Der Schauspieler Gérard Depardieu (r) während seines Besuchs bei dem tschetschenischen Präsident Ramzan Kadyrow © Rasul Yarichev/Reuters

Der neuerdings mit russischem Pass ausgestattete französische Schauspieler Gérard Depardieu möchte einen Film über Tschetschenien drehen. "Ich will zeigen, dass man einen großen Film in Grosny machen kann", sagte Depardieu laut einer Mitteilung der tschetschenischen Präsidentschaft. Am Sonntag war der Schauspieler einer Einladung von Präsident Ramsan Kadyrow gefolgt, den Depardieu vor Journalisten als einen "Freund" bezeichnete.

Kadyrow empfing den 64-Jährigen mit einem Galadinner. Das russische Fernsehen zeigte Bilderder beiden, wie sie einen traditionellen Tanz aufführten. "Ich bin sicher, dass es glückliche Menschen sind, die hier leben. Um so zu singen und zu tanzen, wie es die Tschetschenen tun, muss man wirklich glücklich sein", wurde Depardieu weiter zitiert.

Menschenrechtsaktivisten werfen Kadyrow vor, Verstöße gegen die Menschenrechte sowie Entführungen und Morde seiner Sicherheitskräfte zu decken. Nach zwei Kriegen, die die Regierung in Moskau seit 1994 gegen die Rebellen in Tschetschenien geführt hat, ist die überwiegend muslimisch geprägte Teilrepublik nach offiziellen Darstellungen zur Ruhe gekommen. Bis heute kämpfen aber radikalislamische Rebellen für die Unabhängigkeit.