FilmkomödieFrauen wollen erobert werden, aber nicht so

Die romantische Komödie "Das gibt Ärger" bietet ein gutes Schauspieler-Trio. Doch die Story um zwei Agenten und eine Frau ist altbacken und hanebüchen.

Es gibt Filme, die sind so schlecht, dass man schreiend im Kreis laufen könnte. Und es gibt Filme, die sind nur mittelmäßig schlecht. Das ist viel schlimmer. Sie tun niemandem weh, sie provozieren höchstens Schulterzucken und leere Popcorntüten. Was soll man mit diesen Filmen machen – vor ihnen warnen? Oder sie als Sedativum empfehlen, was ja auch manchmal angezeigt ist?

Dabei sind die Startbedingungen einer romantischen Komödie gar nicht schlecht, wenn die Darsteller Chris Pine, Tom Hardy und Reese Witherspoon heißen. Aber schon der Titel: Das gibt Ärger. Zwei Männer wollen dieselbe Frau, wär ja komisch, wenn das keinen Ärger gäbe.

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Ein Brite und ein Amerikaner, beide CIA-Agenten aus Los Angeles, sind von ihrer Chefin nach einem verpatzten Einsatz zum Innendienst verurteilt worden. Der eine, Tom Hardy als Tuck, meldet sich daraufhin bei einer Dating-Seite an. Der andere, Chris Pine als FDR, trifft das Date seines Freundes zufällig nach deren ersten gemeinsamen Essen in einer Videothek. Er empfiehlt ihr einen Hitchcock-Film, sie nimmt einen anderen. Das ist dann auch eigentlich alles. Beziehungsweise hätte alles gewesen sein können, wären die beiden nicht CIA-Agenten.


Die Annahme des Films ist: Frauen wollen erobert werden. Die komödiantische Übertreibung dieser an sich richtigen Prämisse lautet: Und wie krass können erst CIA-Agenten erobern! Natürlich weiß Lauren (Reese Witherspoon) nicht, dass ihre beiden Verehrer sich kennen, gar Kollegen sind. Sie hält den einen für einen Kreuzfahrtkapitän, den anderen für einen Reisevermittler.

Der selbstverliebte Pseudo-Seemann FDR schleppt Lauren ins kalte Neonlicht der Clubs in Downtown L.A.. Tags drauf mischt er ihren Vortrag über modisch-experimentelle Haushaltsgeräte auf (sie verkauft den Quatsch). FDR verhält sich wie ein unreifer Scheißkerl. Tuck hingegen ist der geschiedene Softie mit Kind, der mit Lauren nachts auf einer Trapezanlage ganze Salti vollführt. Die Begehrte knutscht dann doch mit beiden und kriegt währenddessen tatsächlich Gewissensbisse. Auch das noch. Eine Haushaltsgerätevertreterin mit moralischen Bedenken. Welches Frauenbild herrscht denn in diesem Drehbuch?

Wenigstens den CIA-Kram hätte man weglassen können. In Mission-Impossible-Manier verschaffen sich die beiden Agenten Zugang zum Haus Laurens. Mit schwarzen Handschuhen, engen T-Shirts und Knöpfen im Ohr seilen sie sich dort von Wohnzimmerwänden ab und verwanzen jeweils das Anwesen. Dabei guckt ihnen die halbe CIA in L.A. zu und lacht sich schlapp über den Wettbewerb der beiden. Sollte das die Männer ins Kino locken?

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Wenn man denkt, schlimmer kann es nicht mehr kommen, kommt Til Schweiger. Er spielt den deutschen Schurken Heinrich. Heinrich hat mit den beiden CIA-Jungs noch eine Rechnung offen und natürlich gerät Lauren in die wilde Jagd, während derer sie endgültig ihr Herzblatt wählen muss: Tuck oder FDR? Die überraschende Entscheidung kann hier leider nicht stehen – für den Fall, dass Sie den Film noch sehen möchten.

 
Leserkommentare
  1. für Till Schweiger?? :/

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • W4YN3
    • 01.03.2012 um 14:12 Uhr

    ist in Wahrheit KGB-Agentin und macht alle drei kalt ;)

    • W4YN3
    • 01.03.2012 um 14:12 Uhr

    ist in Wahrheit KGB-Agentin und macht alle drei kalt ;)

    • W4YN3
    • 01.03.2012 um 14:12 Uhr
    2. Sie...

    ist in Wahrheit KGB-Agentin und macht alle drei kalt ;)

    Eine Leserempfehlung
  2. ... lässt sich von der dick aufgetragenen Ironie in diesem Film nicht beirren. Wir reden hier nicht über Schiller, es ist ein Popcorn-Film!!! Und der soll nicht zum Nachdenken zwingen sondern nur Spass machen.

    Der Artikel ist insofern so sinnvoll wie wenn man einen romantischen Abend platzen lässt weil der Feldsalat nicht aus WIRKLICH ökologisch korrektem Anbau stammt.

    • Ewok
    • 07.03.2012 um 10:26 Uhr

    Grundregel der angewandten Filmkritik: Wenn ein Popcornfilm von Kritikern zeredet wird ist es meistens eine gute Idee zu diesem Film ins Kino zu gehen. Außer man hat selbst falsche Vorstellungen von dem was Popcornkino bieten soll: Unterhaltung.

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