Film "Hai-Alarm am Müggelsee"Und der Haifisch, der ist zahnlos

Die Filmemacher Sven Regener und Leander Haußmann sind für ihren sehr eigenen Humor bekannt. "Hai-Alarm am Müggelsee" ist eine sehr, sehr langsame Komödie. Freunde der sehr, sehr langsamen Komödie sind hier sehr, sehr, sehr richtig. von Jan Schulz-Ojala

Szene aus "Hai-Alarm am Müggelsee"

Szene aus "Hai-Alarm am Müggelsee"  |  © X Verleih

Saufen beschleunigt bekanntlich das Zeitgefühl, während das Kiffen, um hier nur eine weitere Form zeitweiliger menschlicher Realitätsmutationsbemühungen ins Spiel zu bringen, es dramatisch verlangsamt. Bei der Besichtigung von Leander Haußmanns sowie Sven Regeners HaiAlarm am Müggelsee sind entsprechend disponierte Zuschauer im Vorteil: Der rauchtechnisch Berauschte erfährt das bereits äußerst gemächlich angerichtete Geschehen nahezu an der ultimativ erhellend halluzinogenen Stillstandsgrenze, während am Trinker der Film so flink wie der Trailer zum Film vorbeizischt. Und der ist lustig.

Der stocknüchterne Besuch dieser Berlin-Friedrichshagener Komödie hingegen verspricht etliche Risiken und Nebenwirkungen.

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Vor allem das gähnend langweilige Progredieren dessen, was Handlung zu nennen der auch zunächst geneigte Beobachter sich scheut, droht bei sensiblen Gemütern muskuläre Dauerverspannungen auszulösen, die einen Termin beim Kieferorthopäden dringend angeraten erscheinen lassen.

Was geschieht in 104 Minuten Lichteinfall auf der Leinwand? Ein Bademeister (Michael Gwisdek) verliert beim Prüfen der Badetemperatur einen Unterarm. Mögliche Ursache: Hai-Biss. Folge: Badeverbot durch den Bezirksbürgermeister (Henry Hübchen) und der Versuch einer Städtemarketingexpertin (Anna-Maria Hirsch), den Vorfall städtemarketingtechnisch auszuschlachten. Einzig messbarer Erfolg: die Verlängerung des örtlichen Bölschestraßenfests, die den Bölschestraßenanwohnern umgehend auf die Nerven geht. In weiteren Rollen unter anderem: Uwe Dag Berlin (als Hai-Jäger), Tom Schilling (interessant unlustig), Detlev Buck (uninteressant unlustig), Katharina Thalbach (uninteressant oberlustig), Benno Fürmann sowie die Regisseure.

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Gefördert wurde die Produktion aus freien Stücken vom örtlichen Medienboard (400.000 Euro) sowie der Filmförderanstalt (200.000 Euro). Der Deutsche Filmförderfonds war mit 351.000 Euro dabei. Wobei hier strafmildernd ergänzt sei, dass dieses wirtschaftspolitische Instrument des Kulturstaatsministers Neumann stets erklingt, wenn ein Verleih vorhanden ist, der das Ding dann auch ins Kino bringt. Ab heute vielleicht auch in Ihrem Theater. 

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
  1. und so wird auf unglaublich dumme Weise das Bild vom "gefährlichen" und "hirnlosen" Hai weiter aufrecht erhalten. Dafür macht Zeit nun auchnoch Werbung. Beide Fakten sind sehr traurig, besonders wenn man beachtet, dass viele Haiarten vom aussterben bedroht sind.
    Siehe CITES abkommen. Auch der weiße Hai ist stark vom aussterben bedroht und wird weiter in Western Australia getötet. Darüber wird aber nicht geschrieben. Auch über die imense Wichtigkeit von Haien für unser Ökosystem und unser eigenes Überleben ist kaum bis garnicht zu lesen

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Im ganzen Film kommt kein Hai vor. Die Gags im Film funktionieren sogar bei Hirnlosigkeit und gefährlich ist nixx. Was dem Film fehlt iss Biss, aber geschenkt. Wie sagte Herr Regner: „Der Film ist wie n Klingelstreich, schnell mal machen“ Albern, kiechern, fertig. Und Frau Thalbach mit „FICKEN“- und „Günther Jauch“-Schildern, großartig! Wobei, deutlich wird nur, dass uns Günther Jauch nicht retten kann…. Und schon muss man doch das Hirn einschalten oder kiechern.

    Mir war die Karte das Geld wert, immerhin!

    • hladik
    • 14. März 2013 17:51 Uhr

    Wer diesen Artikel als "Werbung" bezeichnet, hat ihn wohl kaum gelesen.

    Ceterum censeo Regenerum esse boycottendum.

    • lmc
    • 14. März 2013 17:02 Uhr

    Insbesondere Haie in Süßwasserseen sind vom Aussterben bedroht. Seit Beginn der Haiaufzeichungen konnte kein lebender Hai in Süßwasserseen gesichtet werden. Dies sollte uns allen sehr zu denken geben.

    3 Leserempfehlungen
  2. Im ganzen Film kommt kein Hai vor. Die Gags im Film funktionieren sogar bei Hirnlosigkeit und gefährlich ist nixx. Was dem Film fehlt iss Biss, aber geschenkt. Wie sagte Herr Regner: „Der Film ist wie n Klingelstreich, schnell mal machen“ Albern, kiechern, fertig. Und Frau Thalbach mit „FICKEN“- und „Günther Jauch“-Schildern, großartig! Wobei, deutlich wird nur, dass uns Günther Jauch nicht retten kann…. Und schon muss man doch das Hirn einschalten oder kiechern.

    Mir war die Karte das Geld wert, immerhin!

    Antwort auf "unbegründete Angst"
  3. der Filmförderanstalt (200.000 Euro). Der Deutsche Filmförderfonds war mit 351.000 Euro dabei."

    Wow. Und ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass Sven Regener sich wegen des bösen Internets seine Brötchen fürderhin als Straßenmusiker verdienen und aus dem Rinnstein trinken muss.
    http://www.br.de/radio/ba...

    Diese 100.000-Euro-Künstler sind doch arge Schlingel und tragen gerne etwas dick auf. Hocken wie die Maden im Speck und jammern, dass die Schwarte in Tränen ausbricht.

    Eine Leserempfehlung
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    • hladik
    • 14. März 2013 17:56 Uhr

    Von der Filmfoerderung koennen sich diese offentlich-rechtlichen Kuenstler wie Herr Regner ja allenfalls die Villa leisten. Fuer den Sportwagen braucht es dann die CD/MP3-Verkaeufe, ersatzweise Abmahngebuehren.

    Oder soll ein Ausnahmekuenstler wie Herr Regner, der schon den Namen seiner Band raubkopieren muss, etwa mit dem Audi zur Arbeit fahren?

    • hladik
    • 14. März 2013 17:51 Uhr

    Wer diesen Artikel als "Werbung" bezeichnet, hat ihn wohl kaum gelesen.

    Ceterum censeo Regenerum esse boycottendum.

    Antwort auf "unbegründete Angst"
    • hladik
    • 14. März 2013 17:56 Uhr

    Von der Filmfoerderung koennen sich diese offentlich-rechtlichen Kuenstler wie Herr Regner ja allenfalls die Villa leisten. Fuer den Sportwagen braucht es dann die CD/MP3-Verkaeufe, ersatzweise Abmahngebuehren.

    Oder soll ein Ausnahmekuenstler wie Herr Regner, der schon den Namen seiner Band raubkopieren muss, etwa mit dem Audi zur Arbeit fahren?

  4. ein guter Regisseur daraus machen können. Das ist echt schade und vor allem vertane Zeit ... bitte nicht ansehen!

  5. 8. Schön

    Wirklich überraschend gut. Mir hat der Streifen sehr gefallen. Ich habe nichts erwarten und wurde gut unterhalten. Was will man mehr?

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  • Schlagworte Film | Leander Haußmann | Sven Regener | Benno Fürmann | DAG | Detlev Buck
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