Kristen Stewart © ANDREW COWIE/AFP/Getty Images

Wer sich immer noch fragt, was halbwüchsige Mädchen in Scharen in die Twilight -Filme treibt, sollte sich ohne Scheuklappen die fünfte und letzte Folge anschauen. Zwar ist die Handlung weitgehend eine Spiegelung von Film 4.1. , in dem die Werwölfe rumheulten, weil Bella ein Vampir-Balg zur Welt brachte. Im Finale nun reist die Beißer-Elite der Volturi aus ihren Palästen in Volterra an die verschneite Pazifikküste, um – aufgrund nicht weiter interessierender vampirischer Prinzipien – das Kind und die aufsässigen Westcoast-Blutsauger in einem Aufwasch zu vernichten. Mit einem als "Bobby Ewings Traum" bekannt gewordenen erzählerischen Kniff wandelt sich der wüste Showdown zum "Happy Ever After".

Das eigentliche Ereignis ist nicht der Schlagabtausch zwischen reaktionären und liberalen Vampiren, sondern Bellas Metamorphose zur Superfrau, hinter der ihre Mitspieler verblassen. Der ohnehin nichtssagende Robert Pattinson zieht sich auf die Rolle des romantischen Lovers und Kümmerers zurück, Wolfi Lautner reißt sich nach gefühlten drei Minuten das Hemd vom Hardbody und spielt Babysitter für Bellas Tochter. Das wars.

Nun, da Bella nicht mehr ständig gerettet werden muss , darf Kristen Stewart beweisen, dass sie mehr kann, als einen Schmollmund ziehen und ihre Haare zu schnicken. Die schmale Person verkörpert die Wandlung vom fragilen Teenie im Hoodie zur heißen Braut mit einer sinnlichen Grandezza, die Stephenie Meyers Prüderie Lügen straft.

Denn es ist ja nicht nur so, dass Bella im Sinne einer Spießerinnen-Fantasie alles kriegt: den tollen Typ, das schnuckelige Haus, die Kleiderkammer voller Designerroben, das Wunderkind, unbegrenzte Mittel von irgendwoher. Der Vampirbiss in Teil 4 hat ihr auch ewige Jugend verliehen. Das Haar wallt wie in einer Werbung für Volumenhaarspray, der pickelfreie Teint ist von gefotoshopter Porzellanhaftigkeit. Der hypnotisierende Blick, cool und feurig zugleich, hervorgerufen durch rote, Pailletten besetzte Kontaktlinsen, erinnert an die von Belladonna geweiteten Pupillen von Renaissance-Schönheiten.