Deutscher KurzfilmtagDer kürzeste Tag gehört den kürzesten Filmen
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Viele Klassiker-Kurzfilme wurden erst durchs Internet bekannt

Schaufenster und Leinwand der Filmgalerie Phase IV in Dresden

Schaufenster und Leinwand der Filmgalerie Phase IV in Dresden  |  © Phase IV

Der Kurzfilm ist tatsächlich in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Wurden 1995 rund 800 Kurzfilme produziert, sind es heute bereits 2.500 pro Jahr. Allerdings nur knapp 200 sind dann auch erfolgreich. Das bedeutet, sie laufen auf Festivals, gewinnen Preise oder gar einen Oscar. Eine der Hauptursachen für den Kurzfilmboom liegt sicher in seinem Verbreitungsmedium, dem Internet. Hier kann er seinen Heimvorteil, die Kürze, voll ausspielen. Ob auf Vimeo, als Stream oder eingebettetes Video: Das Netz fördert die Sichtbarkeit des Films. Kurzfilmklassiker wie der 9-minütige Splatterfilm Staplerfahrer Klaus sind durch das Internet überhaupt erst bekannt geworden. Während Langfilme online kaum auf legalem Weg zu konsumieren sind, kann der Kurze problemlos gesichtet, geteilt und gemailt werden.

Sylke Gottlebe stört sich allerdings daran, dass die Filmemacher durch die Gratis-Kultur im Netz nichts verdienen. "Für die Zukunft wünsche ich mir bessere Geschäftsmodelle, die den Kurzfilm als eigenständige Kunstform erkennen und entsprechend respektieren." 

Chance für den Nachwuchs

Derzeit sind Kurzfilme vor allem ein Nachwuchsmedium. "Es wäre sonst unmöglich, in der Szene auf sich aufmerksam zu machen", sagt die Filmstudentin Monika Plura. "Keine Produktionsfirma finanziert den Langfilm eines unbekannten Regisseurs. Über zehn Minuten hingegen lässt sich verhandeln." Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Martina dreht Plura seit ihrer Kindheit Filme. Mord an Vaters Grab hieß der erste, er war sechs Minuten lang und ziemlich wackelig. Inzwischen sind 16 Jahre vergangen, die HD-Kameras haben Einzug gehalten und aus den Kindern sind Regie- und Kamerastudentinnen an der Hamburg Media School (HMS) geworden. 

Die HMS veranstaltet anlässlich des 21. Dezembers eine Kurzfilmnacht. Zu sehen ist dort unter anderem der oscarnominierte Film Raju von Max Zähle . Von den Plura-Schwestern gibt es in Hamburg außerdem den 15-Minüter Ingeborgs 83. Vier Omas machen den Kiez unsicher zu sehen. Monika Plura glaubt an die Zukunft des Kurzfilms. "Er ist das Genre unserer schnelllebigen Zeit“, sagt die Filmerin. "Man kann sie mal eben zwischendurch angucken, in der Mittagspause in eine Traumwelt abtauchen oder sich eine kleine Portion große Gefühle reinziehen."

Die jüngsten Kurzfilme, die ZEIT ONLINE in Kooperation mit den Regensburger Kurzfilmtagen zeigt, können Sie hier ansehen .

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Leserkommentare
  1. ...wird der Kurzfilm auch in Deutschland einem breiterem Publikum präsentiert. Ich würde mich freuen wenn bald auf Youtube mehr durchdachte Kurzfilme auftauchen würden. Und ein Verkaufskonzept um auch mit diesem Genre etwas Geld zu verdienen ist dank Erfindung von DVDs und Onlineshops, sowie Austellungen in Lokalitäten schon heute machbar. Und wenn die ersten Konzepte zu Abstrakt, amateurhaft oder einfach zu schlecht sind um mit ihnen Geld zu verdienen gibt es immer noch die Möglichkeit des Spendenaufrufs.

    Hier mein erster Gehversuch im Genre:
    http://punktdoppelpunkt.d...

    Der zweite Kurzflim kommt Anfang Januar:
    http://punktdoppelpunkt.d...

    Auf ein paar Kurzfilmempfehlungen der Redaktion und Kommentatoren, sowie Rückmeldungen & Bewerbungen als Schauspieler für kommende Projekte würde ich mich ausserdem sehr freuen.

  2. Vor einiger Zeit wurde man wirklich belächelt, wenn man von im Netz entdeckten Kurzfilmen schwärmte oder erzählte, dass man sich privat selbst an welchen versucht. Dieses Nischendasein fängt der Artikel wunderbar ein. Das Ganze muss auf "Außenstehende" immer wie eine Leidenschaft an Matchbox-Autos gewirkt haben, die (zwar zugegebenermaßen schweinecool, aber) klein sind und niemals mit einem richtigen, echten Sportwagen vergleichbar.
    Aber im Kurzfilm steckt wirklich viel mehr. Vielleicht ist es sogar schwieriger, einen 5-minütigen Film zu machen, der Menschen berührt als einen 90-minütigen, der natürlich viel mehr Zeit auf Charakter- und Storyentwicklung verwenden kann.

    Ich hab mit einer Gruppe von Freunden vor drei Jahren auch meine Leidenschaft an Kurzfilmen entdeckt und wir sind, wie so viele andere Kurzfilmemacher, damit auf youtube. Vielleicht findet ja jemand Gefallen daran ;)

    https://www.youtube.com/w...

  3. 3. [...]

    Entfernt, da Werbung. Die Redaktion/mak

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  • Schlagworte Film | Genre | Hollywood | Frankreich | Hamburg | Himalaya
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