FilmpreisGolden Globes gehen an Christoph Waltz und "Liebe"

Der Favorit "Lincoln" ging gemessen an den Nominierungen mit einem Preis fast leer aus. Die Europäer Waltz und Haneke erhielten in L.A. ebenfalls je einen Golden Globe.

Christoph Waltz nimmt den Golden Globe in der Kategorie Beste Nebenrolle entgegen.

Christoph Waltz nimmt den Golden Globe in der Kategorie Beste Nebenrolle entgegen.  |  © Paul Drinkwater/NBCUniversal via Getty Images

Bei der Verleihung der Golden Globes hat das deutschsprachige Kino gut abgeschnitten: Christoph Waltz wurde in Los Angeles für seine Rolle in Django Unchained als bester Nebendarsteller ausgezeichnet, der Film Liebe des österreichischen Regisseurs Michael Haneke als bester fremdsprachiger Film.

Die Golden Globes werden vom Verband der Auslandspresse in Hollywood (HFPA) vergeben. Sie gelten als wichtiges Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihung, die am 24. Februar stattfindet. Sie wurden zum 70. Mal verliehen.

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Als bestes Filmdrama wurde in Los Angeles der Spionagestreifen Argo von Ben Affleck ausgezeichnet, der die spektakuläre Flucht von US-Geiseln aus dem Iran erzählt. Affleck erhielt auch den Preis als bester Regisseur. Als bester Schauspieler wurde Daniel Day-Lewis für Lincoln geehrt.

Beste Schauspielerin in einem Drama wurde Jessica Chastain für ihre Rolle in Zero Dark Thirty, die Verfilmung der Jagd auf Al-Kaida-Chef Osama bin Laden. Die britische Sängerin Adele wurde für den Titelsong für den James-Bond-Film Skyfall ausgezeichnet.

Jennifer Lawrence nahm für ihre Rolle in der Tragikomödie Silver Linings den Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie entgegen. Anne Hathaway wurde für ihre Singrolle in Les Misérables zur besten Nebendarstellerin gekürt.

Claire Danes wurde für die Fernsehserie Homeland erneut mit einem Golden Globe geehrt. Für die Rolle einer CIA-Agentin hatte die US-Amerikanerin die Trophäe als beste Schauspielerin in einer Fernsehserie/Drama bereits im Vorjahr gewonnen. Homeland wurde außerdem mit dem Golden Globe für die beste Fernsehserie ausgezeichnet, ebenfalls zum zweiten Mal in Folge. Die Serie erzählt von einem US-Soldaten, der nach jahrelanger Gefangenschaft im Irak in die USA zurückkehrt.

Die Schauspielerin Jodie Foster löste bei der Entgegennahme eines Globes für ihr Lebenswerk einigen Wirbel aus. Sie sprach in einer langen Dankesrede offen über ihre Homosexualität, die zwar spätestens seit 2007 kein Geheimnis mehr war, aber so offen wie noch nie zur Sprache kam. "Das hier ist keine Coming-out-Rede, denn mein Coming-out hatte ich schon vor etwa 1.000 Jahren, damals im Steinzeitalter", sagte die 50-jährige Schauspielerin. Sie habe gelernt, ihr Privatleben lange geheim zu halten. "Wenn ihr für ein Leben hättet kämpfen müssen, das sich real und ehrlich und trotz aller Hindernisse normal anfühlt, dann würdet ihr die Privatsphäre vielleicht ebenfalls als das Wichtigste bewerten." Foster dankte vor allem ihrer langjährigen Lebensgefährtin.

Lincoln ging in sechs Kategorien leer aus

Vor der Preisverleihung galt Steven Spielbergs Historiendrama Lincoln mit sieben Nominierungen als Favorit der Auszeichnung – doch es holte nur einen Golden Globe. Der Polit-Thriller Argo und Quentin Tarantinos Sklavenwestern Django Unchained waren jeweils fünfmal nominiert.

Christoph Waltz hatte 2010 seinen ersten Globe mit dem Tarantino-Film Inglourious Basterds gewonnen. Michael Haneke holte 2010 mit seinem Drama Das weiße Band die Weltkugel für den besten ausländischen Film nach Deutschland.

Die Golden Globe Awards gehören zu den begehrtesten Auszeichnungen für Kinofilme und Fernsehsendungen. In den USA sind sie nach den Oscars Hollywoods bedeutendste Filmpreise und die wichtigsten Fernsehpreise nach den Emmys. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von ungefähr 90 internationalen Journalisten.

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Leserkommentare
  1. Für Daniel Day-Lewis wär es schon der dritte Oscar, falls er gewinnen sollte.
    Er ist auch in jedem seiner Filme absolute Spitze und es ist ein Genuss das englische Original zu sehen, denn er gibt jedem Character seine eigene Stimme und Habitus.

    Bei Waltz ist es ähnlich, so unsympathisch er als SS-Offizier war, so gelungen ist sein Auftritt in Django.

    • JThaler
    • 14. Januar 2013 19:37 Uhr
    18. Skyfall

    Flop. So hat ZEIT-Online Adeles Skyfall-Song genannt.
    Wer irrt jetzt?
    Ich für meinen Teil schließe mich der GG-Jury an.

  2. "Bei der Verleihung der Golden Globes hat das deutschsprachige Kino gut abgeschnitten"
    Dumm nur, dass Liebe in Französisch und Diango Unchained in Englisch gedreht wurden. Das auch die Zeit Online so einen Mist schreiben muss. Schade.

    • Slyphia
    • 16. Januar 2013 22:35 Uhr

    Ein paar Kommentare hier haben mich zum Schmunzeln gebracht, mir gefallen wie die verschneiten Grüße andere nicht... z.B. das Fussballfans weiter wären als "die Österreicher" seufz, mehr Klischeekeule hatten sie wohl nicht zum zuschlagen oder?

    außerdem ja, der österreichische Staat hat nicht den GoldenGolbe gewonnen, wird meines Wissens sowieso nie an irgendeinen Staat vergeben (zwinker) aber mitfreuen darf man sich schon, oder?

    und es ist seltsam hier von deutschsprachigen, europäischen Leuten zu reden, wenns de facto Österreicher sind, steht ja auch nicht bei einem Schauspieler aus D dabei, dass er quasi "nur" deutschsprachig wäre...

    KEINE SORGE nicht alles, was aus Ö kommt hat ein Bärtchen ist klein und hat grauenhafte Weltherrscherambitionen... also keine Angst, man darf es ruhig schreiben und aussprechen, denke nicht, dass sich die Nachbarn des kleinen Landes dann weniger mitfreuen, sieht man ja an den netten Kommentaren...

    So nachdem das gesagt ist, widme ich wieder wichtigeren Dingen :-)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, sc
  • Schlagworte Christoph Waltz | Jodie Foster | Michael Haneke | Osama bin Laden | Steven Spielberg | Anne Hathaway
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