Thomas Gottschalk wird ab Herbst im Privatfernsehen zu sehen sein. Der Sender RTL hat den 62-jährigen Showmaster für die neue Staffel seiner Castingshow Das Supertalent verpflichtet. Der Kölner Privatsender bestätigte entsprechende Berichte des Branchendienstes dwdl.de und der Bild -Zeitung.

Gottschalk wird in der Sendung zusammen mit Dieter Bohlen die Auftritte der Kandidaten bewerten. Er freue sich auf die Zusammenarbeit, sagte Gottschalk . "Zwischen uns sind schon immer die Funken geflogen." Gottschalk hatte sich zuvor öffentlich kritisch über das Prinzip Castingshow geäußert, insbesondere als Bohlens gute Quoten beim Supertalent und der Musikshow Deutschland sucht den Superstar seine Sendung Wetten, dass..? in Bedrängnis brachten.

Aus der Jury von Das Supertalent scheiden Motsi Mabuse und Sylvie van der Vaart aus. Beide sollen nach Angaben von RTL in Zukunft in anderen Projekten des Senders eingesetzt werden. Ob es neben Gottschalk und Bohlen noch ein weiteres Jurymitglied geben wird, ließ der Sender offen. Die neue Staffel läuft ab Herbst. Neben einer neuen Jury solle die Sendung auch dramaturgisch neue Züge bekommen, hieß es. Produziert wird Das Supertalent von der Ufa-Tochter Grundy Light Entertainment, die auch Gottschalks erfolglose ARD-Vorabendsendung Gottschalk Live hergestellt hatte.

Rückkehr ins Privatfernsehen

Gottschalk hat schon einmal für RTL gearbeitet. Von 1992 bis 1995 hatte er dort einen Late Night Talk moderiert. Damals endete die Zusammenarbeit nach Auseinandersetzungen mit dem damaligen Geschäftsführer Helmut Thoma .

Die Vorabendshow Gottschalk Live war von der ARD nach kurzer Zeit wegen schlechter Einschaltquoten abgesetzt worden. Seinen überraschenden Wechsel zu RTL begründete Gottschalk in der RTL-Presseerklärung mit den Worten, er habe "gemerkt, dass das Publikum mich auf der großen Showbühne sehen will – und genau die hat mir RTL angeboten". Das Supertalent sei die derzeit erfolgreichste Showreihe im deutschen Fernsehen, sagte Gottschalk. Trotz einiger Quoteneinbrüche erreichte die Sendung in der vergangenen Saison rund acht Millionen Zuschauer.

Gottschalks Zusammenarbeit mit der ARD ist damit vorerst beendet. Man habe verabredet, mit dem Moderator über gemeinsame Projekte nachzudenken, sagte der ARD-Programmdirektor Volker Herres kurz nach Bekanntwerden von Gottschalks Senderwechsel. "Konkrete Pläne gibt es allerdings nicht. Nun steht für Thomas Gottschalk erst einmal sein Engagement bei RTL im Vordergrund."