Sponsoring: ZDF-Intendant will autofreie Zone bei "Wetten, dass...?"
Nur noch bis Sommer gibt es bei "Wetten, dass...?" einen Sportwagen zu gewinnen, verspricht ZDF-Intendant Bellut. Medienrechtler kritisieren die Anpreisung von Sponsoren.
©Uli Deck/dpa

Wettkönig Bernhard Siegel (im blauen Hemd) freut sich über seinen Gewinn – ein Auto eines Ingolstädter Herstellers – bei "Wetten, dass...?" in Offenburg.
Der ZDF-Intendant Thomas Bellut will einen Schlussstrich unter die Debatte über Schleichwerbung in der Show Wetten, dass...? ziehen. Autos als Gewinne werde es nicht mehr geben, kündigte er in der Bild am Sonntag an. "Das Modell der 90er-Jahre ist beendet", sagte Bellut. Derzeit gebe es nur noch eine Vereinbarung mit Audi, die im Sommer ende.
Am Samstag hatte der Wettkönig der ZDF-Show in Offenburg ein Auto gewonnen, Moderator Markus Lanz nannte die Marke jedoch nicht. Die Debatte über Schleichwerbung war ihm und seiner Assistentin nur einige augenzwinkernde Bemerkungen am Rande wert.
Der Spiegel und das Handelsblatt hatten enthüllt, in welcher Form Wirtschaftsunternehmen ihre Produkte bis Dezember 2011 in der Show platzierten – das heißt, zu Zeiten von Moderator Thomas Gottschalk. Die Deals liefen über Dolce Media, die Firma von Gottschalks Bruder Christoph, an der die ZDF-Tochter Enterprises bis vor fünf Jahren noch beteiligt war.
"Das war eine andere Zeit", sagte Bellut. "In den Neunzigern haben alle gesagt: Nehmt euch ein Beispiel an Privaten, sucht Kooperationen. Das ist lange vorbei. Für die Finanzierung der Show brauchen wir keine Partner. Ein Auto als Preis für den Wettkönig wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben." Der Publikumspreis sei seit Oktober eine Reise zur nächsten Wetten, dass...?-Sendung, bezahlt vom ZDF. Für die Lanz-Challenge gebe es eine Reise von Dertour.
Bellut will von Christoph Gottschalk "genau wissen, ob seine Firma mit ihren Partnern Vereinbarungen getroffen hat, die den Anschein erwecken, dass auf redaktionelle Entscheidungen Einfluss genommen werden sollte. Dazu wäre er nach den Verträgen, die er mit dem ZDF hatte, nicht berechtigt gewesen." Dolce Media sei aufgefordert worden, die Verträge offenzulegen; eine Antwort stehe aus.
Medienrechtler kritisieren ZDF
Führende Medienrechtsexperten haben der Auffassung des ZDF widersprochen, dass bei Gewinnspielen werbende Formulierungen erlaubt seien. Dies sei "rechtlich nicht haltbar", sagte der Münchner Werberechtsexperte Gero Himmelsbach dem Spiegel. Der Sender verstoße damit gegen seine eigene Werberichtlinie: "Jeder über die Information, über den Gewinn und/oder seinen Spender hinausgehende Werbeeffekt ist zu vermeiden."
Das ZDF hatte argumentiert, Gewinne dürften mit lobenden Worten angepriesen werden. Der Leipziger Staats- und Verwaltungsrechtler Christoph Degenhart vertritt hingegen die Auffassung, dass schon die wiederholte Nennung des Namens fragwürdig sei. "Eine lobende Herausstellung des Produkts ist auf keinen Fall zulässig", sagte der Direktor des Leipziger Instituts für Rundfunkrecht dem Spiegel.






Die Schleichwerbung und das Sponsoring bringt den Sendern erhebliche Einnahmen und helfen bei der Finanzierung des Rundfunks, der ansonsten durch die Gebührengelder getragen wird.
Fallen diese Einnahmen weg, kommen morgen die Intendanten und verlangen mehr Geld, weil die Einnahmen fehlen!
Ob nun bei "Wetten dass" eine Schale Haribo auf dem Tisch steht oder beim Marienhof ein Nutellaglas zu sehen ist, hat absolut keinen Einfluss auf die redaktionelle Gestaltung einer Sendung. Bei Unterhaltungssendungen schon zweimal nicht!
Wen stört denn das Audi Gewinnspiel oder die Goldbären auf dem Couchtisch? Wenn das dem ZDF Geld bringt, das er dann weniger von mir haben will, ist das doch okay.
Es redet doch niemand davon, dass die Tagesthemen vom Daimler gesponsert werden und das Logo in einen Mercedesstern umgewandelt wird!
Die ganze Diskussion ist typische Kleinkariertheit und Erbsenzählerei von Prinzipienreitern.
Sponsoring und Schleichwerbung sind im ÖR zu begrüßen, wenn sie klar als solche zu erkennen und auf Unterhaltunssendungen begrenzt ist.
"Wen stört denn das Audi Gewinnspiel oder die Goldbären auf dem Couchtisch? Wenn das dem ZDF Geld bringt, das er dann weniger von mir haben will, ist das doch okay."
... ist, dass das Geld mutmaßlich nicht beim ZDF gelandet sein soll, sondern es mutmaßlich der Firma von Christoph Gottschalk zu Gute gekommen sein soll.
Mutmaßlich, man wird sehen, inwiefern sich der Verdacht erhärtet und wie dies dann rechtlich zu bewerten wäre.
"Wen stört denn das Audi Gewinnspiel oder die Goldbären auf dem Couchtisch? Wenn das dem ZDF Geld bringt, das er dann weniger von mir haben will, ist das doch okay."
... ist, dass das Geld mutmaßlich nicht beim ZDF gelandet sein soll, sondern es mutmaßlich der Firma von Christoph Gottschalk zu Gute gekommen sein soll.
Mutmaßlich, man wird sehen, inwiefern sich der Verdacht erhärtet und wie dies dann rechtlich zu bewerten wäre.
"Ein Auto als Preis für den Wettkönig wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben."
Dann wird es wohl künftig auch keine glücklichen Wettkönige mehr geben.
Werben wir in Zukunft also für
- Fahrräder
- Boote
- Kaufhauskonzerne
- Billiganbieter
- Medienkonzerne
- Weichzuckertiere
- Motorräder
- Zeitschriften
- Flugzeughersteller
- Kartoffelveredler
- oder irgenwas (bloß nicht für Autos)
Unds geht es gut.
Autos werden ja auch in Filmen immer weniger gezeigt. ÖVPN gehört sich.
Aber:
Nicht fliegen
Kein Fleisch essen
Klimakatastrophe
politische Correctness
Naturschutz
Aus dieser Werbung gibts doch auch tolle Preise. Ferien auf dem Biobauernhof. Dann darf man auch Namen nennen. Bestimmt.
Autos werden ja auch in Filmen immer weniger gezeigt. ÖVPN gehört sich.
Aber:
Nicht fliegen
Kein Fleisch essen
Klimakatastrophe
politische Correctness
Naturschutz
Aus dieser Werbung gibts doch auch tolle Preise. Ferien auf dem Biobauernhof. Dann darf man auch Namen nennen. Bestimmt.
" Nehmt euch ein Beispiel an Privaten "
Dann finanziert Euch auch wie die Privaten, und laßt die GEZ-Steuer.
Dass es öffentliches Fernshen gibt heisst nicht, dass nur bestimmte Gesinnungsgenossen die Inhalte bestimmen und zur pädogischen Anstalt machen dürfen.
Dass es öffentliches Fernshen gibt heisst nicht, dass nur bestimmte Gesinnungsgenossen die Inhalte bestimmen und zur pädogischen Anstalt machen dürfen.
Dann eben was anderes.
Dann wird es eben Multimediapakete von Apple geben. ;)
Ipod, Ipad, Iphone und was es noch so alles gibt.
... von Dertour..
:-)
Autos werden ja auch in Filmen immer weniger gezeigt. ÖVPN gehört sich.
Aber:
Nicht fliegen
Kein Fleisch essen
Klimakatastrophe
politische Correctness
Naturschutz
Aus dieser Werbung gibts doch auch tolle Preise. Ferien auf dem Biobauernhof. Dann darf man auch Namen nennen. Bestimmt.
Dass es öffentliches Fernshen gibt heisst nicht, dass nur bestimmte Gesinnungsgenossen die Inhalte bestimmen und zur pädogischen Anstalt machen dürfen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren