Fernsehpreis"Dschungelcamp" für Grimme-Preis nominiert

Was taugt das deutsche Fernsehen? Günter Jauch kann auf den Grimme-Preis hoffen. Ebenso wie Charlotte Roche und Jan Böhmermann, deren Sendung abgesetzt wurde.

Die "Dschungelcamp"-Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (l.) mit dem diesjährigen "Dschungelkönig" Joey Heindle

Die "Dschungelcamp"-Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich (l.) mit dem diesjährigen "Dschungelkönig" Joey Heindle  |  © Stefan Menne/RTL/dpa

Dschungelcamp und Grimme-Preis? Die sechste Staffel der RTL-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! hat es in die Liste der Nominierungen geschafft. Es ist jene Staffel, die noch von dem am 2. Oktober gestorbenen Dirk Bach moderiert wurde.

Auch Charlotte Roche und Jan Böhmermann könnten für ihre Sendung Roche & Böhmermann mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet werden. Die auf ZDFkultur ausgestrahlte Talkshow, die am Montag eingestellt worden war, ist in der Kategorie Unterhaltung nominiert. Dies teilte das Grimme-Institut mit.

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Das Dschungelcamp und Roche & Böhmermann treten an gegen Ausflug mit Kuttner (SWR/EinsPlus) und gegen Günther Jauch, der für seine "herausragende Leistung" in der Wer wird Millionär?-Ausgabe (RTL) vom 24. September 2012 nominiert ist. Diese Ausstrahlung sei vom üblichen Spielprinzip komplett abgewichen und habe allein durch die Interaktion Jauchs mit dem Kandidaten Aaron Troschke unterhalten.

"Das Fernsehjahr 2012 bot eine ganze Menge Ansehnliches und Diskussionswürdiges", sagte der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann. "Wie gewohnt gibt es eine Reihe von Spitzenproduktionen bei der Fiktion, in der Information durchaus eine Reihe von Sendungen mit Klasse bei ziemlich viel Masse, und in der Unterhaltung einiges, was gegen den Strich gebürstet ist."

In der Kategorie Fiktion sind unter anderem der Spielfilm Blaubeerblau (BR/MDR/ARD), derARD-Tatort Die Ballade von Cenk und Valerie (NDR) sowie der Film Das Ende einer Nacht (ZDF) nominiert.

Für einen Grimme-Preis in der Sparte Information und Kultur ist unter anderem Eric Friedler als bester Dokumentarfilmer des Jahres 2012 (u.a. Der Sturz – Honeckers Ende, NDR) vorgeschlagen sowie Augstein und Blome (Phoenix), Die deutsche Lady Jazz (NDR) und Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel (ZDF).

Besondere Ehrung für Matti Geschonneck

Der erste Preisträger des 49. Grimme-Preises 2013 steht bereits fest. Dem Fernsehregisseur Matti Geschonneck wird die besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV) zugesprochen.

Mehr als 800 Vorschläge sind in diesem Jahr für den Grimme-Preis 2013 eingegangen, die von den Nominierungskommissionen gesichtet worden waren. Ulrich Spies, Referatsleiter des Grimme-Preises, sagte: "Die eingesandten Formate spiegeln die gesamte Bandbreite des deutschen Fernsehens wider." Es sei erfreulich, dass auch im 49. Jahr der Grimme-Preis als Qualitätsauszeichnung wahrgenommen werde.

Die Preisverleihung findet am 12. April im Theater der Stadt Marl statt.

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Leserkommentare
  1. Also, man soll sich "Neuem" ja nicht verschließen, aber ob das Dschungelcamp es vermag, "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise [zu] nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein [kann]", zweifel ich ein wenig an.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Grimme-Preis

    14 Leserempfehlungen
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    Wir können uns wohl darauf einstellen, daß das Dschungelcamp nach Inhalt und Methode in Zukunft Vorbild für die Fernsehpraxis sein wird.

    Auch ohne Grimme-Preis. Die Leute können anrufen, also ist das "interaktives Fernsehen". Ist wie "Wählen Gehen", nur praktischer, von der Couch aus, da ist die "Wahlbeteiligung" dann entsprechend. siehe "DSDS" und und und ...

    Ich gebe es zu, ich habe es angeschaut, anrufen tue ich nicht. Ich bin in Staffel 4 eingestiegen, da Frau Siegel meine Lebensgefährtin und mich stark an eine ehemalige stressige Bekannte erinnerte. In Staffel 5 interessierte mich der Herr Langhans, durch das ständige Rungezoffe war es spannend, die Staffel habe ich ganz geschaut. Staffel 6 fiel von der Spannung deutlich ab, die siebte noch mehr. Interessant ist, wie RTL durch das Zusammenschneiden versucht hat, wieder Zickenkrieg a la 5. Staffel zu inszenieren, klappte bei 6 und 7 halt nicht. Und die Zusammenschnitte sind sehr manipulativ, da wird halt mal von einer Person nur Negatives oder nur Positives zusammengeschnitten, genug Material haben die ja.

    Die Nominierung für den Grimme-Preis halte ich eher für den Versuch, Dirk Bach posthum noch zu würdigen, das könnte man aber auch anders machen.

    • MFigula
    • 29. Januar 2013 14:23 Uhr

    Für mich bedeutete der "Grimme Preis" in der Vergangenheit lediglich eine Selbstbeweihräucherung des Medium Fernsehens. Mit der Nominierung des "Dschungelcamp" hat sich diese Institution endgültg ad absurdum geführt!

    20 Leserempfehlungen
  2. Von mir im angemessenen Ton:

    BLUB!

    2 Leserempfehlungen
  3. Deutschland das Land der Dichter und Denker, dass ich nicht lache.

    Studiert nur alle weiter fleißig MINT.

    8 Leserempfehlungen
    • Moringa
    • 29. Januar 2013 15:36 Uhr

    Selbstbeweihräucherung der Macher, sonst leider nichts.

    Auch Bambi, Kamera und was es sonst noch so gibt, überall die gleichen Nasen. Großer Bahnof für mäßige Qualität.

    Die Technik, Bildschirme und Bildqualität wird immer besser, die Programme und Sendungen leider immer platter und lausiger.

    Unterhaltung auf niedrigstem Niveau.

    Einzige Ausnahmen: ARTE und 3SAT und ein paar wenige öffentl.rechtl.-Sender.

    Glücklicherweise hat jedes Geräts einen OFF-Schalter!

    Eine Leserempfehlung
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    Arte bildet wirklich eine absolute Ausnahme, in der weitläufigen Fernsehlandschaft. Die Sendereihe "Landträume" gefällt mir sehr gut und auch empfehle ich heute Abend die Doku über das Schiefergas ;)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, sk
  • Schlagworte Günther Jauch | ARD | Charlotte Roche | NDR | ZDF | MDR
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