NominierungenPetzold-Film "Barbara" ist Favorit für Deutschen Filmpreis

Die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis stehen fest: Christian Petzolds "Barbara" ist großer Favorit. Aber auch zwei andere Filme wurden mehrfach vorgeschlagen. von dpa und reuters

Der "Barbara"-Regisseur Christian Petzold

Der "Barbara"-Regisseur Christian Petzold

Christian Petzolds DDR-Drama Barbara ist mit acht Nominierungen der Favorit für den Deutschen Filmpreis. Der diesjährige Berlinale-Wettbewerbsbeitrag mit Nina Hoss und Ronald Zehrfeld in den Hauptrollen wurde nicht nur als bester Film nominiert. Zehrfeld hat Chancen auf die Lola als bester Darsteller, Petzold konkurriert in der Kategorie beste Regie. Weitere Nominierungen gab es für Drehbuch, Kamera, Schnitt, Kostümbild und Tongestaltung. Das gaben Kulturstaatsminister Bernd Neumann und die Deutsche Filmakademie bekannt.

Doch der Lola-Wettbewerb könnte dieses Mal ein extrem enges Rennen werden. Mit je sieben Nominierungen machen Roland Emmerichs Shakespeare-Film Anonymus und Andreas Dresens Krebsdrama Halt auf freier Strecke dem Favoriten Barbara ernstzunehmende Konkurrenz. Chancen auf die Goldene Lola für den besten Film haben außerdem die Tragikomödie Dreiviertelmond mit Elmar Wepper (Regie Christian Zübert), das Endzeitdrama Hell (Regie Tim Fehlbaum) und Kriegerin (Regie David Wnendt), ein Film über junge Frauen in der Neonazi-Szene.

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Hollywood-Kameramann Ballhaus erhält Lola für Lebenswerk

Anwärter auf eine Lola als bester Schauspieler und beste Schauspielerin sind neben Zehrfeld auch Milan Peschel und Steffi Kühnert, die in Halt auf freier Strecke ein Ehepaar spielen, das mit der Krebserkrankung des Mannes konfrontiert ist. Zudem ist Sandra Hüller für Über uns das All nominiert. Auch Peter Schneider für Die Summe meiner einzelnen Teile und Alina Levshin für Kriegerin haben Chancen auf eine Auszeichnung.

Als bester Nebendarsteller geht für Halt auf freier Strecke Otto Mellies ins Rennen, zudem wurden Hermann Beyer ( Vergiss dein Ende ) und Bernhard Schütz ( Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen ) vorgeschlagen. Als beste Nebendarstellerin konkurrieren Christina Drechsler und Dagmar Manzel ( Die Unsichtbare ) sowie Fritzi Haberlandt ( Fenster zum Sommer ).

Die Filmpreisgala findet am 27. April im Berliner Friedrichstadt-Palast statt. Die ARD strahlt die Verleihung am selben Abend ab 21.45 Uhr aus. Die wichtigste Auszeichnung für den deutschen Film ist mit Preisgeld in Gesamthöhe von etwa drei Millionen Euro dotiert. Über die Gewinner entscheiden die 1.300 Mitglieder der Deutschen Filmakademie.

Ein Preisträger steht bereits fest: Der deutsche Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus erhält eine Lola für sein Lebenswerk. Der 76-jährige gebürtige Berliner drehte unter anderem Filme wie Die Farbe des Geldes , Goodfellas , Die fabelhaften Baker Boys und Departed – Unter Feinden .

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Leserkommentare
  1. 1. zuecht

    der mit so viel vorschusslorbeeren bedachte film barbara ist meiner meinung nach zurecht der lola-verlierer. er hat ganz entscheidende maengel, die eigentlich jedem ex-ddr- buerger auffallen muessten. wer einen ausreiseantrag gestellt hatte, durfte - so war es jedenfalls in allen faellen aus meinem bekanntenkreis- nicht mehr in seinem beruf arbeiten. friedhofsgaertner war dann angesagt. schon gar nicht haette man eine aerztin an die ostsee versetzt, wo die fluchtgefahr besonders hoch war. und wie kommt ein maedchen aus dem jugendwerkhof torgau gleich zweimal aus der naehe von leipzig an die ostsee - im anstaltskittel. das sind mindestens 450 kilometer. was mich aber besonders gestoert hat, war diese anhaeufung tragischer faelle in diesem provinzkrankenhaus: warum musste da auch noch ein junge mit einem blutgerinnsel im kopf eingeliefert werden? und die frau vom stasi spitzel hat krebs. bissel viel schwarz aufgetragen. es ist eben ein wagnis, wenn wessis einen ossi-film machen wollen. sorry.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Bernd Neumann | Film | Auszeichnung | Elmar Wepper | Fritzi Haberlandt | Nina Hoss
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