Das Konzept des Künstlers wird anschaulich in den Gesprächen mit Jury und Mentoren herausgearbeitet. Das Publikum erfährt, dass Dua mit seiner Beschränkung auf das DIN A4-Format erforschen will, wie Normen den Alltag und das Empfinden prägen. Die Dokumentation dieser Kunstgespräche macht die Arbeiten der Künstler greifbarer. Gleichzeitig zeigt sich, welchen Einfluss Galeristen, Kritiker und Sammler auf Künstler haben.

So ganz ohne Drama funktioniert aber auch eine Kunst-Castingshow bei Arte nicht. So verweigert sich die französische Künstlerin Alice Mulliez schon der ersten Gruppenaufgabe, ein Selbstporträt anzufertigen. Sie möchte ihre eigene Person nicht inszenieren. "In meiner Kunst geht es nicht um mich.” Stattdessen baut sie einen "Rezept-Tisch”, auf den sie Essensmodelle aus Schwämmen und anderen gefundenen Materialien stellt. Die Jury ist nicht begeistert, verhält sich aber wesentlich humaner als in den klassischen Castingshows der privaten Sender. Niemand muss gehen, wenn die Arbeit der Jury nicht gefällt.

Drei der Künstler brechen trotzdem freiwillig ab. Die bedeutet nicht, dass das Konzept von Alles für die Kunst gescheitert ist. Es zeigt vielmehr, dass die Kunst die Grenzen eines Casting-Formats sprengen kann. Und das ist auf jeden Fall eine gute Nachricht.

Alles für die Kunst, arte, sonntags, 15:35 Uhr