Den Antikommunismus von Joe McCarthy bis Ronald Reagan revidieren
Natürlich ist es verdienstvoll, darauf hinzuweisen, dass die eigentlichen Schlachten des Zweiten Weltkriegs zwischen Deutschland und Russland geschlagen wurden, denn tatsächlich glauben manche Amerikaner, dass die Sowjetunion damals Gegner war und nicht Alliierter. Aber letztlich will die Stalin-Verehrung der beiden Autoren vor allem den Antikommunismus von Joe McCarthy bis Ronald Reagan revidieren.
Dafür erhielt die Serie reichlich gemischte Kritiken. Selbst die New York Times, die Stalins Völkermord in der Ukraine mit den Worten gerechtfertigt hat, um ein Omelett zu machen, müsse man ein paar Eier zerschlagen, fand The Untold History zu stalinfreundlich und warf Stone unnuancierte und selbstgerechte Übertreibung vor. Die Los Angeles Times urteilte, Stone liefere eine alternative Mythologie ab und keine gründliche Analyse. Die Washington Post attestierte Stone und Kuznick eine "von Schuldgefühlen ungetrübte linke Sicht."
Zur Versöhnung präsentiert die Serie ihrem Publikum auch alternative amerikanische Helden wie Henry Wallace. Der gewerkschaftlich engagierte Progressive war von 1941 bis 1945 Franklin D. Roosevelts Vizepräsident. Wallace hatte sich dagegen verwahrt, dass die US-Army Rassenaufstände in Detroit niederschlug. Er glaubte allerdings auch, in Stalins Lagern arbeiteten nur Freiwillige. Anfang 1945 musste Roosevelt seinen Vize auf Druck der Demokratischen Parteibasis gegen Harry Truman austauschen. Wallace aber, so erzählt es die Serie, die voraussichtlich Anfang 2013 in Deutschland anlaufen wird, hätte die Atombombe nicht geworfen.








Klingt interessant. Ich denke, wenn auf die Veröffentlichung direkt mal ein Shitstorm folgt, das Stone wohl irgenteinen Nerv getroffen hat. Ist ja bei allen seinen Werken bisher so gewesen. Stone hat auch nie den Anspruch gehabt eine unabhängige neutrale Sicht zu liefern. Sein Ansprurn war immer, die alternative Sicht zu zeigen und unterschlagenen Fakten mit einfliessen zu lassen.
Schade, mit einer so einseitig tendenziösen Sicht liefert Stone zwar eine Alternative, begeht damit aber auch den gleichen Fehler wie Michael Moore - man begeistert das eigene Lager, das andere nicht, so polarisiert man nur und die Stammseher von Fox News werden sich auch noch in ihrem (in den meisten Fällen grundlosen) Vorurteil bestätigt fühlen, dass Hollywoodlinke wie Stone auf dem Kommunismusauge blind sind.
Eine mainstreamigere History-Serie, die aber gleichzeitig den Finger in ein paar wunde Punkte legt und ein paar Sachen betont, die der Durchschnittsbürger falsch einschätzt, würde sicher mehr bewirken.
LG
Joyce
Der gute Teddy Roosevelt war zu der Zeit schon lange nicht mehr Präsident der USA. Vermutlich meint der Autor Franklin Delano Roosevelt.
Liebe/r baddscho,
wir haben den Namen geändert. Danke für Ihren Hinweis.
Mit besten Grüßen
D. Hugendick
Liebe/r baddscho,
wir haben den Namen geändert. Danke für Ihren Hinweis.
Mit besten Grüßen
D. Hugendick
Von Deutschland abgeschaut die unreflektierte Demontage der Helden? Und wieso haben die "unterschlagenen Geschichten immer recht? USA waren der Auffassung, Deutschland sei kurz vor der Fertigstellung der A Bombe. Und wenn der Krieg nicht beendet worden wäre hätte eine Bombe Ludwigshafen getroffen.
Ob Trueman nun die Bombe mit Sadismus hat abwerfen lassen? Der Kaiser hätte nie kapituliert und der Krieg war zu Ende
Mal abwarten, ob die USA jetz doch nicht mehr so böse sind. Vor allem bei den unverbrüchlichen Freunden Russlands, die auch Stalin mit einbeziehen.
Den übrigens in den ertsen 20 Jahren die USA gar nicht interessiert hat. Sonst wären sie bei Jalta besser mit ihm fertig geworden.
Alles ist eine amerikanische Sicht der Dinge, die man sich sicher nicht auffilmen lassen sollte.
Scheint hier wieder ein "Saulus zum Paulus" geworden zu sein mit fortschreitendem Alter und Reichtum?
Und wenn Kunst zum Programm wird?. Dann kommt meist nichts dabei raus, was sich zu reflektieren lohnt. Persönliche Ansichten und Geschmackssachen sind das Resultat wie z. B. bei Breker und Riefenstahl.
Ich sehe ja ein, dass man bei Stalin die Verbrechen nicht unerwähnt lassen kann. Ich sehe auch ein, dass Stone übertreibt. Was ich nicht einsehe ist, wie man die Österreicher zu den Allierten im 2.Weltkrieg rechnen kann. Ja, es gab Widerständler in Österreich, genau wie auch in Deutschland, aber letzten Endes war Österreich damals eben Teil von NS-Deutschland. Dass die Allierten Österreich offiziell als "das erste Opfer" von NS-Deutschland bezeichnet haben heißt noch lange nicht, dass Österreich bei den Allierten dabei war. Wer das Land jetzt nachträglich zu den Allierten zuzählen will, begeht genau den Fehler um den es im Artikel geht. Geschichtsbeschönigung.
Die im Krieg gefallenen Österreicher rechnet die Serie gar zu den Alliierten.
Also sehen Sie auch das ein.
Die im Krieg gefallenen Österreicher rechnet die Serie gar zu den Alliierten.
Also sehen Sie auch das ein.
Hemit Schmidt hatte mal seine Verhandlungen mit Brechenw und Carter gechildert. Das war ungmein spannend und man erfährt man mehr über die amerikanische und russische Sicht zu allem, denke ich.
Naja, man sollte die Kirche vielleicht im Dorf lassen. Nach Lektüre dieser, aber eben auch der im Artikel verlinkten Kritiken der drei amerikanischen Tageszeitungen, drängt sich mir der Verdacht auf, die Autorin missachtet den US-amerikanischen Blickwinkel.
Diese Serie scheint mir in erster Linie für ein amerikanisches Publikum gedacht, welches vom amerikanischen "exceptionalism" überzeugt ist, und offenbar tatsächlich zu wenig über die Kriegsschauplätze beispielsweise des 2. Weltkrieges weiß, an denen Amerikaner nicht direkt beteiligt waren. Es spielt vor diesem Hintergrund – Amerikaner, die neben Iwo Jima und D-Day wenig sonst wissen – eine eher nachrangige Rolle, ob nun 20, 21 oder 27 Millionen Sowjetbürger ums Leben gekommen sind; Stone will seinen Landsleuten zeigen, daß die Sowjetunion die Hauptlast des Krieges getragen hat:
"“Untold History” makes the point that while fewer than a half-million Americans died in World War II, Mr. Stone says that as many as 27 million Soviets, military and civilian, lost their lives, though he doesn’t factor in how many of those were killed by Stalin’s repression. Different historians put that figure at anywhere from under a million to over five million." (NY Times)
Sie verfahren nach dem banalen muster der p.i.: demnach muss eine aussage allein deshalb, weil sie mit irgendwelchen konventionenellen deutungsmustern kollidiert, schon etwas 'richtiges' enthalten.
wenn die darstellung in dem artikel zutrifft, betreibt die serie eine verharmlosung stalins und der stalinistischen verbrechen. der nerv der damit getroffen wird, ist der zentralnerv des aufgeklärten geschichtsbewusstseins.
ging an #1 (spinndoktor)
Was vielen Menschen nicht bewusst ist, ist dass jedes Land seine eigenen Geschichte schreibt. Wir kennt die Geschichte der Amis, denn die haben unsere Nachkriegsgeschichte geprägt (zumindest die der Westdeutschen). Dass die Russen aber eine andere Version erzählen, wissen die Wenigsten. In vielen Teilen überschneiden sich die beiden Geschichten. In manchen nicht.
Das ist alles, was Stone macht. Er erzählt die Stellen die sich nicht überschneiden. Den Rest kennen wir ja schon.
Da muss man nicht unbedingt eine Verharmlosung Stalins herauslesen (sicher kann ich das erst sagen, wenn ich das Werk gesehen habe).
Man soll diese Geschichte auch nicht als die einzig wahre Wahrheit nehmen, sondern als Ergänzung zum bereits bekannten.
Nimmt man beide Geschichten, hat man eine realistischere Sicht der Dinge könnte ich mir vorstellen.
ging an #1 (spinndoktor)
Was vielen Menschen nicht bewusst ist, ist dass jedes Land seine eigenen Geschichte schreibt. Wir kennt die Geschichte der Amis, denn die haben unsere Nachkriegsgeschichte geprägt (zumindest die der Westdeutschen). Dass die Russen aber eine andere Version erzählen, wissen die Wenigsten. In vielen Teilen überschneiden sich die beiden Geschichten. In manchen nicht.
Das ist alles, was Stone macht. Er erzählt die Stellen die sich nicht überschneiden. Den Rest kennen wir ja schon.
Da muss man nicht unbedingt eine Verharmlosung Stalins herauslesen (sicher kann ich das erst sagen, wenn ich das Werk gesehen habe).
Man soll diese Geschichte auch nicht als die einzig wahre Wahrheit nehmen, sondern als Ergänzung zum bereits bekannten.
Nimmt man beide Geschichten, hat man eine realistischere Sicht der Dinge könnte ich mir vorstellen.
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