Gespräch Jason Reitman "Nicht erwachsen werden zu wollen, ist Luxus"
Der Regisseur Jason Reitman mag unsympathische Helden. In seinem neuen Film "Young adult" will eine Frau nicht erwachsen werden – ein verbreitetes Phänomen, wie er meint.
ZEIT ONLINE: Mr. Reitman, Sie haben einmal gesagt, humorlose Menschen machen Ihnen Angst. Was befürchten Sie von solchen Zeitgenossen?
Jason Reitman: Menschen, die keinen Sinn für Humor haben, ruinieren unser Leben. Das Leben ist eine lustige Angelegenheit. Leute tun schreckliche Dinge, wenn sie nicht darüber lachen können.
ZEIT ONLINE: Sind Sie deshalb Regisseur geworden, um Leute über das Leben lachen zu lassen?
Reitman: Nein, meine Berufswahl erfolgte aus sehr viel eigennützigeren Gründen: Als Filmemacher wollte ich meine eigenen Konfusionen und Ängste erkunden.
ZEIT ONLINE: Ihr Humor segelt immer scharf an der Kante zum Zynismus und lockt das Publikum aus seiner Komfortzone heraus…
Reitman: Wir müssen uns immer ein wenig unwohl fühlen, um etwas zu lernen und an etwas zu wachsen. Wenn ein Film die Zuschauer einfach nur fröhlich stimmen will, wird er sie letztendlich nicht berühren.
- Jason Reitman
Jason Reitman (geb. 1977), Sohn des Hollywood-Regisseurs Ivan Reitman (Ghostbusters), lieferte 2005 mit der Satire über die US-Tabakindustrie Thank You for Smoking sein viel beachtetes Kinodebüt. Es folgte die oscarprämierte Komödie um eine schwangere Teenagerin Juno (2007) und 2009 Up in the Air. In dem Film reiste George Clooney als Mitarbeiter einer Consulting-Firma durch die USA, um für die Auftraggeber die anfallenden Kündigungsgespräche zu führen. Reitmans neuer Film Young Adult ist nach Juno die zweite Zusammenarbeit mit der Autorin Diablo Cody, die in Hollywood als eine der begabtesten Drehbuchschreiberinnen gilt.
- Zum Film "Young Adult"
Durch ihr blendendes Aussehen in Jugendjahren hat Mavis Gary (Charlize Theron) eine Ich-Bezogenheit entwickelt, die die Teenie-Roman-Autorin als Erwachsene in die Einsamkeit treibt. In ihrem Herzen ist sie stets die Prom-Queen geblieben – auch wenn ihr mit 37 Jahren das Fußvolk abhanden gekommen ist. Dann bekommt sie eine E-Mail von ihrer Jugendliebe Buddy Slade (Patrick Wilson) und im Anhang befindet sich ein Foto seines neugeborenen Babys. In Mavis wächst der fatale Entschluss, zurückzukehren nach Mercury, Minnesota, um sich zu holen, was ihr ihrer Meinung nach zusteht.
ZEIT ONLINE: Der Lobbyist der Tabakindustrie in Thank You For Smoking, der professionelle Jobkiller in Up in the Air und nun die ewige Prom-Queen in Young Adult – woher kommt Ihre Vorliebe für diese zunächst einmal unsympathischen Hauptfiguren?
Reitman: Ich glaube nicht an liebenswerte oder nicht liebenswerte Charaktere, sondern an Figuren, die wahrhaftig und ehrlich sind. Manche Leute gehen ins Kino, um auf der Leinwand Figuren zu sehen, die nichts mit dem wahren Leben zu tun haben. Wie etwa in Brautalarm – ein großartiger Film, total komisch, aber ohne echte Menschen.
- Datum 23.02.2012 - 17:28 Uhr
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Das dürfte doch wohl allgemein bekannt sein - oder?
Wir werden 7, danach wachsen wir nur noch.
sexy ewig jung, zum Tränen rührend. Den Schinken muss ich sehen. Oder lieber doch nicht...
Ah so? Und ich dachte, es wäre Dummheit...
- aber "up in the air" war elend langweilig.
Hat überhaupt nicht funktioniert.
NICHT
"Nicht erwachsen werden zu wollen ist Luxus"
SONDERN
"Nicht erwachsen werden zu müssen ist Luxus"
IST RICHTIG: Das Leben in Disneyland, Wohlstandistan, gender-City oder der Galeria Kauf-Mich ist teuer und nicht für jeden. Die einen bleiben schnuckelig und süss und verantwortungsfrei, die anderen schuften sich für sie zu Tode und werden zugleich von ihnen ferngehalten - man kann den einen ja nicht den ekelhaften Schweissgeruch der zerarbeiteten Körper der anderen zumuten. Sie könnten ja seelischen Schaden nehmen davon.
Danke!
Danke!
es ist eine Art Gefängnis, das bedeutet, dass man aus der Jugendlichen-Sandkiste mit all ihren Bespassungen nie raus kommt und eines Tages dann merkt, dass man vieles nicht erleben konnte mit dieser Dauer-Unverbindlichkeit.
Das Problem ist wohl, dass man es in diesem Absurdistan der ewigen Kindlichkeit nicht einmal bemerkt und somit keinen Anlass sieht, auszusteigen.
Jedes Klassentreffen ist ein Ort, solche Menschen zu betrachten...
gut, keine Verantwortung für Sachverhalte zu übernehmen,
die einem mißfallen. Der Preis dafür ist eben das Aussterben.
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