Urheberrecht im Film : Tausche Gage gegen Rechte

Bis ein Film vollendet ist, wirken viele Menschen mit – einige von ihnen schöpferisch. Was genau das bedeutet und wer dafür Geld bekommt, soll das Urheberrecht regeln.

Filmarbeit ist Teamarbeit. Viele Menschen tragen mit ihren Talenten und Ideen zum Gelingen des Werkes bei. Nur für einige Beteiligte wie den Regisseur oder den Drehbuchautor gilt – sobald erst die Idee und dann der Film Form annimmt – das Urheberrecht , mit dem ihnen per Gesetz eine angemessene Bezahlung für ihr Werk zugestanden wird. Diese durchzusetzen kann trotzdem schwierig sein.

Das Recht des Urhebers kann in Deutschland nur beanspruchen, wer eine persönlich geistige, schöpferische Leistung erbringt. Aber wo verläuft die Grenze von Kreativität zur Schöpfungskraft? Schon bei der Idee für ein Drehbuch wird diese Frage relevant. Grundsätzlich gilt, dass Einfälle für Filmstoffe keinen rechtlichen Schutz genießen. Der wirkt erst, wenn die Idee konkret ausformuliert ist, also zum Werk wurde. Doch wann eine Ausarbeitung die sogenannte schöpferische Höhe erreicht hat, ist umstritten. Eine offizielle Registrierungsstelle für geschützte Werke gibt es nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann das Skript bei einem Notar hinterlegen oder auf der Seite www.filmidee.de registrieren. Einen hundertprozentigen Schutz vor Plagiaten bietet dies aber auch nicht. Erfindet ein Autor seine Geschichte zum Beispiel in Anlehnung an einen Roman , muss er die Rechte des Romanciers berücksichtigen. Eine freie Benutzung urheberrechtlich geschützter Werke ist dann möglich, wenn das Original lediglich einen Denkanstoß liefert. Dass diese Auslegung im Einzelfall immer wieder zu Streit und gerichtlichen Auseinandersetzungen führt, liegt nahe.

Ohne Zweifel unter urheberrechtlichem Schutz steht der Autor eines ausgearbeiteten Drehbuchs, weil er darin detaillierte Angaben zur filmischen Umsetzung der Geschichte gibt: Regie- und Kameraanweisungen, Konzepte zur Schauspielerführung und Hinweise zu Kostüm- und Szenengestaltung. Dies gilt auch für den Regisseur. Denn er inszeniert sämtliche Szenen, nimmt Einfluss auf die Spielweise der Schauspieler und prägt so schöpferisch das Filmwerk.

Bei anderen Teammitgliedern entscheidet deren wahrnehmbare Arbeit über den urheberrechtlichen Status. Filmarchitekten, Kostümbildner und Szenenbildner gelten als Miturheber, wenn ihre Tätigkeit eine eigene schöpferische Leistung darstellt. Selbst ein handwerklich sehr begabter Kostümbildner mit guten Ideen gilt also nicht als Urheber, solange er lediglich die Ideen der Regie und des Drehbuchs umsetzt. Kameraleute haben dann kein Urheberrecht, wenn sie lediglich dem Konzept des Regisseurs folgen. Doch wenn ihre Bilder die Gestalt des Films prägen, sind sie Miturheber. Ebenso kompliziert ist die Frage bei den Tonmeistern und Cuttern , denen ein Urheberrecht zusteht, wenn die Regieanweisungen eher allgemein sind und die Spezialisten für eine besondere Schnitt- und Klangprägung des Films sorgen.

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Marktwirtschaft

grundsätzlich ist das in allem die Marktwirtschaft,
Angebot und Nachfrage

wenn es so leicht wäre das 1000fache zu verdienen,
warum macht der Müllmann das nicht selber?,
sicher liegt es nicht nur an ihm,
selbst bei Talent, Intelligenz und Ausbildung ist immer
noch der Zufall beteiligt, viele Schauspieler enden nicht
in der eigenen Villa

die Kehrseite ist, dass in reiner Marktwirtschaft niemand
(außer Privatarmee) verhindert, dass der Müllmann dem
Schauspieler die Millionen einfach wegnimmt ;)
mal abgesehen davon dass in so einem Chaos gar nicht erst Filme gedreht werden würden,
deswegen gibt es Gemeinschaft mit Steuern, Polizei und all den anderen Regeln,

wenn dabei auch Begrenzung der Gehälter, allein schon durch
Grenzsteuersatz von 99%, herauskommt, wäre das eine dieser
Regeln, Eingriff in die freie Marktwirtschaft

Urheberrecht ist nicht schwer zu vertsehen

Die passendsten Gesetz bekommen diejenigen, die sich den meisten Lobbyismus leisten können.

Dass es bei By-Out-Verträgen keine detaillierten gesetzlichen Regelungen gibt, liegt einfach daran, dass die gut bezahlten Schauspieler eh schon Geld satt haben, und sich die schlecht bezahlen keine Lobbyisten leisten können.

So simpel ist die Urheberrechtswelt im Grunde. Für die Verbraucher gilt Entsprechendes.

Natürlich könnten wir Gerechtigkeitsaspekte in Gesetze einführen, wie: wenn ein Blockbuster bereits das doppelte seiner Produktionskosten eingebracht hat, muss der Produzent die Mitwirkenden nachbezahlen.

Oder: wenn ein Titel das 10-fache seiner Produktionskosten eingebracht hat, muss er der Almende übergeben werden.

Könnte könnte passieren, wenn nicht die einzigen, die sich jahre- und jahrzehntelangen Lobbyismus leisten können, der am Ende zu Gesetzen führt, die reichsten, organisiertesten und bürokratischsten im System wären: die Verlage und die Produzenten.

Die sind auch die Wiefsten, wenn es gilt, die mittelreichen, mittelbekannten Künstler zu versammeln, die die Hoffnung haben durch die gute Zusammenarbeit noch ein paar Kröten oben drauf zu verdienen und die dem zu politisierenden, kulturell interessierten Publikum ein durchs Internet ausgeblutetes Künstler-Biafra vorspielen sollen.

Gerechtigkeitsaspekte

Gerechtigkeitsklauseln in den Gesetzen fände ich pauschal nicht okay. Wenn ein freier Produzent einen Film macht, dann ist das sein Risiko, und am Ende, wenn es gut läuft, auch sein Gewinn. Falls jedoch ein Film mit staatlichen Mitteln co-finanziert wurde, also z.B. über staatliche Filmfonds, Förderanstalten, oder indirekt mit Abgaben via GEZ via TV-Sender-Beteiligung, dann könnte man darüber nachdenken, dass Beteiligte Recht auf eine Art Gagen-Nachzahlung haben. Aber ist das dann above oder below the line? Below the line heißt meistens null Kohle. Besser wäre jedoch, das über Verwertungsgesellschaften zu regeln, und m.E. läuft das schon hier und da. Selbst Musiker, die bei einer Filmmusik auf Anweisung des Komponisten nur vom Blatt gespielt haben, bekommen über die GVL Geld für die Sendung und Wiederholungen. Das gibt es in den USA häufig auch für Schauspieler ("residuals" genannt, glaube ich). Gibt es das in Deutschland? Also Tantiemen für Schauspieler? Kameramänner könnten Tantiemen über die VG Bild bekommen, Drehbuchautoren über die VG Wort usw. Allerdings werden dann auch die Gagen sinken, wie es schon bei den Komponisten seit langem der Fall ist: da sagen ihnen die Produzenten (v.a. beim Fernsehen), dass man sich mit einem Hungerlohn zufriedengeben sollte, denn es gibt ja noch ordentlich GEMA. (Die der Produzent natürlich miteinstreicht, weil er vorher die Verlagsrechte ergaunert hat. So macht er am Ende mit der Musik in Wahrheit ein Plus. Alles Abzocker.)

"müllmann vs ... Ganz einfach"

Wieso sind die Chancen von den Schauspielern, die Millionengagen erhalten, bezahlt zu werden, geringer?

Der Artikel, neben all seinen Fehlern und Unzulänglichkeiten, weißt doch richtigerweise darauf hin, dass die Urheberrechte etwas ungenau verteilt sind, und die Entlohnung der Mitwirkenden einer gewissen Willkür unterliegen.

Rechtskonstrukte sollten immer auch auf einen Ausgleich abzielen und gerade vermeiden, dass die Mächtigen im System sich auch noch den ganzen übrigen Rest unter den Nagel reißen.

Ach ja, Müllmänner mögen in den Augen jener Leser, die Ihren Beitrag empfehlen, minderwertig sein, Millionäre, wie Ihre Argumentation es nahelegen, werden sie mit ihrer Arbeit jedenfalls nicht.

"Gerechtigkeitsaspekte"

Der Knackpunkt ist, dass gerade jene Teile der Mannschaft, die nicht in der ersten Reihe stehen, keinen Star-Status haben, zuerst beim Vertragsabschluss erpresst werden, weil es keine Gesetze gibt, die das verhindern, dann haben sie in Deutschland keine Gewerkschaft, weil ihnen der politische Instinkt fehlt, und bekommen eventuell auch hinterher nichts von Rechteverwertungsgesellschaften.

Die Freiheiten der Marktwirtschaft, die Freiheiten der Verträge die Freiheit der Produzenten sind heilig. Die Freiheiten des Internets, die Freiheiten der Bürger, die Interessen der Künstler sind hinderlich.

Merken Sie was? Die Lobbyisten haben auch in Ihrem Kopf ihre Agenda eingraviert.

Eine Gesellschaft, die so funktioniert, wie Sie das möchten, die Gesetze einzig an den Interessen der Reichen und Mächtigen ausrichtet, kann meinetwegen zum Teufel gehn.

Lobbyisten-Agenda

Ich bin selber Lobbyist, auf der Seite der Künstler, aber ich bin nicht so radikal, dass ich die Seite der Filmproduzenten nicht auch sehen würde. Im Hinblick auf Tantiemen- bzw. Residuals-Modelle müsste man schon die kreativen Kräfte beim Film von den Weisungsbefugten trennen. Ein Focus-Puller oder ein Ton-Angler am Set oder ein Sound-Editor in der Post macht seinen Job und bekommt dafür seine Gage. Der Kameramann z.B. aber, der im Englischen bezeichnenderweise "director of photography" heißt, ist eine schöpferische Kraft und gestaltet den Film zu großen Teilen mit. Einige andere sind ebenfalls den kreativen Kräften zuzurechnen: Produzent, Autor, Regisseur, Schauspieler, Komponist, Kameramann. Darauf kann sich sicherlich jeder einigen. Bei anderen wird es dann grenzwertig, z.B. beim Art Director, beim Editor oder Sound-Designer (der nicht mit dem Tonmischer zu verwechseln ist), im CGI-Bereich der Character-Animator usw. Bei fantastischen Filmen sind auch Makeup und Special Makeup-FX nicht gerade unwichtig. Es zeigt uns, dass wir Regeln und Richtlinien brauchen, nach denen die Künstler im Team klar sind, und natürlich angepasste Vertragswerke, überall in der Branche durchgesetzt. Aber am Anfang der potenziell langen Warteschlange an den Futtertrögen stehen naturgemäß die Geldgeber & der Produzent. Recoupen muss sein. Gewinne erzielen muss auch sein. Ansonsten werden nämlich viel weniger Filme gemacht, und gerade jene aus der 2. Reihe dürfen dann ALG2 beantragen.

Übersehen wird auch gerne, dass die Produzenten gar nicht so häufig die Buhmänner sind. (Im Fernsehen schon eher, häufiger.) Aber ich habe schon mehrere Produktionen begleitet, und die Produzenten (jedenfalls die auf dem freien Markt) sind eigentlich die Freunde der Künstler, und sie kämpfen auch darum, am Ende wenigstens bei Null rauszukommen. Angenommen es gäbe ein umfangreiches Tantiemen-Modell für die kreativen Kräfte beim Film, dann würde das (wie im Musik-Bereich) über die Verwertung und Vervielfältigung laufen. Wenn also ein Film im Kino oder TV läuft oder eine DVD/BluRay gepresst wird, werden urheberverwertungsrechtliche Abgaben fällig, die an die verschiedenen Verwertungsgesellschaften gehen und von denen dann nach Schlüssel an die künstlerisch am Film Beteiligten verteilt werden. Von einer solchen Abgabe wäre aber der Produzent eh so gut wie nie betroffen, sondern die Verwerter: Kino-Verleiher, DVD-Firmen, TV-Sender usw., denn die senden das Ding, führen es vor, vervielfältigen es. Und dann regelt's der Markt, was nichts anderes bedeutet, als dass die Preise für DVDs, Kino-Tickets, TV-Gebühren usw. steigen. Mal schauen, was die Kunden dazu sagen. Aber Gagen-Nachzahlungen vom Produzenten an die Filmemacher? Wird's niemals geben, und ist auch totaler Unsinn.

Die einfachste Antwort auf diese Kinderfrage:

weil einer dafür bereit ist, zu zahlen.

Wenn keiner für Kunst zahlt, bekommt der Künstler kein Geld. Scheinbar gibt es aber Menschen oder Firmen, die der Meinung sind, die darstellerische Leistung oder manchmal sogar die bloße Anwesenheit reichen aus, diese hoch zu honorieren.

Der Müllmann ist austauschbar gegen andere Menschen, die ebenfalls "von Tonne zu Tonne eilen und dem Müll eine Abfuhr (zu) erteilen".

Der Schauspieler wird wegen seines Gesichts und des damit verbundenen Theaters bezahlt und ist nicht gut zu ersetzen.

Dass man das an diesem Ort erklären muss, finde ich erstaunlich, denn meine Kinder haben diese Phase des Fragens und Entdeckens bereits in der Grundschulzeit hinter sich gebracht...

Die Schauspieler, die nicht in der ersten Reihe stehen,...

... sind ebenso austauschbar wie Ihr Müllman.

Gleiches gilt für Synchronsprecher und noch viel mehr für die Leute, die gar nicht persönlich zu sehen oder zu hören sind.

Ihre Sicht ist einigermaßen nostalgisch und mündet in Publikumsbeschimpfung. Wer sich das leisten kann, muss das Gefühl haben, einigermaßen fest im Sattel zu sitzen.

Kein Mitleid von mir.

"Dass man das an diesem Ort erklären muss, finde ich erstaunlich, denn meine Kinder haben diese Phase des Fragens und Entdeckens bereits in der Grundschulzeit hinter sich gebracht..."

Nur dafür, dass Sie Ihr Weltbild seit der Grundschule nicht mehr erneuert haben und auch noch stolz darauf sind. Ich will für Ihre Kinder hoffen, dass sie in dem Punkt elastischer sind.

Synchronsprecher scheinen Sie maßlos zu unterschätzen...

und auch ansonsten würde ich sagen, ist ihnen nicht klar, dass Besetzung auch in der "zweiten Reihe" wichtig ist. Es zeigt sich manchmal doch sehr schnell, dass manche Menschen bei all ihrer sozialistisch angehauchten Empörung schlicht keine Ahnung haben, womit sie argumentieren.

Meine Sicht soll "nostalgisch" sein? Nein, eher realistisch, was die Besetzung von Rollen und den Eindruck, den die Schauspieler in einem Film hinterlassen, angeht.

Mein Weltbild hat insofern etwas damit zu tun, dass ich sage, man kann nur die Gage oder das Gehalt verlangen, was ein anderer zu zahlen bereit ist. Das kann bei einem Schauspieler mehr sein als bei einem Müllmann. Es gibt aber auch viele Schauspieler, die weniger als Müllmänner verdienen, weil sie niemand bucht, obwohl sie singen, tanzen, fremd sprechen und sonstigen Kram können. Man will sie nicht und zahlt nicht für sie.

Und genauso könnte es einem Müllmann gehen. Allerdings geht es da wohl nicht drum, wie er aussieht oder wirkt, während er die Tonnen zum Wagen bringt. Die Auswahl läuft nach anderen Kriterien und die Zahlung bemißt sich im Falle einer Anstellung bei einem öffentlichen Arbeitgeber nach dem was die Gewerkschaft in diesem Fall Verdi aushandelt. Und bei einem privaten Entsorgungsbetrieb nach Angebot und Nachfrage, wobei die Tarife niedriger sein werden als im ÖD, da Müllmänner leicht zu haben sind bei all den schlecht ausgebildeten Menschen und man dadurch die Löhne absenken kann, bis man niemanden mehr findet oder aber ein Mindestlohn die Grenze nach unten markiert.

Absolute Fehlinformation

Leider ist der Artikel miserabel recherchiert.
'Kameraleute haben in den meisten Fällen kein Urheberrecht.'

Natürlich sind künstlerisch tätige Bildgestalter Urheber.
'Der Kameramann gibt mit seiner Bild- und Lichtgestaltung, zusammen mit Inszenierung, Ausstattung, Drehbuch und ggf. anderen, dem Filmwerk das „erkennbare Gesamtgepräge“ und erwirkt damit ein eigenes (Mit)urheberrecht an seinen Bildern und am Film selbst.' (bvk Bundesverand Kamera)

Das ist seit einigen Jahrzehnten so, auch nachzulesen in der amtlichen Begründung zum neuen UrhG.

weitere Fehlinformation

Aber hallo! Dank an samow22 für die Ehrenrettung der Kameramänner und -frauen. Nicht minder irreführend sind die Angaben zum Drehbuchautoren, denn "Regie- und Kameraanweisungen, Konzepte zur Schauspielerführung und Hinweise zu Kostüm- und Szenengestaltung." haben nichts in einem Drehbuch verloren, weil sich die besagten Berufsgruppen nur ungern ihren Job erklären lassen wollen.

Richtig ist, dass die Branche massiv unter den Buy-Out-Verträgen leidet, weil davon immer weniger von uns damit ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Es gibt keine verbindlichen Mindestlöhne und/oder Arbeitszeiten, und unsere Verbände üben zu wenig Druck aus. Kein Wunder, wenn sich die Mehrheit meiner Kollegen nicht mal die Mitgliederbeiträge leisten kann...

Filmkomponist?

Und wo ist der Filmkomponist? Der ist nämlich auch Urheber. Wie das rechtlich aussieht, hängt vom Auftrag ab. Wenn der Komponist nur komponiert und die Filmproduktion die gesamte Produktion der Filmmusik übernimmt, also Tonstudios bucht, Orchester engagiert usw., dann gehört dem Produzenten das Filmmusik-Master und er bekommt branchenüblich automatisch alle Verwertungsrechte daran, auch die nicht-filmischen. Ist es jedoch ein Produktionsvertrag, wo der Filmproduzent dem Komponisten nur eine Pauschale zahlt und der Komponist davon selbst das Master produzieren muss, gehört dem Gesetz nach das Master eigentlich dem Komponisten, und er muss dann die Verwertungsrechte an den Produzenten lizenzieren (Master Use & Synchronisierung). Bei Werbung fließen dafür ordentlich Lizenzgelder zusätzlich, bei Film & TV ist es ein Alibi-Betrag, der im Honorar schon enthalten ist. Aber übertragen werden sollten nur die filmischen Rechte. Tonträgerrechte müssten beim Komponisten verbleiben, denn die braucht der Produzent nicht, um seinen Film auszuwerten. Und da fängt die Abzocke an: Komponisten werden mit Knebelverträgen versklavt, und obwohl sie selbst die Produzenten der Filmmusik sind, werden sie gedrängt, alle Rechte abzugeben, auch die nicht-filmischen, plus die Verlagsrechte. Friss oder stirb. Wer sich dem Produzenten nicht unterwirft, bekommt den Job erst gar nicht. Und in der TV-Branche existiert sogar eine schwarze Liste für Filmkomponisten. Es muss sich viel ändern.