Umweltminister Peter Altmaier macht die Raab-Redaktion für seine Absage bei dem neuen Polit-Talk von TV-Entertainer Stefan Raab verantwortlich. Anlass seines Ärgers ist das Kommunikationsverhalten Raabs im Hinblick auf die Ausladung des Grünen-Fraktionsgeschäftsführers Volker Beck .

Für die Sendung am Sonntag waren neben Beck der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki , der Linkspartei-Abgeordnete Jan van Aken und SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann vorgesehen.

So wie Altmaiers Sprecher erläuterte, entschied die Redaktion von sich aus, Beck nicht mehr dabei haben zu wollen – nachdem der bereits zugesagt hatte. Ausladungen sind bei Talkshows durchaus üblich – etwa dann, wenn sich das Thema der Sendung modifiziert.

Absage an Beck mit Altmaier begründet

Raabs Mitarbeiter hatten aber offensichtlich nicht den Mut, diese Absage Beck gegenüber zu vertreten. Altmaier vermutet, dass die Redaktion am Telefon deshalb gegenüber dem Büroleiter Becks den Eindruck erweckte, Umweltminister Altmaier habe auf die Ausladung gedrängt.

Becks Büroleiter Sebastian Brux hatte gesagt, eine Mitarbeiterin Raabs habe die Absage für Beck damit begründet, Altmaier habe auf Becks Ausladung gedrungen. Altmaier widersprach dem prompt mit dem Hinweis, er sei mit Beck gut befreundet und habe kein Problem damit, sich mit ihm in der Talkshow zu messen. In der Tat haben Altmaier und Beck – auch über Twitter sichtbar – ein herzliches Verhältnis zueinander.

Den Minister als Grund vorzuschieben, nennt Altmaiers Sprecher "unfassbar". Deshalb habe man entschieden, den Auftritt abzusagen. Mit der Besetzung der Runde und der Frage, auf wen Altmaier am Ende getroffen wäre, habe dies nichts zu tun, man habe gegen niemanden der möglichen Talkgäste etwas.

Bei dem neuen Raab-Format Absolute Mehrheit sollte es um die Energiewende gehen. Die Zuschauer sollen im Laufe der Sendung abstimmen, welcher Talkgast sie am meisten überzeugt. Wer in der Finalrunde mehr als 50 Prozent der Anrufe und damit die absolute Mehrheit auf sich vereint, erhält 100.000 Euro.

Ursprünglich hatte Raabs Redaktion Altmaier die SPD-Politikerin Hannelore Kraft – Ministerpräsidentin in NRW – oder Generalsekretärin Andrea Nahles in Aussicht gestellt. Nur durch Nachfrage soll der Minister erfahren haben, dass keine der beiden kommt und statt dessen der Linkspolitiker van Aken auf dem Podium sitzt. Altmaier bat seinem Sprecher zufolge "um maßgeblichen SPD-Ersatz". Die Redaktion lud daraufhin Fraktionsgeschäftsführer Oppermann ein – und dessen Grünen-Amtskollegen Beck aus. Warum genau, sagte Raab bisher nicht.