Der Iran nimmt nicht am nächsten Oscar-Wettbewerb teil. Wie die Nachrichtenagentur Isna berichtet, wurde der iranische Beitrag für die Verleihung der begehrten US-Filmpreise, Ein Stück Zucker , zurückgezogen. Grund ist das antiislamische Schmähvideo Die Unschuld der Muslime , das in den USA produziert worden war. 

Laut Isna bezeichnete Kulturminister Mohammed Hosseini das Video als eine "nicht hinnehmbare Beleidigung" des Propheten Mohammed. Er beklagte, dass es keine "offizielle Position" der USA zu dem Video gebe, und forderte alle anderen islamischen Länder auf, ihre Oscar-Beiträge ebenfalls zurückzuziehen. Die Regierung in Washington hatte vor einigen Tagen ihr Bedauern über den Inhalt des Schmähvideos ausgedrückt.

Zuvor hatte bereits Hosseinis Stellvertreter einen Boykott angedroht. "Wenn die Filmakademie in Los Angeles das Video nicht verurteilt, wird der Iran möglicherweise nicht an der Preisverleihung teilnehmen", sagte Javad Schamkadri am Montag.

Von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences gab es bislang keine Reaktion.

Bei der vergangenen Oscar-Verleihung war der Iran sehr erfolgreich. So wurde das iranische Ehedrama Nader und Simin – eine Trennung des Regisseurs Asghar Farhadi mit dem Preis für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.