Regisseur Petzold"Unsere Identität bestimmt sich über Arbeit"
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Kino, Liebe, Arbeit – diese drei Dinge hängen zusammen

Petzold: Ich finde das auch merkwürdig. Fast alle Paare, die jetzt gerade da unten über die Straße gehen, haben sich in der Arbeitsgruppe oder im Seminar kennengelernt. Aber das findet so nicht im Fernsehen oder im Kino statt. Und zwar weil – gerade im deutschen Film – Arbeit nicht stattfindet. Das Kino beginnt immer dann, wenn die Arbeit zu Ende ist. Ausnahmen finden sich merkwürdigerweise im Science Fiction, im Piratenfilm oder im Western. Dort arbeiten die Menschen, aber es ist Arbeit in einem fiktionalen Raum, der nicht unser alltäglicher, gegenwärtiger ist. Dabei sind die gezeigten Menschen doch erwachsen: sie arbeiten und lieben. Ein Buch von Godard heißt "Liebe, Arbeit, Kino". Diese drei Dinge hängen zusammen und wir müssen diese Verbindung wieder aufnehmen.

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Petzold: Oh, das Kino träumt sich in die Wirklichkeit. Ich nehme mir nicht ein Titelbild vom Spiegel als Grundlage für mein nächstes Drehbuch. Wenn das kommt, ist es für den Film zu spät. Mein nächster Film spielt in Berlin kurz nach Kriegsende, zwischen Mai und November 1945.

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Petzold: Ja. Und ein Mann. Es geht um Auschwitz.

 
Leserkommentare
  1. Ich denke, dass Arbeit in den Industrieländern aus verschiedenen Gründen einen sehr hohen Stellenwert besitzt.
    - Es bestimmt den Gesellschaftlichen Status und somit das Selbstwertgefühl des Einzelnen
    - Je höher die Existenzängste, umso wichtiger die Arbeit
    - Arbeit ist Voraussetzung für die Befriedigung des zunehmenden Bedarfs nach materiellen Konsumgütern
    - Arbeit betäubt

    Die Gefahr liegt wie immer in der Ausübung bisins Extreme.
    Leider hat man in der heutigen Arbeitswelt nur noch die Wahl zwischen Burn-Out oder Hartz-4.
    Viele Menschen fallen zudem in ein tiefes Loch, wenn sie aus dem Erwerbsleben ausscheiden, weil sie es nicht gewohnt sind, nichts zu tun.
    Fleiss ist nicht immer eine Tugend, auch wenn die Gesellschaft einem ständig etwas anderes versucht, einzutrichtern.

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    Sie meinen wahrscheinlich, nichts tun zu können, weil keiner einem befiehlt etwas zu tun. Vielleicht fehlen sehr autoritär und gehorsam erzogenen Menschen einfach die Befehle, und dann schauen Sie nur TV.

    Ein eigenständiger Mensch könnte sehr wohl seine Zeit ausfüllen - sogar ohne Geld Tätigkeiten finden, die ihm Spaß machen.

    in der gleichen Weise von den eigenen Familienmitgliedern und der Gesellschaft anerkannt wie die Arbeit ausser Haus; einen Kochplan machen, kochen, absp"ulen, W"asche waschen, b"ugeln, einen Garten anbauen, die Kinder, die Eltern, etwaige Verwandte, die zur Untermiete wohnen, versorgen wird einfach so erwartet - in der Mittelschicht. Viele Frauen gehen da unter!

    Sie meinen wahrscheinlich, nichts tun zu können, weil keiner einem befiehlt etwas zu tun. Vielleicht fehlen sehr autoritär und gehorsam erzogenen Menschen einfach die Befehle, und dann schauen Sie nur TV.

    Ein eigenständiger Mensch könnte sehr wohl seine Zeit ausfüllen - sogar ohne Geld Tätigkeiten finden, die ihm Spaß machen.

    in der gleichen Weise von den eigenen Familienmitgliedern und der Gesellschaft anerkannt wie die Arbeit ausser Haus; einen Kochplan machen, kochen, absp"ulen, W"asche waschen, b"ugeln, einen Garten anbauen, die Kinder, die Eltern, etwaige Verwandte, die zur Untermiete wohnen, versorgen wird einfach so erwartet - in der Mittelschicht. Viele Frauen gehen da unter!

  2. ...sobald ich ins Erwerbsleben einsteige....;-)

    8 Leserempfehlungen
  3. Ich weiß ja nicht, welches Land er mein, wenn Herr Petzold behauptet, dass unsere Identität durch unsere Arbeit bestimmt wird, aber hier in Deutschland sind wir schon eine Schritt weiter zurück. Mittlerweile führen wir wieder jenen Umstand ein, dass unsere Identität durch unsere Herkunft bestimmt wird. Wer aus einer "bildungsfernen" Gruppe der Gesellschaft kommt, hat es schwer, hier raus zu kommen. Und Pöstchen und Positionen werden seit etlichen Jahren, eigentlich schon immer weitervererbt. Es ist doch kaum noch ein durchkommen von unten nach oben. Das Elitäre unserer Gesellschaft bleibt doch total unter sich. Da heißt es nicht mehr "heute geschlossene Gesellschaft", sondern "weiterhin übrige Gesellschaft ausgeschlossen".

    Eine Leserempfehlung
  4. Schaut euch doch bitte noch einmal das letzte Wort des Interviews an. ;-)

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    Seht euch auch das vierte Wort im allerersten Satz an. Rechtschreibung sollte man doch beherrschen, wenn man Artikel schreibt....

    Redaktion

    ... ist jetzt richtig geschrieben. Dankesehr.

    Seht euch auch das vierte Wort im allerersten Satz an. Rechtschreibung sollte man doch beherrschen, wenn man Artikel schreibt....

    Redaktion

    ... ist jetzt richtig geschrieben. Dankesehr.

  5. Die zweite, spätestens dritte Frage eines Unbekannten, den man irgendwo kennenlernt lautet: "Was machen Sie beruflich?", oder aber, "Was machst du, wenn du nicht hier (Kneipe, Disko...) bist?"

    Wenn man seine Ruhe haben will, braucht man nur zu antworten: "Das Leben ist auch ohne Arbeit schön!"

    3 Leserempfehlungen
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    Naja, Beiersdorf schreibt sich auch anders.

    Naja, Beiersdorf schreibt sich auch anders.

  6. Naja, Beiersdorf schreibt sich auch anders.

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    so kleinlich wollte ich nicht sein. Vermutlich haben Sie mich auch nicht gemeint. :-)

    so kleinlich wollte ich nicht sein. Vermutlich haben Sie mich auch nicht gemeint. :-)

  7. 7. Na ja,

    so kleinlich wollte ich nicht sein. Vermutlich haben Sie mich auch nicht gemeint. :-)

    Antwort auf "Rechtschreibung"
    • DrNI
    • 26.04.2012 um 14:02 Uhr

    Als Schwabe vom Land kennt man sie, die drei Fragen, wie ich hier mal auf Hochdeutsch übersetze: Wie heißt du, wer ist deine Familie, wo arbeitest du? (Wia hoisch du, mô g'hersch du nôh, wa schaffsch du?) Das ist die Definition des Individuums und der Schwabe unterscheidet sich da nicht groß von meinem Eindruck der Gesamtdeutschen.

    Allein, in meinem persönlichen Umfeld funktioniert es nicht. Die meisten haben einen Beruf erlernt, üben ihn auch aus, machen aber noch eine ganze Handvoll andere Dinge. Schade dabei ist nur die xenophobe Verachtung, die einem dafür entgegen schlägt. Wer sich weigert, sich (ausschließlich) über seine Arbeit zu definieren, ist gleich komisch, ein fauler Sack, der zum Spaß lebt. Denn das ist das nächste Problem in Deutschland: Eine wesentliche Eigenschaft von Arbeit ist, dass sie keinen Spaß macht. Was Spaß macht, ist keine Arbeit mehr. Wenn man dann auch noch Geld dafür bekommt, ist man auch noch ein gleich ein Abzocker. Da überwiegen dann Neid und Missgunst.

    Die Leute sollten die freudlose Arbeit nicht meiner Meinung nach nicht so breit akzeptieren sondern versuchen, eine Arbeit zu machen, die ihnen mehr Freude macht. Klar ist das leicht gesagt, aber der Weg ist hier das Ziel. Das wäre für alle gut, wenn wir den Anspruch an unsere Arbeit hätten, dass sie auch mal Freude machen soll.

    6 Leserempfehlungen
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    Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe. Und wenn ihr nicht mit "Liebe, sondern nur mit Widerwillen arbeiten könnt, lasst besser eure Arbeit und setzt euch ans Tor des Tempels und nehmt Almosen von denen, die mit Freude arbeiten. Denn wenn ihr mit Gleichgültigkeit Brot backt, backt ihr ein bitteres Brot, das nicht einmal den halben Hunger des Menschen stillt. Und wenn ihr die Trauben mit Widerwillen keltert, träufelt eure Abneigung ein Gift in den Wein. Und auch wenn ihr wie Engel singt und das Singen nicht liebt, macht ihr die Ohren der Menschen taub für die Stimmen des Tages und die Stimmen der Nacht."

    Khalil Gibran von der Arbeit("Der Prophet")

    http://www.brandeins.de/m...

    Und nicht unverlinkt soll auch das Werk von Mr. Lafargue bleiben - zeitlos:
    http://www.sopos.org/aufs...

    Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe. Und wenn ihr nicht mit "Liebe, sondern nur mit Widerwillen arbeiten könnt, lasst besser eure Arbeit und setzt euch ans Tor des Tempels und nehmt Almosen von denen, die mit Freude arbeiten. Denn wenn ihr mit Gleichgültigkeit Brot backt, backt ihr ein bitteres Brot, das nicht einmal den halben Hunger des Menschen stillt. Und wenn ihr die Trauben mit Widerwillen keltert, träufelt eure Abneigung ein Gift in den Wein. Und auch wenn ihr wie Engel singt und das Singen nicht liebt, macht ihr die Ohren der Menschen taub für die Stimmen des Tages und die Stimmen der Nacht."

    Khalil Gibran von der Arbeit("Der Prophet")

    http://www.brandeins.de/m...

    Und nicht unverlinkt soll auch das Werk von Mr. Lafargue bleiben - zeitlos:
    http://www.sopos.org/aufs...

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