George LucasDas Imperium wird verkauft

Es gibt kaum einen Mann, der so einen großen Einfluss auf das Filmgeschäft hatte wie George Lucas. Nun stößt er sein "Star Wars"-Universum an Disney ab. Von S. Handke von Sebastian Handke

George Lucas spricht auf einer Konferenz in Washington

George Lucas spricht auf einer Konferenz in Washington  |  © Chip Somodevilla/Getty Images

Er ist ein eher scheuer Zeitgenosse. Bescheiden aber ist er nicht. "Ich habe ein großes Universum geschaffen", sagt George Lucas über sein Star Wars -Imperium. "Ich möchte, dass es weiterlebt." Nun wird Lucasfilm für vier Milliarden Dollar an den Disney-Konzern verkauft .

Es gibt nicht viele, deren Einfluss auf das Filmgeschäft so groß ist wie der von Lucas : die Erfindung des Sommer-Blockbusters, die Vorliebe für Spezialeffekte, die Entdeckung der "Space Opera" fürs Kino, die Wiederentdeckung des großen Orchesters für die Filmmusik, die Etablierung des Merchandising als Haupteinnahmequelle – ohne Star Wars sähe das Geschäftsmodell großer Filmstudios heute anders aus.

Anzeige

Darüber hinaus steckte Lucas, der ursprünglich Rennfahrer werden wollte, einen großen Teil seiner Energie in die Weiterentwicklung nicht nur der Effekt-, sondern auch der Ton- und Projektionstechnik – und stürzte sich anfangs dafür in hohe Schulden. Auch das Animationsstudio Pixar ( Findet Nemo ) ist eine Lucas-Gründung.

Anfangs gehörte er noch zu den jungen Wilden Hollywoods: Francis Ford Coppola wurde auf seine einfallsreichen Studentenfilme aufmerksam und förderte ihn, später wurden sie Freunde. Lucas’ Debüt THX 1138 floppte zwar, doch mit American Graffiti gelang ihm 1973 der Durchbruch. Eine Karriere als Autorenfilmer stand ihm jetzt offen. Doch Lucas hatte andere Pläne: ein rasant-kitschiges Kinospektakel, zusammengemischt aus Science-Fiction- und Fantasy-Elementen. Star Wars wurde so erfolgreich, dass man ihm heute den Ausverkauf und die Infantilisierung des Kinos vorwirft. In den 70ern musste er sich mit seiner Idee noch im Alleingang gegen den Zeitgeist stemmen.

Nach der ersten Trilogie (1977-83) zog sich Lucas in seine Ranch bei San Francisco zurück und verwaltete sein wachsendes Imperium. Erst Ende der 90er ergänzte er die Trilogie durch drei neue Filme . Viele Fans der ersten Stunde waren davon bitter enttäuscht. Auch die regelmäßige Nachbearbeitung der alten Filme durch den Perfektionisten stößt auf hitzige Ablehnung.

Dass er sein Lebenswerk, das Star Wars -Universum, abstoßen würde, war wohl nur eine Frage der Zeit. Lucas wird, wenn unter Disneys Aufsicht nun eine neue Trilogie entsteht, als Berater zur Verfügung stehen. Ansonsten möchte er mit dem Filmgeschäft nicht mehr viel zu tun haben.

Erschienen im Tagesspiegel

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. VII
    VIII
    IX

    Yeah!

  2. ...da ich bei der zweiten Triologie gehofft hatte, dass mir die Timothy Zahn Triology geboten wird (und ich um so stärker von Episode 1-3 enttäuscht wurde), hoffe ich, dass diese jetzt endlich in Angriff genommen wird.

    Andernfalls werde ich halt einfach nicht in's Kino gehen (wie auch schon bei Ep2 und 3).

    Das Disney Lucasfilm kauft, ist nur (Medien-)kartellrechtlich relevant, gehört doch schon Pixar, ESPN, Marvel, Muppets, Ghibli(?) zum Großkonzern.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Rend
    • 01. November 2012 16:41 Uhr

    Naja, so gerne ich auch Großadmiral Thrawn als genialen Widersacher sehen würde, zumal ich die Romane als Kind verschlungen habe und sie teilweise für besser als die 3 originalen Filme halte, das Problem ist einfach: Luke und seine Crew spielen mit. Und beim Imperator, haben sie mal Mark Hamill oder Carrie Fisher heutzutage gesehen? Gut man könnte jetzt sagen, Harrison Ford springt auch wieder als Indiana Jones herum, aber seien wir mal ehrlich, das war eher die Demontage einer Legende anstatt deren Wiederauferstehung.
    Und wie wäre es mit Neubesetzungen? Oh ja ich kann es schon sehen, Shia "NervMichTot" LaBeouf als Luke Skywalker, danke aber nein danke.

    Also, so wie ich das sehe würde es am besten laufen, wenn man eine ganz neue Geschichte aus dem Star Wars Universum erzählt. Dark Forces: Jedi Knight hat das damals Ende der 90er/Anfang der 2000er schon sehr gut hingelegt. Shadows of the Empire war auch klasse, wobei gut da wären wieder die alten Charaktere vorgekommen.

    Aber in diesem Stile, eine gute Geschichte aus dem Star Wars Universum, mit glaubwürdigen neuen Charakteren, von mir aus nicht mal Jedi Ritter, oder mal eine Frau als Protagonist, das wäre etwas. Man hat eine ganze Galaxie zur Verfügung um Geschichten zu erählen, da muss man sich ja nicht immer im Kreis drehen.

    Naja, abwarten und Tee trinken

  3. .... war dann auch das, was als kuenstlerischer Beitrag stehenbleibt; das war doch irgendwie das Ende der Schaffensperiode von Lucas, und seine Metamorphose zum Geschaeftsmann. Mel Brooks hat das Star Wars Konzept in 'Spaceballs' schon vor den unsäglichen Prequels nach Strich und Faden erschöpfend durchanalysiert (ausser in Teil '5', der ja bekanntlich nicht unter Lucas' Regie entstand ist die Dramaturgie unter aller Kanone). Der Artikel oben hat ja recht; der Einfluss von Lucas schlaegt sich im Filmgeschäft nieder; im Film selbst nicht.

    Eine Leserempfehlung
  4. ..., Mach das Joss Whedon die Regie für StarWars 7 übernimmt. Oder noch besser für die angekündigte StarWars Serie.

    Disney hat ihm Avengers anvertraut... da können sie ihm auch StarWars anvertrauen. *Nerdgasm* :-)

    http://www.serienjunkies.... )

  5. die Filme in "alt" zu drehen, so dass sie vielleicht annähernd den alten Flair auf die Leinwand bekommen.
    Gutes Beispiel dafür sind Die Simpsons, schaue mir viel lieber die alten Folgen mit schlechterer Bildqualität an, bringt einfach ein ganz anderes Gefühl rüber.

    • Rend
    • 01. November 2012 16:41 Uhr

    Naja, so gerne ich auch Großadmiral Thrawn als genialen Widersacher sehen würde, zumal ich die Romane als Kind verschlungen habe und sie teilweise für besser als die 3 originalen Filme halte, das Problem ist einfach: Luke und seine Crew spielen mit. Und beim Imperator, haben sie mal Mark Hamill oder Carrie Fisher heutzutage gesehen? Gut man könnte jetzt sagen, Harrison Ford springt auch wieder als Indiana Jones herum, aber seien wir mal ehrlich, das war eher die Demontage einer Legende anstatt deren Wiederauferstehung.
    Und wie wäre es mit Neubesetzungen? Oh ja ich kann es schon sehen, Shia "NervMichTot" LaBeouf als Luke Skywalker, danke aber nein danke.

    Also, so wie ich das sehe würde es am besten laufen, wenn man eine ganz neue Geschichte aus dem Star Wars Universum erzählt. Dark Forces: Jedi Knight hat das damals Ende der 90er/Anfang der 2000er schon sehr gut hingelegt. Shadows of the Empire war auch klasse, wobei gut da wären wieder die alten Charaktere vorgekommen.

    Aber in diesem Stile, eine gute Geschichte aus dem Star Wars Universum, mit glaubwürdigen neuen Charakteren, von mir aus nicht mal Jedi Ritter, oder mal eine Frau als Protagonist, das wäre etwas. Man hat eine ganze Galaxie zur Verfügung um Geschichten zu erählen, da muss man sich ja nicht immer im Kreis drehen.

    Naja, abwarten und Tee trinken

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich möchte Shia LaBeouf auch nicht sehen. Nettes Gesicht nicht mehr, aber kein guter Schauspieler. Evtl als Han Solo? :D
    Dark forces hab ich auch geliebt und Kyle Katarn ist sicher eine interessante Persönlichkeit. Hier wäre James Caviezel ein ausgezeichneter Cast. Als Bösewicht würde ich sehr gerne Daniel Day-Lewis sehen.

  6. Ich möchte Shia LaBeouf auch nicht sehen. Nettes Gesicht nicht mehr, aber kein guter Schauspieler. Evtl als Han Solo? :D
    Dark forces hab ich auch geliebt und Kyle Katarn ist sicher eine interessante Persönlichkeit. Hier wäre James Caviezel ein ausgezeichneter Cast. Als Bösewicht würde ich sehr gerne Daniel Day-Lewis sehen.

    Eine Leserempfehlung
  7. This is how liberty dies - with thunderous applause!

    via ZEIT ONLINE plus App

    2 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Schlagworte George Lucas | Disney | Filmmusik | Filmstudio | Francis Ford Coppola | Hollywood
Service