US-WahlkampfBin-Laden-Film soll Obama stärken

Kurz vor der Präsidentenwahl in den USA wird der erste Spielfilm über die Tötung Osama bin Ladens ausgestrahlt. Der Produzent Harvey Weinstein will damit Obama stützen. von dpa

Der Regisseur und Produzent Harvey Weinstein im September in Venedig

Der Regisseur und Produzent Harvey Weinstein im September in Venedig  |  © Gareth Cattermole/Getty Images

Der erste Spielfilm über die Tötung des Terroristenchefs Osama bin Laden soll zwei Tage vor der US-Präsidentenwahl im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt werden. Der Militäreinsatz spielt eine wichtige Rolle in der Wahlkampagne von Präsident Barack Obama , der sich des Vorwurfs erwehren muss, nicht hart genug gegen den Terrorismus vorzugehen.

Wie das US-Branchenblatt Variety am Freitag berichtete, hat der Kabelsender National Geographic am 4. November den Film Seal Team Six: The Raid on Osama Bin Laden im Programm. Der Regisseur John Stockwell schildert darin den Einsatz des legendären "Team Six" der Navy-Seals, eine Eliteeinheit der US-Marine, die am 2. Mai 2011 in Pakistan bin Laden erschossen hatte.

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Der Hollywood-Produzent Harvey Weinstein hatte sich bereits im Mai die Rechte an dem Film gesichert. Weinstein zählt zu den prominenten Anhängern Obamas , die sich für dessen Wiederwahl starkmachen. Als Oberbefehlshaber des US-Militärs hatte Obama damals den Angriff auf bin Laden gestattet.

Auch die Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow ( The Hurt Locker ) bringt die Jagd auf bin Laden auf die Leinwand. Ihr Action-Thriller Zero Dark Thirty mit Hauptdarsteller Joel Edgerton soll im Dezember in den amerikanischen Kinos anlaufen. Für den Kriegsfilm The Hurt Locker hatte sie 2010 als erste Frau den Regie-Oscar gewonnen.

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Leserkommentare
  1. Entfernt, bitte beteiligen Sie sich mit Argumenten. Danke, die Redaktion/se

  2. ... gehen immer gut.

    Und wenn Hollywood uns den Krieg gegen den Terror erklärt, interessieren auch keine Hintergründe mehr. Der Navy Seal, welcher in seinem Buch erläutert, wie Bin Laden wirklich zu Tode kam, wird wohl kaum als Quelle dienen. Realität ist wenig spannend, Geschichten sind besser.

    Irgendwie muss man den Menschen ja auch über 10 Jahre Anti-Terror-Wahn erklären und ein Prozess gegen Bin Laden hätte wahrscheinlich genauso gestört wie die Erläuterung der Frage, die lange dieser "Kampf" denn noch andauern soll.

    Der Kalte Krieg wurde durch den gegen Terror abgelöst, die Industrie freut's, auch die deutsche.

    Aus meiner Sicht muss Herr Obama auch nichts fürchten, denn wer Foltergefängnisse betreibt und gleichzeitig den Friedensnobelpreis bekommt, der ist schon ein ganz harter Hund.

    Freuen wir uns also auf viel "Patriotism", die Flagge im Abspann und die Gewissheit, dass solche Filme dann tatsächlich Menschen zum Wählen motivieren, was meine ich schlimm genug ist. Pest oder Cholera? Mmh..

  3. ganz oben: Harvey Weinstein ist der Produzent, nicht der Regisseur des Films, oder?

    Danke. Wir haben den Fehler korrigiert. Danke, die Redaktion/se

  4. Schön, dass gleich klargestellt wird, mit welchen Ziel der Propagandastreifen gemacht wird. Das spart mir die Zeit, das anzuschauen.

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    werden die Elemente, die angeblich wegen eines bloeden Filmchens Botschaften in Brand setzten und Diplomaten ermordeten, diesen Film erts recht nicht positiv aufnehmen. Und wenn wiederum Feuer und Mordio ausbrechen, kann die Regierung, die an diesem Film aktiv mitgewirkt hat, nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Im Mittleren Osten, der Wiege von Aug um Auge und Zahn um Zahn", wird dieser unoetige Film ohne Zweifel als Begruendung fuer weitere Untaten herhalten.

  5. werden die Elemente, die angeblich wegen eines bloeden Filmchens Botschaften in Brand setzten und Diplomaten ermordeten, diesen Film erts recht nicht positiv aufnehmen. Und wenn wiederum Feuer und Mordio ausbrechen, kann die Regierung, die an diesem Film aktiv mitgewirkt hat, nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Im Mittleren Osten, der Wiege von Aug um Auge und Zahn um Zahn", wird dieser unoetige Film ohne Zweifel als Begruendung fuer weitere Untaten herhalten.

    • -lupo-
    • 06. Oktober 2012 21:43 Uhr

    Warum einen Hollywoodfilm daraus machen, wenn es Originalaufzeichnungen gibt?

    Im Ernst:
    Die Tötung Bin Ladens liegt etwas mehr als ein Jahr zurück. Zum jetzigen Zeitpunkt einen solchen Film zu drehen und dann noch für Wahlkampfzwecke zu nutzen halte ich für sehr Geschmacklos.

    Brennende amerikanische Flaggen im Nahen Osten sind vorprogrammiert, wenn der böse Bin Laden von amerikanischen Helden in Hollywoodmanier umgelegt wird.

  6. Gibt es einen besseren Beweis dafür, wie kaputt die amerikanische Gesellschaft ist, als diesen Film? Zu feiern, dass ein Mensch umgebracht wurde - er war übrigens nicht einmal angeklagt für 9/11 -, und das politisch so ausschlachten zu können, zeigt, wes Geistes Kind große Teile dieses Landes sind. Jahrzehnte voller Indoktrination in einer als Demokratie getarnten Oligarchie gehen eben doch nicht spurlos an einem vorüber.

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    sondern der Narziss und seine Partei, die in Deutschland scheinbar so beliebt sind, die fuer den Machterhalt Alles tun. Natuerlich ist dies geschmacklos und unnoetigerweise provozierend. Aber die Wahl soll um jeden Preis gewonnen werden. Unterste Schublade!

  7. sondern der Narziss und seine Partei, die in Deutschland scheinbar so beliebt sind, die fuer den Machterhalt Alles tun. Natuerlich ist dies geschmacklos und unnoetigerweise provozierend. Aber die Wahl soll um jeden Preis gewonnen werden. Unterste Schublade!

    Antwort auf "Traurig."

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Barack Obama | Osama bin Laden | Film | Fernsehen | Jagd | Kathryn Bigelow
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