Mohammed-Video : Iran boykottiert Oscar-Wettbewerb

Wegen des Mohammed-Videos wird sich kein iranischer Film um den nächsten Oscar bewerben. Die Regierung forderte die islamischen Länder auf, ihrem Beispiel zu folgen.
Begehrter Filmpreis: Statuen des Oscars © Damian Dovarganes/AP Photo

Der Iran nimmt nicht am nächsten Oscar-Wettbewerb teil. Wie die Nachrichtenagentur Isna berichtet, wurde der iranische Beitrag für die Verleihung der begehrten US-Filmpreise, Ein Stück Zucker , zurückgezogen. Grund ist das antiislamische Schmähvideo Die Unschuld der Muslime , das in den USA produziert worden war. 

Laut Isna bezeichnete Kulturminister Mohammed Hosseini das Video als eine "nicht hinnehmbare Beleidigung" des Propheten Mohammed. Er beklagte, dass es keine "offizielle Position" der USA zu dem Video gebe, und forderte alle anderen islamischen Länder auf, ihre Oscar-Beiträge ebenfalls zurückzuziehen. Die Regierung in Washington hatte vor einigen Tagen ihr Bedauern über den Inhalt des Schmähvideos ausgedrückt.

Zuvor hatte bereits Hosseinis Stellvertreter einen Boykott angedroht. "Wenn die Filmakademie in Los Angeles das Video nicht verurteilt, wird der Iran möglicherweise nicht an der Preisverleihung teilnehmen", sagte Javad Schamkadri am Montag.

Von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences gab es bislang keine Reaktion.

Bei der vergangenen Oscar-Verleihung war der Iran sehr erfolgreich. So wurde das iranische Ehedrama Nader und Simin – eine Trennung des Regisseurs Asghar Farhadi mit dem Preis für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.

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Kommentare

15 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Die Filakademie....

... befasst sich, wie der Name schon sagt mit "Filmen" und nicht mit provokantem Müll. Warum sollte man sich also ausdrücklich davon distanzieren?

Soll sich der iranische Kultusminister lieber mal von seinem fundamentalistischen Eisenbahnmufti distanzieren der zur öffentlichen Jagd auf Andersdenkende bläst.

Ich habe ja durchaus Verständnis dafür das man die Schmähungen des Propheten nicht einfach hinnehmen will, aber irgendwann reicht es auch mal.

Der Iran will seinen Beitrag zurückziehen? Schön, soll er doch, wenn ihm das dabei hilft über das Video hinwegzukommen. Letztlich trifft es nun wieder nur unbeteiligte Regisseure die ihre Kunst im Wettbewerb mit anderen gewürdigt sehen möchten.

Traurig, was Ahmadinedschad seinem Land antut!

Erst verbietet er Hühner im TV (kein Witz!), dann soll Google ausgesperrt werden und jetzt soll nicht einmal ein Film sich um den Oskar bewerben dürfen.

Er riegelt sein Land systematisch ab, erstickt daher alles im Keim und feiert sich auch noch selbst.
Mich wundert nicht, dass im Iran die meisten Drogenabhängigen zu Hause sind.