Fünf zerstörte Kameras liegen auf dem Tisch. Die erste wurde von der Explosion einer Gasgranate zerstört. Die zweite von israelischen Siedlern. Die dritte von einem Gummigeschoss. Die Vierte bei einem Unfall. Die fünfte von einem Soldaten zerschlagen, repariert und erneut zerstört. Mit kleinen Zahlen erzählen der palästinensische Dokumentarfilmer Emad Burnat und sein israelischer Co-Produzent Guy Davidi in 5 Broken Cameras eine große Geschichte. Die Geschichte einer Familie im Nahostkonflikt und das Schicksal eines Dorfes im Westjordanland, das von israelischen Siedlungen bedrängt wird.

Internationale Aufmerksamkeit brachte 5 Broken Cameras seine Oscar-Nominierung in der Kategorie Dokumentation ein. Um den begehrten Filmpreis konkurriert 5 Broken Cameras mit einem Film aus Israel, der den Nahostkonflikt aus einer anderen Perspektive erzählt: Aus Sicht des israelischen Geheimdienstes. Regisseur Dror Moreh hat für The Gatekeepers sechs ehemalige Chefs des Inlandgeheimdienstes Shin Bet vor die Kamera gebracht. Sie erzählen von gezielten Tötungen. Von politischen Morden und von Ohnmachtsgefühlen, wenn sie palästinensische Selbstmordattentäter nicht stoppen konnten.

In Israel werden beide Dokumentationen kritisiert

Beide Filme werden international gelobt – stehen in Israel aber in der Kritik. Hass, Verzweiflung und Resignation treten in ihnen deutlich zu Tage. Beide zeigen mit unterschiedlichen Mitteln, dass der israelische Siedlungsbau im Westjordanland einen Frieden dauerhaft verhindern wird. Und sie legen schonungslos die Brutalität des Nahostkonflikts offen.

Dror Moreh lässt einen alten Geheimdienstler berichten, wie er die Tötung von zwei festgenommenen palästinensischen Terroristen befohlen hat. Die beiden Männer hatten zuvor einen Bus entführt. Einer seiner Nachfolger bedauert heute noch, dass ein Treffpunkt von Hamas-Funktionären im Gaza-Streifen mit einem zu schwachen Sprengkörper bombardiert worden sei. Die Bombe habe lediglich das oberste Stockwerk des Wohnhauses zerstört. Die hochrangigen Hamas-Mitglieder hätten sich im Erdgeschoss getroffen und seien entkommen.  

Die Phasen des Konflikts an den Söhnen erzählt

Emad Burnat zeigt, wie einer seiner besten Freunde von israelischen Soldaten erschossen wird. Er setzt ganz auf Nähe, alles ist mit kleinen Handkameras gefilmt. Zu Beginn von 5 Broken Cameras erzählt er, wie seine vier Söhne jeweils zu einer anderen Phase des Nahost Konflikts geboren wurden: Mohammed kam 1995 zur Welt, in einer Zeit der Hoffnung wegen des Friedensprozesses von Oslo. Yasin wurde drei Jahre später geboren, in einer Periode der Unsicherheit. Am Tag, als die erste Intifada begann, im Jahr 2000, gebar seine Frau Taki-Ydin.