Daniel Radcliffe spielt in seinem neuen Film nicht mehr Harry Potter. Für Leserin Christine Neumann wird er aber immer der Zauberschüler bleiben. Eine Liebeserklärung
Lieber Daniel,
Ende März ist in Deutschland Dein Film Die Frau in Schwarz erschienen. Ich werde ihn mir ansehen, aber ich werde mich weigern, jemals jemand anderen in Dir zu sehen als Harry Potter. Du hörst das wahrscheinlich nicht gerne. Verzeih mir, ich meine es nicht böse.
Ich bin jetzt 21. Seit 13 Jahren ist Harry Potter ein Teil meines Lebens. Ich habe alle Bücher gelesen und alle Filme gesehen. Die Bücher sind natürlich besser, aber die Filme gehören einfach dazu. So wie Voldemort zu Harry gehört.
Als ich letztes Jahr in der Premiere des letzten Harry-Potter-Films saß und der Abspann bereits lief, hatte ich das Gefühl, einen Freund zu begraben. Ich wollte es nicht wahrhaben, dass Du zum letzten Mal Harry gespielt hast. Ich will es immer noch nicht begreifen, dass nichts mehr kommen wird: kein Buch, kein Film. Nichts. Dich immer als Harry zu sehen, ist mein Mittel dagegen.
In einem Bericht der ZEIT beschreibst Du, wie ihr Schauspieler von der Öffentlichkeit abgeschirmt wart: "All die privaten Momente, die zum Aufwachsen gehören: zum ersten Mal ein Mädchen nach seiner Telefonnummer fragen, der erste Kuss oder der erste große Streit mit den Eltern – von all diesen Dingen hat die Welt bei mir nichts gesehen." Doch irgendwie habe ich das Gefühl, Dir zugesehen zu haben; Dir als Harry, natürlich. Ich habe das Gefühl, Dich zu kennen. Das kommt wohl daher, dass ich Dich in den Filmen aufwachsen sah.
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Es wird seltsam sein, Dich jetzt in Die Frau in Schwarz zu sehen – in einem Film, der nicht mit der altbekannten Titelmusik anfängt und weder im Wohnzimmer der Dursleys noch im so geliebten Schloss spielt. Dich ohne Brille und Zauberstab zu sehen wird mir erst einmal absurd vorkommen. Deine Narbe wird mir fehlen. Ron und Hermine werden mir fehlen. Hedwig wird mir fehlen! Dumbledore, Hagrid, die Lehre, dass Freundschaft wichtiger als alles ist, und das Spiel Gut gegen Böse. Die Liste ließe sich beliebig lang fortführen.
Ich wünsche Dir für Deine weitere Karriere alles Gute. Du bleibst für mich der süße zehnjährige Junge, den ich in der fünften Klasse für meine große Liebe hielt, der Zauberschüler, mit dem ich aufgewachsen bin. Harry Potter eben. Das Gefühl, wenn die Kamera auf Hogwarts zufährt, oder der Kampf gegen den Drachen, das Schachspiel mit den großen Steinfiguren, der Kuss mit Cho Chang, der erste Ritt auf Seidenschnabel – das steht alles auf der Liste unserer gemeinsamen Erlebnisse.
Deine Christine






Was soll das?
... Harry Potter hat eine ganze Generation 14 Jahre lang begleitet. 14 Jahre lang! 1998 kam das Buch bei Carlsen raus.
Wer mit ca. 10 Jahren angefangen hat, die Bücher zu lesen, ist einfach damit aufgewachsen. Harry war überall und ständig präsent. Fast jedes Jahr kam entweder ein neues Buch oder ein neuer Film. Monatelang dachte ich, Mrs. Figg wäre ein Muggle, jahrelang, Snape wäre böse. Und Daniel Radcliffe ist nun einmal das Gesicht von Harry Potter. Warum also nicht stellvertretend für eine Generation einer Stimme eine Plattform bieten?
... Harry Potter hat eine ganze Generation 14 Jahre lang begleitet. 14 Jahre lang! 1998 kam das Buch bei Carlsen raus.
Wer mit ca. 10 Jahren angefangen hat, die Bücher zu lesen, ist einfach damit aufgewachsen. Harry war überall und ständig präsent. Fast jedes Jahr kam entweder ein neues Buch oder ein neuer Film. Monatelang dachte ich, Mrs. Figg wäre ein Muggle, jahrelang, Snape wäre böse. Und Daniel Radcliffe ist nun einmal das Gesicht von Harry Potter. Warum also nicht stellvertretend für eine Generation einer Stimme eine Plattform bieten?
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit respektvoll formulierten Beiträgen an der Diskussion. Die Redaktion/sh
für was eigentlich? Für den Schauspieler wohl nicht, denn der kann nicht gemeit sein, wie zu lesen war.
Also für eine fiktive Figur, die der Schauspieler verkörpert?
... klingt das ein wenig seltsam und ich fragte mich nach dem Lesen ernsthaft, was das soll? Gibt es einen Namen für das, was die Autorin da von sich beschreibt? Ist es behandelbar? Oder kann man einer erwachsenen Frau sagen: "Warte noch ein Weilchen, das wächst sich schon noch aus." wie man das bei einem kleinen Kind täte?
Der Text läßt mich hoffen, dass es ein Scherz ist.
Der Film "Die Frau in Schwarz" ist übrigens nicht schlecht. In jedem Fall besser als die vorhersehbaren Potter-Blockbuster.
titelte vor kurzem eine große Frauenrechtlerin. Und wieso soll der Text ein Scherz sein? Also von der Leserbriefschreiberin, meine ich jetzt.
Immerhin hatte sie den Mut, sich zu dem zu bekennen, was Frauenherzen im Innersten bewegt.
Das Private ist politisch.
titelte vor kurzem eine große Frauenrechtlerin. Und wieso soll der Text ein Scherz sein? Also von der Leserbriefschreiberin, meine ich jetzt.
Immerhin hatte sie den Mut, sich zu dem zu bekennen, was Frauenherzen im Innersten bewegt.
Das Private ist politisch.
E. Watson echt besser als D.Radcliffe.
Aber so richtig fehlen tut mir da trotzdem nix.
Liebe Christine,
ich bitte den Realismus meiner Vorredner zu verzeihen. Vielleicht wünscht sich der ein oder andere noch einmal jung zu sein. Noch einmal verliebt. Noch einmal ausblenden, dass dieser Artikel unter dem bürgerlichen Namen weltweit googelbar ist. Nachdem Ihr Freundeskreis nachhaltig Witze auf Ihre Kosten gemacht hat wird dieser Artikel wohlmöglich in zehn Jahren (und später) bei einem Bewerbungsgespräch noch mal eine Renaissance erleben. Wer Harry Potter liebt kann doch kein schlechter Mensch sein.
Hach, was ist Naivität doch erfrischend. In diesem Sinne: Emuvilus!
Liebe Grüße,
snoek
Aber doch nicht in eine fiktive Heldenfigur, die charakterlich noch dazu kaum entwickelt ist.
Verständlich, er ist der Held und von Anfang Buch 1 an ist klar, dass er die gesamte Welt retten wird, was dann auch so eintritt.
Liebe kann und darf man nicht verbieten, aber eine derartige Liebe zu sehen ist eher traurig, da sie natürlich unerfüllbar und noch dazu sehr oberflächlich.
Da wünsche ich jedem Menschen einfach echte Liebe zu einem Menschen, mit einer echten Tiefe.
Obsessionen dieser Art sind nicht selten. Bei Mädchen und letztlich auch Frauen, die fiktionale Charaktere anbeten, nennt man diese "fangirls", was nicht gerade eine positive Bezeichnungt ist, so wie Fan an sich sehr oft sogar abwertende benutzt wird.
http://www.urbandictionar...
http://tvtropes.org/pmwik...
Letzteres ist insgesamt eine recht amüsante Seite über all die Klischees in Büchern, Spielen, Filmen und Verrücktheiten drum herum.
Aber doch nicht in eine fiktive Heldenfigur, die charakterlich noch dazu kaum entwickelt ist.
Verständlich, er ist der Held und von Anfang Buch 1 an ist klar, dass er die gesamte Welt retten wird, was dann auch so eintritt.
Liebe kann und darf man nicht verbieten, aber eine derartige Liebe zu sehen ist eher traurig, da sie natürlich unerfüllbar und noch dazu sehr oberflächlich.
Da wünsche ich jedem Menschen einfach echte Liebe zu einem Menschen, mit einer echten Tiefe.
Obsessionen dieser Art sind nicht selten. Bei Mädchen und letztlich auch Frauen, die fiktionale Charaktere anbeten, nennt man diese "fangirls", was nicht gerade eine positive Bezeichnungt ist, so wie Fan an sich sehr oft sogar abwertende benutzt wird.
http://www.urbandictionar...
http://tvtropes.org/pmwik...
Letzteres ist insgesamt eine recht amüsante Seite über all die Klischees in Büchern, Spielen, Filmen und Verrücktheiten drum herum.
nanana, liebe vorkommentatoren, bitte nicht so engstirnig! es gehört schon was dazu, sich eine vom kinder- übers teeniealter reichende schwärmerei für eine kunstfigur einzugestehen und sie so treffend und noch dazu öffentlich in worte zu fassen.
und völlig unerheblich ist das thema nicht!: viele schauspieler beklagen sich darüber, in ihrer karriere nie über die eine prägnante figur hinausgekommen zu sein, weil niemand sie als etwas anderes sehen will.
der text beleuchtet schlicht die andere seite - aus sicht des zuschauers, der das gar nicht böse meint, sondern mit dem schauspieler zwingend immer die geliebte figur assoziiert, assoziieren muss, weil beide untrennbar miteinander verbunden sind.
oder ist es Ihnen noch nie passiert, dass sie statt von christoph maria herbst von stromberg gesprochen haben...? ;-)
titelte vor kurzem eine große Frauenrechtlerin. Und wieso soll der Text ein Scherz sein? Also von der Leserbriefschreiberin, meine ich jetzt.
Immerhin hatte sie den Mut, sich zu dem zu bekennen, was Frauenherzen im Innersten bewegt.
Das Private ist politisch.
bewegt also ewiglich der süße zehnjährige Junge ...und die Illusion gemeinsamer Erlebnisse mit Leinwandfiguren?
Alles klar und gut zu wissen ;-)
hab ich wohl diesen Teil meiner weiblichen Sozialisation ausgelassen.
Aber vielleicht sollten wir alle privat oder öffentlich ähnliche Texte schreiben, mit denen wir uns von den Helden unserer Kindheit(Teddy, das Sandmännchen, Sesamstraßenbesatzung...) verabschieden, um ihren Darstellern dann im gleichen Atemzug mitzuteilen, dass wir sie nicht aus dieser Rolle entlassen.
Das wäre für Schauspieler dann wohl ein Grund das Trinken zu beginnen... ach, nein, das hat Radcliffe ja schon wieder aufgegeben.
bewegt also ewiglich der süße zehnjährige Junge ...und die Illusion gemeinsamer Erlebnisse mit Leinwandfiguren?
Alles klar und gut zu wissen ;-)
hab ich wohl diesen Teil meiner weiblichen Sozialisation ausgelassen.
Aber vielleicht sollten wir alle privat oder öffentlich ähnliche Texte schreiben, mit denen wir uns von den Helden unserer Kindheit(Teddy, das Sandmännchen, Sesamstraßenbesatzung...) verabschieden, um ihren Darstellern dann im gleichen Atemzug mitzuteilen, dass wir sie nicht aus dieser Rolle entlassen.
Das wäre für Schauspieler dann wohl ein Grund das Trinken zu beginnen... ach, nein, das hat Radcliffe ja schon wieder aufgegeben.
bewegt also ewiglich der süße zehnjährige Junge ...und die Illusion gemeinsamer Erlebnisse mit Leinwandfiguren?
Alles klar und gut zu wissen ;-)
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