Serie "The Carrie Diaries"Die Manolo Blahniks sind eine Nummer zu groß

Die US-Serie "The Carrie Diaries" wäre so gerne das junge "Sex and the City". Fans werden enttäuscht sein. Die Handlung ist banal und selbst die Mode ist langweilig. von 

Was Sex And The City (SATC) und The Carrie Diaries gemeinsam haben? Beider Hauptfigur heißt Carrie Bradshaw. Beide basieren auf Büchern der amerikanischen Autorin Candace Bushnell. Beide … das war’s eigentlich schon.

Die Serie The Carrie Diaries, die am Montag in den USA anlief, wurde als lang ersehnter neuer Schuss für alle Sex And The City-Süchtigen angekündigt, die sich in ihrer Anbetung nicht einmal von zwei horrend schlechten Kinofilmen abbringen haben lassen.

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The Carrie Diaries ist eine logische Weiterentwicklung der Serie, beleuchtet allerdings die Vergangenheit der Hauptfigur Carrie. Wenn man eine Geschichte nicht mehr weitererzählen kann, aber trotzdem gern noch ein bisschen Geld mit ihr machen würde, fängt man eben wieder von vorne an. Von weit vorne. 1984, als Carrie noch eine behütete 16-Jährige im wenig aufregenden Conneticut war.

Man holt sich ein hübsches blondes junges Gesicht, ignoriert, dass es keinerlei Ähnlichkeiten mit der Originalfigur hat (süßes Stupsnäschen, kein Muttermal am Kinn, sogar die Locken sind unecht), schreibt eine Geschichte dazu, die niemandem weh tut, und hofft, dass der alte Nimbus den Rest erledigt.

Die Handlung beginnt an Carries erstem Schultag nach den Ferien. Ihre Mutter ist drei Monate zuvor gestorben, weshalb sie sich als "Freak" fühlt. Wie in Jugendserien derzeit üblich, gibt es an ihrer Schule drei Bienenköniginnen, die sie das auch spüren lassen. Um Carrie auf andere Gedanken zu bringen, verschafft ihr Vater ihr eine Praktikantenstelle in der Stadt ihrer Träume, New York. Dort freundet sich – schwer nachvollziehbar – eine Redakteurin des Zeitgeist-Magazins Interview mit dem Schulmädchen an und führt es in die New Yorker Partyszene ein.

Ähnlichkeiten mit SATC? Keine. Und doch setzt The Carrie Diaries alles daran, Fans des großen Vorbilds abzugreifen: ein Petticoat hier, eine Schneekugel da, ein Schreibtisch direkt vor dem Fenster dort, statt des Carrie-Halskettchens ein Carrie-Schriftzug auf der geerbten Handtasche, demnächst ein schwuler bester Freund, jetzt schon eine leicht nymphomanisch veranlagte beste Freundin sowie Carries große Liebe zu Manhattan als große Antriebskraft für alles. Und natürlich will sie jetzt schon Schriftstellerin werden, wenngleich ihr Stil über "Mein liebes Tagebuch" nicht hinausreicht.

Doch wer auf SATC-Fans zielt, sollte zumindest allzu auffällige logische Brüche vermeiden. So fragt man sich gleich zu Beginn, wieso Carrie plötzlich einen Vater hat – in SATC hieß es, er habe sie verlassen, als sie fünf war. Auch von einer Schwester war in sechs Jahren Serie nie die Rede. 

Leserkommentare
  1. "Die US-Serie 'The Carrie Diaries' wäre so gerne das junge "Sex and the City". [...] Die Handlung ist banal und selbst die Mode ist langweilig."

    Passt doch? :D
    scnr

    3 Leserempfehlungen
  2. War das jemals im Teenager-Alter? Ich kenne nur Personen weit jenseits der 30, die diese Sendung damals ertragen konnten. Und die dürften an diesem Prequel auch schon damals kein Interesse gehabt haben.

    2 Leserempfehlungen
    • gw1200
    • 17. Januar 2013 15:20 Uhr
    3. Na ja

    Zumindest ist es als Erfolg zu werten, das die Hauptdarstellerin keine Ähnlichkeit mit S.J.Parker hat.

    Eine Leserempfehlung

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  • Schlagworte Carrie Bradshaw | Fernsehserie | Tagebuch | USA | Manhattan | New York
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