Syrien-KonfliktDas lange Warten auf den Frieden
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"Journalisten durften nur drei Stunden hinein"

ZEIT ONLINE: Wie frei konnten Sie sich in diesem Camp bewegen?

Rizzi: Journalisten dürfen lediglich dreimal für jeweils drei Stunden hinein. Da ich im Camp auch Hilfe leistete, konnte ich mich dort tagsüber frei aufhalten. Ich verbrachte dort insgesamt sieben Wochen. In der arabischen Gesellschaft genießen Künstler mehr Prestige als im Westen. Ich war oft inoffizieller Vermittler zwischen den Jordaniern und den Syrern, die mir sehr vertrauten. Die Syrer wollten zum Beispiel keine jordanischen Lehrer in der neuen Schule, denn es gab schon 85 Lehrer im Camp. Jordanien ist aber ein sehr armes Land. Viele Lehrer in der Region sind arbeitslos, und das Regime wollte soziale Unruhen verhindern. Beide Seiten akzeptierten daher meinen Kompromiss: ein jordanischer und ein syrischer Lehrer in jeder Klasse.

ZEIT ONLINE: Die meisten Flüchtlinge im Camp sind Frauen?

Rizzi: Drei Viertel der 65.000 Insassen sind Frauen und Kinder. Viele der Männer kämpfen in Syrien. Das Lager ist erfolgreich dank der Frauen. Sie regieren die Familien. Als ich den Lehrern vorschlug, den Schulleiter wählen zu lassen, akzeptierten sie die Idee und bestimmten eine Doppelführung: einen Mann und eine Frau.

 ZEIT ONLINE: Ihr Film heißt Al Intithar, das Warten. Worauf warten die syrischen Flüchtlinge?

Rizzi: Dass der syrische Präsident Assad geht, auf kleine Ereignisse, die ihnen Hoffnung oder eine kleine Freude verleihen, das Lächeln ihres Kindes zum Beispiel. Aber das wichtigste Warten ist auf einen Wandel, auf Frieden. Vor allem die Frauen sitzen am Eingang ihres Zeltes und schauen nach draußen in der Hoffnung, dass etwas passiert, das ihrer Existenz im Camp einen Sinn verleiht.

 
Leser-Kommentare
  1. im untertitel "al inithar" zu "al-intithar" berichtigen könnten?

    mal gucken, wann der film noch läuft....

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    Redaktion

    Danke, wir haben den Titel jetzt richtig geschrieben. Hier http://www.berlinale.de/d... können Sie gucken, wann er noch läuft.

    Redaktion

    Danke, wir haben den Titel jetzt richtig geschrieben. Hier http://www.berlinale.de/d... können Sie gucken, wann er noch läuft.

  2. Redaktion

    Danke, wir haben den Titel jetzt richtig geschrieben. Hier http://www.berlinale.de/d... können Sie gucken, wann er noch läuft.

    Antwort auf "ob Sie wohl"
  3. kann es sein, dass hier ein Verb (etwa "betreten") verloren ging?

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    • scoty
    • 11.02.2013 um 13:03 Uhr

    Das "Millitär" sprich die Soldaten sorgen dafür das außen am Lager keiner "randaliert", sowohl von Außen wie auch von Innen.

    " Jordanische Panzer umzingeln das Lager "
    Die stehen dort wahrscheinlich um Angriffe aus Syrien entgegenzutreten.

    • scoty
    • 11.02.2013 um 13:03 Uhr

    Das "Millitär" sprich die Soldaten sorgen dafür das außen am Lager keiner "randaliert", sowohl von Außen wie auch von Innen.

    " Jordanische Panzer umzingeln das Lager "
    Die stehen dort wahrscheinlich um Angriffe aus Syrien entgegenzutreten.

    • scoty
    • 11.02.2013 um 13:03 Uhr

    Das "Millitär" sprich die Soldaten sorgen dafür das außen am Lager keiner "randaliert", sowohl von Außen wie auch von Innen.

    " Jordanische Panzer umzingeln das Lager "
    Die stehen dort wahrscheinlich um Angriffe aus Syrien entgegenzutreten.

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