Alles war erlaubt und wurde auch veranstaltet, zum Beispiel Schlammpartys. © 25Films/ArdenFilm

Viel, wenn nicht sogar zu viel wurde in den vergangenen Jahren über die Berliner "Bar 25" geschrieben. Wie endlos lange die Feiern und wie exzentrisch die oft verkleideten und nicht nur mit Glitzer eingepuderten Gäste dort seien, das verzückte nicht nur das junge Publikum aus Berlin und Europa , sondern auch die Presse. Die gutbürgerliche Morgenpost aus Berlin notierte ehrerbietend , dass der Klub sogar eine Delegation des Pariser Stadtparlaments an die Spree gelockt habe und dem Spiegel war sie einen hymnischen Nachruf wert .

Auch zwei Jahre nach Schließung strahlt noch der Mythos um die "Bar 25". Gerade als man dachte, die Berliner und die dort ansässigen Journalisten hätten gemerkt, dass ein Klub bloß ein Klub ist und sich immer ein neues Ventil für Feierwütige findet, versucht eine Dokumentation, die Sehnsucht nach der geschlossenen Bar noch einmal aufleben zu lassen.

Wobei: Bar 25 – Tage außerhalb des Zeit gibt selbst gar nicht vor, eine Dokumentation im ernsthaften Sinne zu sein. Von einer "Hommage" und einer "Liebeserklärung" ist vielmehr die Rede – und das zu Recht, denn fast alles an diesem Film zielt darauf ab, den Rummel um den Rummelplatz in möglichst warmem, weichem Licht erscheinen zu lassen. Der Film ist zwar der versprochene Blick hinter die Kulissen, allein: Es ist ein arg verklärter Blick.


Während Tage außerhalb der Zeit die karnevalesken Feiereien und das lustige Völkchen in der dem Klub angeschlossenen Wagenburg so fröhlich und ausgelassen zeigt, wie zu erwarten war, präsentiert sich der Klub dem nüchternen Betrachter als Mischung aus Berlin-Ballermann samt Wodka-Rutsche, Feuerwerk und Konfettiregen einerseits und Hippiedorf mit Schrebergärtchen andererseits. Das Leben hinter der Feierwall ist, wenig überraschend, eben nicht immer nur Party, Party, Party.

In seinen besseren Momenten lässt Tage außerhalb der Zeit so tatsächlich Einblicke hinter die Kulissen zu und zeigt, was die Bar 25 ausmachte, wenn gerade keine Musik spielte, kein Jägermeister ausgeschenkt wurde und keine Schlammschlachten stattfanden: viel körperliche Arbeit, dörfliche Sozialstrukturen und schwierige Diskussionen. Auch ein Hippietechnoferiendorf ist eben vor allem ein Dorf.

In der Exzess-Enklave stritt man sich vor allem um Politik und Geld: Soll der weltweit berühmte Klub nun ein Rückzugsort ohne Gewinnabsicht für die Spinner und Randgestalten Berlins sein? Oder soll man die vielen, zum Teil eigens angereisten Touristen mit den gut gefüllten Geldbeuteln hereinlassen, um die gegenüber der Politik behauptete Offenheit des Ortes zu unterstreichen?