ZEIT ONLINE: Das erregt ihn?

Seidl: Habe ich vorher auch nicht gewusst: Auch Geld ist ein Stimulans.

ZEIT ONLINE: Wie erklären Sie sich, dass Frauen im Gegensatz dazu eine Art verbale Girlande brauchen? Es gibt diese Szene, in der Teresa von ihrem Beachboy verlangt, er solle ihr zärtlich in die Augen schauen, sie sagt sogar: "ins Herz".

Seidl: Frauen sind romantischer veranlagt. In Kenia spielt ihr Alter und ihr Aussehen keine Rolle – das nimmt man als Frau gerne an. Sie wollen als Person gemeint und kein Objekt sein. Daran zerbricht Theresa am Ende auch, als sie merkt, sie ist nur die weiße Haut.

ZEIT ONLINE: Und das Portemonnaie.

Seidl: Es geht den Schwarzen nicht nur ums Geld. Unter ihnen gilt: Wenn du eine weiße Frau hast, dann ist dein sozialer Status gehoben.

ZEIT ONLINE: Weil das potenziell Geld bringt und die Familie ernähren kann?

Seidl: Nicht nur, sondern auch weil sich der Schwarze dann als Mann den Weißen näher fühlt. Wie mir gesagt wurde, fühlt er sich wie ein Weißer. Aufgewertet.

ZEIT ONLINE: Damit hat er ja den Kolonialismus vollständig verinnerlicht!

Seidl: Völlig, in der Tat.

ZEIT ONLINE: Wie ausgeprägt ist das Phänomen des weiblichen Sextourismus überhaupt?

Seidl: O, sehr ausgeprägt. Es gibt ein dickes Buch für Sextouristinnen über die weltweiten Hot Spots : Darin ist erklärt, wo man was findet, wie viel das kostet, wie man sich benehmen soll, was die lokale Spezialität ist... ein echter Reiseführer eben.

ZEIT ONLINE: Interessant. Gibt es das auch für Männer?

Seidl: Kiloweise! Kistenweise!