Nate SilverStatistiker prophezeit Oscar für "Argo"

Seit Nate Silver den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl korrekt vorhersagte, zweifelt keiner mehr an seinen Prognosen. Jetzt nimmt er sich die Oscar-Gewinner vor.

Der Statistiker und Blogger Nate Silver hat die Gewinner der diesjährigen Oscar-Verleihung vorausgesagt. Kurz vor der Verleihung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences veröffentlichte Silver seine Prognose, die er anhand einer statistischen Analyse ermittelt hat.

Der Gewinner in der Kategorie Bester Film soll Ben Afflecks Politthriller Argo werden. Als bester Regisseur wird nach Silvers Analyse Steven Spielberg geehrt. Dieser geht mit seinem Film Lincoln ins Rennen. Als bester Schauspieler und beste Schauspielerin hat der Blogger Daniel Day Lewis und Jennifer Lawrence identifiziert. Daniel Day Lewis spielt in Lincoln den amerikanischen Präsidenten, Jennifer Lawrence ist in Silver Linings Playbook zu sehen.

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Auch die Gewinner der Kategorien Bester Nebendarsteller und Beste Nebendarstellerin sagte Silver voraus. Tommy Lee Jones, der in Lincoln den radikalliberalen Abgeordneten Thaddeus Stevens spielt, soll demnach eine Trophäe erhalten. Mit ihm soll Anne Hathaway für ihre Rolle in Les Misérables ausgezeichnet werden.

Nate Silver während der Webby Awards

Nate Silver während der Webby Awards   |  © Paul Zimmerman/Getty Images

Im Jahr 2007 hatte Silver begonnen unter dem Pseudonym "Poblano" Analysen und Prognosen zur US-Präsidentschaftswahl 2008 zu veröffentlichen. Seit März 2008 betreibt Silver seine eigene Website, FiveThirtyEight.com. Die Genauigkeit seiner Voraussagen der Präsidentschaftswahlen 2008 brachte Silver Aufmerksamkeit. Der einzige Fehler war damals die Prognose für Indiana.

Bei der Präsidentschaftswahl 2012 lag Silver in allen 50 Bundesstaaten richtig. Als viele Fernsehsender bei einigen Staaten noch keinen Gewinner nennen wollten, rief Silver längst Barack Obama als Sieger aus. Bisweilen waren seine Prognosen bis auf Zehntelpunkte genau. Der 33-Jährige gilt als statistisches Genie und wird vom Time Magazine als eine der 100 einflussreichsten Personen weltweit geführt.

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Leserkommentare
  1. denn der Film war ziemlich langweilig, mal abgesehen vom Ende.

    USA-glorifizierende Filme sind sowieso out, auch wenn man in dem Film versucht hat kritisch zu sein, wie z.B. dass man kurz erwähnt, dass es dem Iran vor der Einmischung der USA viel besser ging, oder man die CIA immer leicht kritisiert, dann aber auch wieder als Hilfsmittel nimmt.

    Ich persönlich konnte für keinen einzigen Charakter in dem Film ein bisschen Sympathie aufbauen.

    Die 80er, in denen alles so einfach und eindeutig waren, sind leider vorbei.

    Eine Leserempfehlung
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    • Gerry10
    • 24. Februar 2013 15:23 Uhr

    ...eine große Nebenrolle spielt.
    Ich wäre überrascht wenn die Akademie das nicht zu "würdigen" wüsste :-)
    Denke der Statistiker hat da nicht unrecht...

  2. Nate Silver ist wesentlich vorsichtiger in seinen Prognosen als es der Artikel vermittelt:
    "a 75 percent success rate. Not bad, but also not good enough to suggest that there is any magic formula for this." (über seine Oskarprognosen 2009 & 11);
    "This approach won’t be foolproof either" (über seine Oskarprognose für dieses Jahr).

    http://fivethirtyeight.bl...

    • Gerry10
    • 24. Februar 2013 15:23 Uhr

    ...eine große Nebenrolle spielt.
    Ich wäre überrascht wenn die Akademie das nicht zu "würdigen" wüsste :-)
    Denke der Statistiker hat da nicht unrecht...

    Antwort auf "Würde mich wundern"
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    .. sondern auch der Iran. Da kann man die Bevölkerung ein bisl auf den Krieg einstimmen.

    Ich fand den Film handwerklich ganz ordentlich - aber ein Academy Award..? Über Geschmack darf man bekanntlich nicht streiten, doch spätestens seit (IMHO) so eine ärgerliche Zeitverschwendung wie THE HURT LOCKER im Jahre 2008 ganze 6 Oscars abräumen durfte, hat diese Auszeichnung bei mir ganz schön gelitten, was seinen Wert als Indikator zwecks Auswahl "guter" Filme angeht.

    Übrigens finde ich es sehr bemerkenswert, daß ein Statistiker offiziell zu den 100 einflußreichsten Menschen der Welt gezählt wird, denn da wird quasi von höchster Stelle offiziell bestätigt, was der Stammtisch schon lange weiß: Demoskopie ist vor allem ein Instrument der Meinungsmache statt der Meinungsforschung.

  3. .. sondern auch der Iran. Da kann man die Bevölkerung ein bisl auf den Krieg einstimmen.

    Ich fand den Film handwerklich ganz ordentlich - aber ein Academy Award..? Über Geschmack darf man bekanntlich nicht streiten, doch spätestens seit (IMHO) so eine ärgerliche Zeitverschwendung wie THE HURT LOCKER im Jahre 2008 ganze 6 Oscars abräumen durfte, hat diese Auszeichnung bei mir ganz schön gelitten, was seinen Wert als Indikator zwecks Auswahl "guter" Filme angeht.

    Übrigens finde ich es sehr bemerkenswert, daß ein Statistiker offiziell zu den 100 einflußreichsten Menschen der Welt gezählt wird, denn da wird quasi von höchster Stelle offiziell bestätigt, was der Stammtisch schon lange weiß: Demoskopie ist vor allem ein Instrument der Meinungsmache statt der Meinungsforschung.

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    • Lazul
    • 24. Februar 2013 18:48 Uhr

    argo ist sicherlich nicht der beste film dieses jahr. solide produziert, überdramatisierte story und durchschnittliche schauspielerische leistungen, aber ein sensibles thema. und dieses thema punktet hart, egal wie gut der film tatsächlich geworden ist. deshalb bin ich mir sicher, dass argo gewinnen wird, weil er hervorragend in die oscar politik passt.

    man darf nicht vergessen, die oscars werden von hollywood selbst gewählt, nicht von den zuschauern oder der welt. von daher ist der oscar noch nie ein maß für die qualität eines filmes oder künstlers gewesen, sondern schon immer politisch gewesen.

    wer in hollywood überleben will, kommt nicht drum herum, sich mit den machtspielen vor ort zu befassen. man kann sich das ganze ein bischen wie die intrigenspiele am hofe des kaisers vorstellen. und diese leute wählen dann einmal im jahr ihre "besten". ganz klar, dass diese wahl nicht unvoreingenommen ist, sondern immer von den eigenen zielen motiviert ist. da wird dann auch mal gelobt, dass es überhaupt jemand geschafft hat, so einen film zu drehen. und damit wird der weg geebnet für weitere solcher filme ...

    • Lazul
    • 24. Februar 2013 18:48 Uhr

    argo ist sicherlich nicht der beste film dieses jahr. solide produziert, überdramatisierte story und durchschnittliche schauspielerische leistungen, aber ein sensibles thema. und dieses thema punktet hart, egal wie gut der film tatsächlich geworden ist. deshalb bin ich mir sicher, dass argo gewinnen wird, weil er hervorragend in die oscar politik passt.

    man darf nicht vergessen, die oscars werden von hollywood selbst gewählt, nicht von den zuschauern oder der welt. von daher ist der oscar noch nie ein maß für die qualität eines filmes oder künstlers gewesen, sondern schon immer politisch gewesen.

    wer in hollywood überleben will, kommt nicht drum herum, sich mit den machtspielen vor ort zu befassen. man kann sich das ganze ein bischen wie die intrigenspiele am hofe des kaisers vorstellen. und diese leute wählen dann einmal im jahr ihre "besten". ganz klar, dass diese wahl nicht unvoreingenommen ist, sondern immer von den eigenen zielen motiviert ist. da wird dann auch mal gelobt, dass es überhaupt jemand geschafft hat, so einen film zu drehen. und damit wird der weg geebnet für weitere solcher filme ...

    Antwort auf "Nicht nur Hollywood .."
    • sinta
    • 24. Februar 2013 22:37 Uhr

    Ich hoffe ja, dass die Prophezeiungen von Nate Silver so nicht ganz eintreffen - ich würde mir wünschen, Joaquín Phoenix gewinnt den Oscar, er hätte ihn schon für seine Johnny-Cash-Darstellung verdient gehabt - und auch in 'The Master' war er wieder großartig. Damals hat er gegen Philip Seymour Hoffman 'verloren' und diesmal nun gegen Daniel Day-Lewis, das dürfte schwer werden, ganz schwer. Daniel Day-Lewis könnte ein Telefonbuch spielen und würde dafür einen Oscar gewinnen.^^
    Und wer weiß, vielleicht überrascht uns die Academy ja auch mit dem Regiepreis - und Michael Haneke gewinnt. Verdient hätte er den Preis aufjedenfall - Spielberg hin, Spielberg her - der hat schon ein paar in der Kategorie gewonnen, muss reichen.

  4. ...hat er ja nun schon gehabt :-)

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Barack Obama | Lincoln | Film | Oscar | Steven Spielberg | Anne Hathaway
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