TheaterSchauspieler Sven Lehmann gestorben

Das Deutsche Theater Berlin verliert einen seiner großen Schauspieler. Sven Lehmann ist mit 47 Jahren gestorben. Zuletzt stand er in "Kinder der Sonne" auf der Bühne.

Der Schauspieler Sven Lehmann ist tot. Wie das Deutsche Theater Berlin mitteilte, starb er nach langer schwerer Krankheit am Mittwochabend im Alter von 47 Jahren. Lehmann sei in den vergangenen Monaten wegen seiner Krankheit bei Proben zu neuen Stücken immer wieder ausgefallen. In Ödipus Stadt sollte er Teiresias spielen und in Yasmina Rezas Stück Version des Spiels den Bürgermeister.

Lehmann wurde in Borna in Sachsen geboren. Er war nach ersten Stationen am Bremer Theater und am Bayerischen Staatsschauspiel München seit 2001 Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin. Zuletzt war Lehmann am 7. Dezember in der Rolle des Wagin in Gorkis Kinder der Sonne in der Regie von Stephan Kimmig zu erleben.

Anzeige

Auf der Bühne konnte Lehmann ebenso schroff wie zart wirken. Der Intendant des Deutschen Theaters, Ulrich Khuon, würdigte ihn als "einen, der um Gemeinschaft kämpfte, einen Rest an Einsamkeit aber nie vergessen ließ". "Sven Lehmann war ein Kämpfer und Steher, ein Schauspieler, der dem Theater seine ganze Energie spendete, der aber auch von der Bühne Kraft und Behauptungswillen zurück erhielt, den das Spielen mit den Kollegen beflügelt und leicht gemacht hat."

In seiner langjährigen Theaterlaufbahn arbeitete Lehmann mit bekannten Regisseuren wie Andreas Kriegenburg, Konstanze Lauterbach, Matthias Hartmann, Andreas Dresen, Alexander Lang, Hans Neuenfels und Stephan Kimmig. Sein wichtigster Regiepartner wurde Michael Thalheimer, in dessen Inszenierungen er als Mephisto in Faust, als Prinz in Emilia Galotti, Maurer John in den Ratten und Gregers Werle in der Wildente zu sehen war. Seine Filmrollen beschränkten sich auf Gastrollen in deutschen Krimiserien.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • debuti
    • 05. April 2013 0:44 Uhr

    Ich find es schlimm, er war mein Lieblingsschauspieler am DT. Mein Beleid den Angehörigen, tschüss Herr Lehmann

  1. Lebe Wohl, Prinz Gonzaga, Maurerpolier John, Mephisto...

    (Als Ulrich Mühe starb, blieb einem immer noch Sven Lehmann.)

  2. Deine letzte Reise hat begonnen...
    Eine Kerze brennt für Dich bei uns und ich verspreche Dir auf Deinen Vater, der mir wie ein 2. Vater ist, stets aufzupassen...Machs gut, Sven..Du fehlst...

    • Brura
    • 05. April 2013 11:45 Uhr

    Wenn auch nur aus der Hamburger Ferne - das viel gescholtene Fernsehen konnte einiges von dem großartigen Schauspieler vermitteln, so eben den Maurerpolier John oder auch kleine Rollen im Krimi-Durchschnitt - zB bei einem TATORT aus Hannover - da war es ein Vergnügen wg. Sven Lehmann einzuschalten.
    Und dann gab es wenigstens im vergangenen Jahr ein Gastspiel mi dem DT und Sven Lehmann auf Kampnagel.

    Warum gehen die GROSSEN nur immer so früh???

    • C.U.R.
    • 23. Mai 2013 21:37 Uhr

    es muss 15 Jahre her sein oder etwas länger, als wir uns das letzte Mal gesehen haben. Immer wieder wollte ich Dich auf der Bühne sehen, habe in jedem Film mit Dir wieder daran gedacht - dabei ist es geblieben. Warum habe ich es nicht getan? Ich werde die Dinge ändern, gleich tun, was mir in den Sinn kommt, dabei an Dich denken und es noch lange traurig finden, dass ich mir die Zeit nicht genommen habe. Ich glaube, Du hättest Dich über ein Wiedersehen gefreut.

    Was bleibt, ist der Gedanke, ein Foto und zwei Briefe. Ich bin froh, etwas in der Hand zu haben, wenn die Gedanken bei Dir sind.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ds
  • Schlagworte Stephan Kimmig | Hans Neuenfels | Theater | Alexander Lang | Andreas Dresen | Andreas Kriegenburg
Service