wird dieser Einfluss, den Filme auf unsere Gesellschaft haben, häufig dazu missbraucht, durch belanglose Gewalt dem Zuschauer eine moderne Version des römischen Zirkus zu verkaufen.

ZEIT ONLINE: Sie wollen also dem Publikum nachhaltigen Stoff bieten?

Payne: Jeder kann machen, was er will, aber die Wirkmacht von Filmen ist sehr groß, wie man etwa an Leni Riefenstahls Werken sehen kann. Filme bewegen Menschen. Sie dienen als Spiegel unserer Gesellschaft und bringen uns zum Lachen. Chaplin brauchte dafür noch nicht einmal Worte. Film kann als eine Art universelle Sprache gesehen werden. Ich wünsche mir natürlich, dass das Medium eher dazu benutzt wird, die Schönheit des Lebens zu zeigen, anstatt auf sehr hässliche Art und Weise nur zum Geldverdienen.

ZEIT ONLINE: Wie alt waren Sie, als Sie Ihren ersten Film gedreht haben?

Payne: 35, eigentlich ein relativ normales Alter für einen Regiedebütanten. Kurosawa war 32 oder 33, als er seinen ersten Film gedreht hat. Andere, wie etwa Buñuel, machten ihr Debüt erst mit 48. Fassbinder allerdings drehte 600 Filme, bevor er im Alter von 38 starb.

ZEIT ONLINE: Fassbinder war aber eine Ausnahme.

Leser-Kommentare
  1. Der Mann hieß Fassbinder. Mit "i" Fassbender ist ein Schauspieler und lebt noch.

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    Redaktion

    Liebe/r DarkDiggler,

    danke für den Hinweis, natürlich war Fassbinder gemeint. herzliche grüße, maria exner

    Redaktion

    Liebe/r DarkDiggler,

    danke für den Hinweis, natürlich war Fassbinder gemeint. herzliche grüße, maria exner

  2. Redaktion

    Liebe/r DarkDiggler,

    danke für den Hinweis, natürlich war Fassbinder gemeint. herzliche grüße, maria exner

    Antwort auf "Fassbinder"

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