Goldene HimbeereSieben Anti-Oscars für "Twilight"-Finale

Am Tag vor der Oscar-Verleihung wurden in Los Angeles die "Razzies" vergeben. "Breaking Dawn" erhielt die Goldene Himbeere unter anderem als schlechtester Film.

Einen Tag vor der Oscar-Gala hat das Twilight-Finale sieben Himbeeren-Trophäen erhalten, darunter als schlechtester Film. Kristen Stewart bekam die Goldene Himbeere als übelste Hauptdarstellerin, Taylor Lautner für seine Nebenrolle in Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2. Die Regie-Trophäe ging an Twilight-Regisseur Bill Condon. Insgesamt war der Film in 11 Kategorien nominiert worden.

Auch Adam Sandler hatte bei den Razzies nichts zu lachen. Der Komiker wurde zum zweiten Mal zum schlechtesten Hauptdarsteller gekürt, diesmal für den Kinoflop Der Chaos-Dad. Ihr erster Filmauftritt in dem Science-Fiction-Spektakel Battleship brachte Sängerin Rihanna die Nebenrollen-Himbeere ein.

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Die Jury hatte aus 727 Titeln die schlechtesten ausgewählt. Verkündet wurden die Schmähpreise am Samstagabend (Ortszeit) im Frühstücksraum eines Hotels in Hollywood in der Nähe des Dolby-Theatre, wo die Oscars verliehen werden. Rund 100 Juroren waren erschienen, aber die Nominierten blieben fern. Dass die Stars sich den Preis persönlich abholen, kommt nur selten vor.

"Catwoman" Halle Berry hatte sich 2005 lachend zur schlechtesten Schauspielerin küren lassen. Sandra Bullock trat 2010 unter lautem Applaus auf die Bühne, um Spott für ihre Rolle in der Komödie Verrückt nach Steve einzustecken. Am Abend darauf wurde sie für Blind Side – Die große Chance mit einem Oscar als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Die Goldene Himbeere wurde 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Dem Verband gehören knapp 700 Filmkritiker und Kinofans an.

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Leserkommentare
  1. also die goldenen himbeeren für twilight finde ich absolut berechtigt, die filme sind echt bodenlos schlecht. allerdings finde ich, dass "der chaos-dad" einer der witzigsten filme aller zeiten ist, was zu einem großen teil auch seinem überragenden hauptdarsteller adam sandler geschuldet ist. der film (englischer titel: that's my boy) ist absolut kurzweilig, verdammt witzig und deshalb nur zu empfehlen!

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  2. Bei solcher Art von Filmen geht es ja hauptsächlich darum, das Taschengeld von weilblichen Teenagern einzufahren als um Filmkunst. Das ist offenbar in beiden Richtungen gelungen.

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    • lxththf
    • 24. Februar 2013 16:21 Uhr

    aber so ganz kann ich die Kritik nicht nachvollziehen. Ja, Twilight ist eine Schnulze, vielleicht auch ein Teeniefilm und er muss nicht jedem gefallen, nur die zum Teil stark überzogene Kritik halte ich für sinnlos und unberechtigt, denn es wird automatisch unterstellt, dass Teenies (vor allem dann die Mädels) einen schlechten Filmgeschmack haben und nur ihr Geld zum Fenster rauswerfen, weil an Instinkte appeliert wird.
    Ich versuch es positiv zu formulieren. Jeder Film hat seine eigene Zielgruppe und gerade die "Teeniefilme" werden dann in der Regel dank Bravo & co extrem gehyped. Wir mögen das als zu Unrecht empfinden (nur von den eigenen ästhetischen Ansichten), vielleicht geht es aber zum Beispiel Menschen um die 70 so ähnlich mit Pulp Fiction?
    Insofern sollte man das immer alles auch in der Relation betrachten und nicht immer nur die böse Industrie sehen, die nur ihre Kundschaft melken möchte.
    Und mal so ganz nebenbei. Wenn man sieht, was teilweise im Fernsehen kommt (Stichwort Berlin Tag und Nacht) werden bei diesem Film wenigstens noch romantische Vorstellungen vermittelt.

  3. Die letzten Twilight-Teile kenne ich noch nicht, aber die ersten waren grandioses pathetisches hormonübersättigtes Teenagerblutdursttrashkino. Mit einem brillianten Soundtrack. Also atmosphärisch durchaus begnadet.

  4. Ich mag die Himbeere - aber bei den Schauspielern orientieren sich die Juryasten eher nach dem Film als der Leistung. Halle Berry war als Catwoman nicht schlecht - die Rolle (und der Film) war es. Ähnlich dürfte für Sandler gelten. Schelchter als der Vampir bei Twilight kann der gar nicht gewesen sein...

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    ... den Plot bei Catwoman dermaßen grottenübel fand, daß der Film schon wieder Kult ist. ;-)

    Twilight hingegen war einfach nur eine internationale Landplage.

  5. Ich kenne keinen der genannten Filme, aber in Sachen Twilight habe ich oftmals das Gefühl, dass viele sich einfach krampfhaft davon abgrenzen wollen, d.h. es soll nicht einmal der Verdacht aufkommen, dass man die Filme auch nur annehmbar findet.

    Das ist bei Jugendlichen und Kindern noch verständlich, aber Erwachsene sollten eigentlich mehr Selbstbewusstsein bzw. ein gefestigtes Selbstbild haben.

    Dürfte bei der Himbeere ein ähnlicher Fall sein - vielleicht wurde der "Preis" vergeben, weil sonst der testosterongefüllte Mob unangenehm wird.

    Lasst den Leuten doch einfach mal ihren Spaß, nicht alles, was in den Unterhaltungs(!)medien passiert, muss danach streben, große Kunst zu sein.

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    • Jojas
    • 25. Februar 2013 3:56 Uhr

    Der Twilight-Reihe wird unter anderem vorgeworfen, ein verquastes und rückständiges Frauenbild zu transportieren. So schmeißt die Heroine, nachdem sie mit ihrem Vater umgezogen ist, für ihn den Haushalt, da er sich in dieser Hinsicht sozusagen als "liebenswert unfähig" erweist. Ebenso drückt sich ihre Liebe zu ihrem Vampir vor allem darin aus, permanent seine Schönheit hervorzuheben und ansonsten zu springen wenn er "Hopp" sagt.

    Das ist nur einer der Kritikpunkte, die über Bücher und Filme zu lesen waren. Zwar gab es keine Vorwürfe, diese würden eine entsprechende Agenda verfolgen (wie z.B. bei den Fantasyromanen von Terry Goodkind, in welchen er die Philosophie des Objektivismus propagiert und die sog. US-amerikanischen "Liberals" schmäht), trotzdem hat deren immenser Erfolg viele Kritiker entsetzt.

    Die Goldenen Himbeeren sind also vielleicht eher Ausdruck einer Ablehnung des den Büchern und Filmen zugrunde liegenden Menschenbilds und nicht so sehr Strafe für ihre Seichtheit.

  6. Ich habe nur den ersten Twilight-Teil gesehen, aber das, was ich dort gesehen habe, reicht mir um zu vermuten, dass die diesjährige Twilight-Nominierung für die Himbeeren berechtigt war. Mag sein, dass die Bücher gut sind. Die Story an sich - Vampir verliebt sich in Normalsterbliche - klingt ja auch ganz interessant, sofern man sich für Vampirgeschichten interessiert. Aber die filmische Umsetzung war meiner Meinung nach eine Katastrophe. Ich halte Kristen Stewart für eine absolute Fehlbesetzung, denn mit nur einem einzigen Gesichtsausdruck kann man keine guten Filme drehen. Dasselbe gilt für Taylor Lautner. Robert Pattinson hat da auch schon etwas besser abgeschnitten, aber immer noch weit weg vom guten Hollywoodstandard. Ich habe mich beim Sehen jedenfalls sehr gelangweilt. Da die Schauspieler ja dieselben bleiben, werden die anderen Teile wohl genauso mies sein. Aber wie ein anderer Kommentator hier schon schrieb: Die Filme sind eben für Teenies gemacht worden. Diese zahlungskräftige Klientel hat die Musikindustrie damals in den 90ern auch für sich entdeckt, denn bei den zahlreichen Boygroups gab es weder herausragende Sänger, noch waren die Songs musikalische Meisterwerke. Aber sie waren jung, attraktiv und hoffnungslos romantisch. Diese Attribute genügen, um (meist weibliche) Teenager zum Geldausgeben zu bewegen.

    Ergo: Bei so vielen eingespielten Millionen würden mich die vier, fünf Himbeeren nicht weiter stören.

    • Gibbon
    • 24. Februar 2013 16:12 Uhr

    Ich fand die Filme ganz gut. Den letzten Teil habe ich (noch) nicht gesehen, aber die anderen waren durchaus in Ordnung. Es gibt nun wirklich wesentlich schlechtere Machwerke und ich glaube die weiblichen Teenager sind nach Twilight sehr zufrieden nach Hause gegangen. Zumindest war es sehr viel zufreidenstellender und unterhaltsamer als die ganzen Neuinszenierungen von diversen Theaterklassikern bei denen Menschen in Netzen über der Bühne hängen oder andere innovative Bühnenbilder verwendet werden.

    • lxththf
    • 24. Februar 2013 16:21 Uhr

    aber so ganz kann ich die Kritik nicht nachvollziehen. Ja, Twilight ist eine Schnulze, vielleicht auch ein Teeniefilm und er muss nicht jedem gefallen, nur die zum Teil stark überzogene Kritik halte ich für sinnlos und unberechtigt, denn es wird automatisch unterstellt, dass Teenies (vor allem dann die Mädels) einen schlechten Filmgeschmack haben und nur ihr Geld zum Fenster rauswerfen, weil an Instinkte appeliert wird.
    Ich versuch es positiv zu formulieren. Jeder Film hat seine eigene Zielgruppe und gerade die "Teeniefilme" werden dann in der Regel dank Bravo & co extrem gehyped. Wir mögen das als zu Unrecht empfinden (nur von den eigenen ästhetischen Ansichten), vielleicht geht es aber zum Beispiel Menschen um die 70 so ähnlich mit Pulp Fiction?
    Insofern sollte man das immer alles auch in der Relation betrachten und nicht immer nur die böse Industrie sehen, die nur ihre Kundschaft melken möchte.
    Und mal so ganz nebenbei. Wenn man sieht, was teilweise im Fernsehen kommt (Stichwort Berlin Tag und Nacht) werden bei diesem Film wenigstens noch romantische Vorstellungen vermittelt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Film | Adam Sandler | Hollywood | Komödie | Kristen Stewart | Oscar
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