Steve Jobs-DokumentationAls Steve gegen Microsoft pöbelte

Jahrelang galten weite Teile eines Interviews mit Steve Jobs als verschollen. Nun sind sie aufgetaucht und ergeben eine Lobeshymne des Apple-Mitgründers auf sich selbst.

Die Frage "Wie haben Sie gelernt, ein Unternehmen zu führen?" ist wenig originell. Vor allem, wenn sie Steve Jobs gestellt wird. Dessen Antwort "Ich habe gemerkt, dass niemand im Business die Frage stellt, warum man etwas macht. Niemand denkt wirklich gründlich darüber nach, was und warum er etwas tut" ist dann auch nicht gerade eine für die Geschichtsbücher. Es fallen ziemlich viele solcher Fragen und Antworten voller Business-Floskeln, bevor aus dem Film Steve Jobs – The Lost Interview doch noch eine mitunter amüsante Charakterstudie wird.

Zu sehen ist ein Gespräch zwischen dem Fernsehjournalisten Robert X. Cringely, der eigentlich Mark Stephens hieß, und Jobs. Es fand im Jahr 1995 statt, Jobs war zu diesem Zeitpunkt Chef der kleinen Computerfirma NeXT, nachdem er Apple im Streit verlassen hatte. Teile der Aufzeichnung wurden ein Jahr später in dem Dokumentarfilm Triumph of the Nerds verwendet, der Rest galt jahrelang als verschollen.

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Dann fand der Regisseur Paul Sen die VHS-Kassette mit dem kompletten Interview in seiner Garage wieder. Diese vollständige und darüber hinaus kommentierte Fassung wird von dieser Woche an in einigen Kinos zu sehen sein. Sie zeigt in erster Linie einen Geschäftsmann, und zwar einen extrem von sich selbst überzeugten, der als Tüftler anfing und schon mit Anfang 20 Millionenbeträge umsetzte.

Wer allerdings hofft, den Visionär Steve Jobs zu sehen, der nach seiner Rückkehr zu Apple mit Techniken wie im iPhone und dem iPad mehr als einmal einen kulturellen Wandel einläutete, wird enttäuscht werden. Das Interview dauert 66 Minuten, und phasenweise stellt sich die Frage, was daran "verloren" gewesen sein soll.


Der Film ist eine Lobeshymne von Jobs auf Jobs. Er erzählt viel über die Anfänge von Apple, aber es geht vor allem ums Geschäft, weniger um Technik und noch weniger um die Zukunft.

Immerhin beschreibt Jobs offen und unmissverständlich, wie er mit seinen Mitarbeitern umgeht. Hier wird der Charakter des Perfektionisten sichtbar, der jene verachtet, die seinen Ansprüchen nicht genügen. Diese Ansprüche führen letztlich zu der durchaus glaubwürdigen Aussage von Jobs, Produkte entwickeln zu wollen, die von den Menschen wirklich geliebt werden.

Das Gespräch ist dennoch kein Ausblick, sondern vor allem eine Rückschau. Das Wort Internet fällt erstmals kurz vor Ende des Interviews. Auch hier sind die Aussagen von Jobs wenig visionär: "Das Internet ist so spannend, weil es viele unserer Träume wahr werden lassen kann. Weil es aus Computern mehr macht als Rechenmaschinen, weil sie nämlich Kommunikation ermöglichen. Es verändert unsere Gesellschaft tiefgreifend." Gleich danach geht es darum, "Waren und Dienste übers Netz zu verkaufen" – eine Idee, die 1995 schon viele Menschen hatten.

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Eine der wenige Passagen, die mehr von Jobs preisgeben und dabei unterhaltsam sind, handeln vom großen Rivalen: "Das einzige Problem mit Microsoft ist, dass sie keinen Geschmack haben. Absolut keinen Geschmack... Ich habe ein Problem damit, dass sie drittklassige Produkten anbieten ohne Spirit, und dass viele ihrer Kunden ebenso wenig Geist haben. Microsoft ist McDonald's."

Bis auf die letzten beiden Halbsätze war dieses Zitat aber eben nicht "verloren", sondern wurde schon 1996 in Triumph of the Nerds verwendet.

 
Leserkommentare
  1. Diese Nachricht ist vermutlich genauso informativ, wie der Film. Es dient mehr dem Selbstzweck als der Botschaft.

    Vermutlich wird es aber genug Apple-Fanatiker und Nerds geben die sich den Film ansehen werden.

    6 Leserempfehlungen
  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/mk

    Eine Leserempfehlung
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    Für einen, der Menschen verachtet, wenn Sie seine Idee nicht teilen und seinen Ansprüchen nicht genügen ?
    Warum ?

    Für einen, der Menschen verachtet, wenn Sie seine Idee nicht teilen und seinen Ansprüchen nicht genügen ?
    Warum ?

  3. Für einen, der Menschen verachtet, wenn Sie seine Idee nicht teilen und seinen Ansprüchen nicht genügen ?
    Warum ?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    • Kelsi
    • 04.09.2012 um 13:56 Uhr

    Wenn er äußert dass er in göttlicher Mission war um Apple zu "retten", zeugt das von Größenwahn. Meiner Meinung nach war dieser Mann sehr gefährlich der um alles in der Welt seine Ziele erreichen wollte (z.B. Umgang mit eigenen Mitarbeitern).

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    • timonb
    • 04.09.2012 um 16:31 Uhr

    Ich habe zwei Freunde, die direkt mit Jobs zusammengearbeitet haben: Der eine als Softwareentwickler und der andere war ein Externer, was genau weiss ich leider nicht mehr. Beide haben mir unabhängig voneinander bestätigt, dass es mit die beste Zeit ihres Lebens war, mit Jobs zusammenzuarbeiten. Beide meinten (auf meine Nachfrage hin), dass er gelegentlich wirklich "grob" mit Mitarbeitern umgegangen ist, aber das hatte immer einen entsprechenden Grund. Einer meinte noch, dass sich Jobs nach den meisten Streits wieder gut mit dem Mitarbeiter verstanden hätte.

    • timonb
    • 04.09.2012 um 16:31 Uhr

    Ich habe zwei Freunde, die direkt mit Jobs zusammengearbeitet haben: Der eine als Softwareentwickler und der andere war ein Externer, was genau weiss ich leider nicht mehr. Beide haben mir unabhängig voneinander bestätigt, dass es mit die beste Zeit ihres Lebens war, mit Jobs zusammenzuarbeiten. Beide meinten (auf meine Nachfrage hin), dass er gelegentlich wirklich "grob" mit Mitarbeitern umgegangen ist, aber das hatte immer einen entsprechenden Grund. Einer meinte noch, dass sich Jobs nach den meisten Streits wieder gut mit dem Mitarbeiter verstanden hätte.

  4. Da versucht jemand eine alte VHS-Kassette zu Geld zu machen. Gar nicht erst ignorieren.

    3 Leserempfehlungen
  5. Das sind so die Dinge, die mir zu diesem Beitrag einfallen.

    Die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler machen es leider nicht besser. Und dann noch spirit mit "Spirit" zu übersetzen... Ohweh!

    Wie man sieht, kann man im Internet eben doch allen möglichen Unfug veröffentlichen. Aber auf einer sonst eigentlich seriösen Plattform hat sowas bitte nichts zu suchen.

    2 Leserempfehlungen
  6. "Das einzige Problem mit Microsoft ist, dass sie keinen Geschmack haben. Absolut keinen Geschmack... Ich habe ein Problem damit, dass sie drittklassige Produkten anbieten ohne Spirit, und dass viele ihrer Kunden ebenso wenig Geist haben. Microsoft ist McDonald's."

    Das ist der Kern des Pudels! Es betrifft nicht nur Microsoft. Steve Jobs hat der gesamten Elektronik-Branche über Jahrzehnte wertvolle Lektionen zum Thema Design und Ergonomie erteilt. Viele Unternehmen haben sie bis zum heutigen Tage noch nicht gelernt. Andere waren fleißige Schüler. Steve Jobs hat Microsoft (Gnome, QT, Google etc.) gezeigt worauf es bei der grafischen Oberfläche eines Betriebssystems ankommt. Wie viele Jahrzehnte hat es bis Windows 7 gedauert? Er hat den PC-Herstellern vorgeführt, wie man gute, aufgeräumte und pfiffige Geräte baut. Er hat Sony gezeigt, wie Walkmans im 21. Jahrhundert auszusehen haben. Er hat Nokia, Samsung, LG, RIM etc. beigebracht, was man aus einem langweiligen Mobiltelefon machen kann. Er hat es im Fall von Samsung (Tabletts und Telefone) so gut gemacht, dass es möglicherweise die Existenz von Apple bedrohen könnte.

    Sicherlich werden jetzt die üblichen Apple-Hater behaupten, dass es gar nicht Steve Job war, dass es jemand anders schon vorher erfunden hat. Aber was zählt ist die Praxis, wer den Mut hatte es zu einer Philosophie zu machen und zu produzieren. Ideen in der Schublade, die niemals das Tageslicht erblicken sind wertlos.

    4 Leserempfehlungen
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    • hairy
    • 04.09.2012 um 16:40 Uhr

    gleich trieft mein Bildschirm.

    Na klar hatte Steve all das allein getan, und alle anderen sind dumm. Und der Steve hat immer alles richtig gemacht: siehe
    http://www.sueddeutsche.d...
    Mobile me und Ping noch dazu.

    aber nach der leküre ihres posts, komme ich aus dem lachen nicht mehr raus...

    wie sie schon sagen, es war nicht jobs alleine (oder hat apple keine mitarbeiter?)
    bezüglich mp3-player/walkman: da gabs schönere und vorallem technisch bessere...
    "schöne" bedienoberlächen kann ich bei mac bis heute nicht finden, davon abgesehen, dass das sowieso nur von hobby-usern beachtet wird...
    soviel mal in kürze zu "apple hat alles so doll vorgemacht und alle haben kopiert" (viel spass hierbei: http://9gag.com/gag/5254724)

    Ich finde Sie messen einer einzelnen Person eine zu große Beutung an. Management kann sehr viel steuern, das ist sicherlich richtig. Doch sind all die Geräte von Apple die Werke vieler und nicht einzelner.

    • hairy
    • 04.09.2012 um 16:40 Uhr

    gleich trieft mein Bildschirm.

    Na klar hatte Steve all das allein getan, und alle anderen sind dumm. Und der Steve hat immer alles richtig gemacht: siehe
    http://www.sueddeutsche.d...
    Mobile me und Ping noch dazu.

    aber nach der leküre ihres posts, komme ich aus dem lachen nicht mehr raus...

    wie sie schon sagen, es war nicht jobs alleine (oder hat apple keine mitarbeiter?)
    bezüglich mp3-player/walkman: da gabs schönere und vorallem technisch bessere...
    "schöne" bedienoberlächen kann ich bei mac bis heute nicht finden, davon abgesehen, dass das sowieso nur von hobby-usern beachtet wird...
    soviel mal in kürze zu "apple hat alles so doll vorgemacht und alle haben kopiert" (viel spass hierbei: http://9gag.com/gag/5254724)

    Ich finde Sie messen einer einzelnen Person eine zu große Beutung an. Management kann sehr viel steuern, das ist sicherlich richtig. Doch sind all die Geräte von Apple die Werke vieler und nicht einzelner.

  7. ...geht ins Kino, um sich ein Interview anzuschauen.

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