Nun ist Quentin Tarantino weder der Große Diktator noch ein Allmächtiger, der sich stets an anderweitiger Machtlosigkeit berauschen müsste. Aber die stereotyp anmutende Struktur seines Szenenaufbaus sorgt, bei aller Faszination, immer wieder für Distanzierungsschübe. Am besten ist daher vielleicht dran, wer Django Unchained ungeachtet aller Debatten um Gewalt und Geschichte als pures Genrestück genießt, das sich via Humor immer wieder selber von seinem finsteren Setting zu distanzieren weiß. Allerdings braucht es dafür ein gegen Sinnfragen eher robust gepanzertes Gemüt.

Drei hübsche Einladungen an den Zuschauer, sich daran zu versuchen, spricht Tarantino selbst aus, wobei er sie elegant auf Ouvertüre, Mittelteil und Finale verteilt. Wie macht Schultz’ Pferd bei der Erwähnung seines Namens Fritz? Woran erinnert kostümtechnisch der Trupp tumber weißer Südstaatler, die Schultz und Django nächtens eine Lektion erteilen wollen? Und welche Rolle hat sich Tarantino selber vor der Kamera vorbehalten? Immerhin die Antworten darauf machen garantiert Spaß.

Erschienen im Tagesspiegel