Absolute MehrheitLammert bezeichnet neue Raab-Show als Unfug

Der Bundestagspräsident kritisiert die neue Talkshow "Absolute Mehrheit" von Entertainer Stefan Raab. Lammert stört sich an dem Konzept, Geld für Meinungen auszusetzen. von dpa

Stefan Raab

Stefan Raab  |  © Hermann J. Knippertz/dapd

Stefan Raabs neue Show Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen hat noch nicht mal Premiere gefeiert, da gibt es schon Kritik am Format: Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte dem Westfalen-Blatt : "Das ist absoluter Unfug. Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld."

Raabs Show wird am kommenden Sonntag das erste Mal auf Sendung gehen (22:45 Uhr, Pro Sieben). In der Talkshow sollen fünf Gäste – zwei bis drei Politiker, ein Prominenter und ein normaler Bürger – nacheinander über vier gesellschaftlich wichtige Themen diskutieren. Die Zuschauer können per Hotline während der Sendung darüber abstimmen, welcher Gast ihnen am sympathischsten ist. Schafft es einer der Gäste, mehr als 50 Prozent der Zuschauerstimmen zu erringen, erhält er als Siegprämie 100.000 Euro.

Anzeige

In der ersten Show, in der es um soziale Netzwerke, Steuergerechtigkeit und die Energiewende geht, wird zudem einer der wichtigsten Gäste fehlen: Umweltminister Peter Altmaier hat seine Teilnahme abgesagt. Altmaiers Sprecher sagte, dass die Redaktion von Absolute Mehrheit dem Minister noch vor einigen Wochen Hannelore Kraft oder Andrea Nahles als SPD-Kontrahent zugesichert habe. Erst auf Nachfrage vor wenigen Tagen sei herausgekommen, dass keine der beiden Politikerinnen erscheinen werde. Daher habe Altmaier entschieden, nicht teilzunehmen.

Am Sonntag werden nun als Diskussionsteilnehmer Thomas Oppermann ( SPD ), Wolfgang Kubicki ( FDP ) und Jan van Aken (Linke) sitzen. Ein "politikinteressierter Bürger ohne öffentliches Amt" sollte laut ProSieben der Fünfte in der Runde sein. Wer Altmaier ersetzen wird, war zunächst noch offen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Besser Geld für Meinungen, als Meinungen für Geld!:-)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das läuft doch auf dasselbe hinaus, Wortspielerei funktioniert hier nicht.

    • biggerB
    • 08. November 2012 20:37 Uhr

    Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld."

    NEIN Herr Lammert!!!

    Das ist genau wie in weiten Teilen des politischen Lebens!

    MfG
    biggerB

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Infamia
    • 09. November 2012 7:10 Uhr

    "Das ist genau wie in weiten Teilen des politischen Lebens!"

    Erstens kann man das so pauschal nicht sagen, wie übrigens jede Pauschalkritik, zweitens wäre das kein Grund, es bei Raab genauso zu machen.

    Und drittens geht es Herrn Raab um Quote und Geld. Jeder Anrufer beschert dem Sender, Herrn Raab und der Sendung bares Geld und das Stimmvieh wird auch noch so blöd sein, dieses dämliche Spiel mitzumachen.

    Die Sendung hat sich für mich allein dadurch disqualifiziert, weil man mal wieder (gähn, gähn und nochmal gähn) was gewinnen kann. Nämlich Geld. Ich hatte eigentlich Hoffnung, dass Raab mal neues Leben in politische Talk-Shows einhaucht, denn so langsam wird es ja öde mit diesem ganzen Politgetalke. Aber nein, es geht mal wieder nur ums Geld. Da ich eh keine Privaten mehr sehe, lohnt sich das Einschalten also doch nicht.

  2. Ich habe keine Ahnung ob diese Sendung etwas taugen wird oder ob die Kritik von Lammert gerechtfertigt ist. Eines scheint mir aber bereits gesichert. Schlechter als die entsprechenden Sendungen im öffentlich rechtlichen Rundfunk wird es nicht sein.

  3. Das ist m.W. so gut wie das erste Mal, dass das Privatfernsehen sich überhaupt für Politik interessiert. Die Gewinnsumme ist halt Teil des Konzepts Privatfernsehen.

    Es ist doch eher eine Chance, auch mal andere Teile der Öffentlichkeit für Politik zu interessieren. Niemand behauptet bislang, Raab würde den öff.-rechtl. damit den Rang ablaufen (wobei der Sendeplatz gleichzeitig mit Jauch schon interessant zu werden verspricht).

    Außerdem ist das Format durch die Gewinnsumme vielleicht auch eine Chance, das Niveau der Streitkultur zu heben: Am Ende der Sendung steht immerhin ein Ergebnis. Einfach den eigenen politischen Fachjargon abzuspulen wird da (hoffentlich und zum Glück) nicht reichen.

    Ob sich das Format auf Pro7 halten kann - wer weiß?

  4. Ich weiß nur eins, Herrn Raab geht es nicht um Meinungen, die Menschen, ihre Wünsche und Ängste, sondern um die Quote. Der Sender macht nebenbei immens viel Geld allein durch die Anrufe. Und die Leute werden fleißig anrufen im Glauben, dass ihre Meinung irgendwas zählt, dabei wird aber nur das Geld gezählt. Aber Hauptsache man vermittelt dem Zuschauer das Gefühl mitreden zu können.
    Würde Raab ne kostenlose Hotline bereitstellen, würde ich anders darüber denken, es eher ernst nehmen und es mir sogar anschauen. Aber so...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • hairy
    • 09. November 2012 0:37 Uhr

    und zudem: es sollen diskutiert werden: "soziale Netzwerke, Steuergerechtigkeit und die Energiewende" - alles in einer Sendung, mit 5 Leuten plus Moderator, abzueglich Werbepausen und Vorstellungsrunde etc. Pff.

    • vagabuu
    • 09. November 2012 8:31 Uhr

    "Ich weiß nur eins, Herrn Raab geht es nicht um Meinungen, die Menschen, ihre Wünsche und Ängste, sondern um die Quote."

    Und wie sieht das bei den Öffentlich Rechtlichen aus? Will wurde wegen der Quote versetzt, Jauch wegen der Quote geholt, ...

    Stellt doch bitte einfach ALLE Talkshows ein! Es gibt durchaus sehr interessante Bundestagsdebatten, kann man nicht diese zur Primetime ausstrahlen? Ach, ich vergaß! Gibt keine Quote...

  5. Es handelt sich hier wohl um eine Show und keine Abbildung der Wirklichkeit, wie Lammert womöglich annimmt.

    Oder sieht er das doch realistischer? Werden politische Meinungen nicht, zumindest auch, durch Geld gebildet?

    Spontan fällt mir, nur beispielhaft, die Hoteliersteuervergünstigung ein, die uns Jahr für Jahr rund eine Milliarde Euro kostet. Die Meinung, dass dies sinnvoll war, wurde womöglich durch einmalige Spenden von über 1 Million Euro gebildet.

    Da auf die Truppe einzuwirken, der er präsidiert, wäre wirklich besser, als über harmlose Unterhaltungssendungen herzuziehen.

    Außerdem kommt die Sendung ja nicht vom ZDF, bei dem es bei bestimmten Parteien ja Tradition zu sein scheint, darauf einzuwirken, was Programminhalt sein darf.

  6. wenn man den Unfug mit den Geldpreisen sein lassen würde.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sonst ist es doch allzu sehr vorhersehbar und täglich zu betrachten: Immer die gleichen hohlen Phrasen werden abgespult. Damit aber wird keiner bei Raab gewinnen können.

    ... gibt dem ganzen einen fiesen Beigeschmack in meinen Augen. Der Preis soll ja scheinbar an den vergeben werden, der die "absolute Mehrheit" der Zuschauer bekommt. Na, diese Mehrheit müsste doch eigentlich schon Anreiz genug sein, nicht in die immer gleichen Phrasen zu verfallen, oder

  7. "Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld."

    irgendwie kommt mir das bekannt vor.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Peter Altmaier | Norbert Lammert | FDP | SPD | Stefan Raab | Andrea Nahles
Service