FilmfestivalJuwelenraub in Cannes

In Cannes sind Juwelen im Wert von über einer Million Dollar gestohlen worden. Der Schmuck war für die Auftritte der Stars auf dem roten Teppich vorgesehen.

Die Goldene Palme von Cannes

Die Goldene Palme von Cannes  |  © Christian Hartmann/Reuters

Juwelendiebe haben während der Filmfestspiele in Cannes Schmuck im Wert von mehr als einer Million Dollar (776.000 Euro) gestohlen. Die Juwelen sollten unter anderem an Schauspieler ausgeliehen werden. Nach ersten Ermittlungen der Polizei drangen die Diebe in der Nacht in ein Hotelzimmer ein, das von einer Mitarbeiterin des schweizerischen Uhren- und Schmuckunternehmens Chopard angemietet war. Dort entwendeten sie einen Tresor, in dem der Schmuck aufbewahrt wurde.

Der Polizeisprecher in Nizza, Bernard Mascarelli, sagte, man gehe von mehreren Tätern aus. Zudem sei anzunehmen, dass es einen Tippgeber oder einen Komplizen gegeben habe, der von den Juwelen in dem Zimmer wusste.

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Die wichtigste Auszeichnung des Filmfestivals, die Goldene Palme, ist nach Angaben der Festivalleitung nicht unter den gestohlenen Wertgegenständen. Das Unternehmen Chopard kreiert als offizieller Partner seit 1998 neben speziell angefertigten Schmuckkollektionen jedes Jahr auch eine neue Trophäe für das Filmfestival. Die Goldene Palme besteht aus 118 Gramm Gold und ist rund 20.000 Euro wert.

Schmuck lagerte in ungesichertem Hotel

Über den Aufbewahrungsort der Juwelen kamen Fragen auf. Unklar ist, warum in dem Durchgangshotel Novotel, das nicht zu den gesicherten Hotels in Cannes zählt, solch teurer Schmuck gelagert wurde. Denn Chopard verfügt während des Filmfests über festungsartig gesicherte Räumlichkeiten im Hotel Martinez, wo eine eigens engagierte Sicherheitsfirma über die wertvollen Stücke wacht.

In einer ersten Stellungnahme gab die Sprecherin des Unternehmens an, der Wert des gestohlenen Schmucks sei nicht so hoch wie in den Medien angegeben werde. Sie dementierte auch, dass das Diebesgut Teil der Kollektion sei, die von Schauspielerinnen getragen wird.

Die Kreativ-Chefin hinter der Cannes-Kollektion ist die Vizepräsidentin des Unternehmens, Caroline Scheufele. In der Nacht des Einbruchs war sie auf dem Filmfestival – der Schmuckhersteller verlieh am Abend einen eigenen Preis an Nachwuchstalente.

Am Eröffnungsabend war das britische Model Cara Delevigne mit Diamant-Ohrringen und Halskette aus der Red-Carpet-Kollektion 2013 über den roten Teppich gelaufen. Auch die Sängerin Lana Del Rey und die Schauspielerin Julianne Moore wurden für ihren Auftritt in Cannes von Chopard ausgestattet. Für die verbleibenden Festivaltage muss nun Ersatz für die Kollektion gefunden werden. Die Festspiele dauern noch bis zum 26. Mai.

Schüsse in Cannes

Zu einem weiteren Zwischenfall kam es während einer Fernseh-Liveübertragung am Freitagabend: Ein Unbekannter feuerte am Rande der Veranstaltung zwei Schüsse in die Luft. Der Mann wurde von Sicherheitskräften niedergerungen, wie ein AFP-Fotograf beobachtete. Dabei riefen Polizisten das Wort "Granate", unter den Zuschauern brach Panik aus. Augenzeugen zufolge hatte der Mann nur eine Granaten-Atrappe bei sich.

Die Übertragung des französischen Senders Canal+ wurde kurzzeitig unterbrochen. Verletzt worden sei niemand, sagte ein Canal+-Moderator, als die Sendung fortgesetzt wurde. Der Schütze wurde festgenommen.

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Leserkommentare
  1. ganz natürliche Weise ihre Wege zurück in ihre Heimat in Afrika, Indien, den Orient und Südamerika. Ich mag solche Nachrichten. Der liebe Gott hat eine Schwäche für Robin Hoods. Schönes Pfingstwochenende an alle, die Cannes aus Prinzip meiden.

    3 Leserempfehlungen
  2. Über den Dächern von Cannes?? Das klingt wie der Klassiker mit Grace Kelly und Cary Grant (Nizza) war das und Juwelen sind derzeit wohl sehr gefragt in der "Szene", nun was passiert eigentlich mit den Teilen, wofür werden sie gebraucht,? Paris, Belgien jetzt Cannes?? ist doch schon auffällig das hier die Szene auf Juwelen setzt - was kommt als nächstes Topkapi als Vorbild zum Klau von wohl "Kronjuwelen?? Der Tower von London oder was? (mal humorvoll gedacht).

    Aber ernsthaft, es istdoch schon auffällig, das die letzten 2-3 Jahre immer Juwelen im großen Stil geklaut werden bei Juwelieren und Goldschmieden samt Rohdiamanten - wer sind die Hintermänner- gibt es da evtl. einen Zusammenhang - oder gar eine Art "Juwelenpaten"?? Die Dinger müssen ja zu Geld gemacht werden - wie?? Denn tragen kann man sie nicht in der Öffentlichkeit - oder ist gar ein Sammler hier der o.g. "Juwelenpate2?

    Es könnte auch eine Art "Finanzplan-Geldmaschine" für die Terrorszene sein .... (denn auch die müssen Ihre Sachen finanzieren... mal logisch gedacht)....

  3. Wäre auch eine Möglichkeit. Wir haben es hier ja zweifellos mit einem Verbrechen zu tun. Welcher Natur, ist indes offen.

    Eine Leserempfehlung
  4. was sollen die armen Leute denn jetzt anziehen, wenn sie über den roten Teppich staksen? Das sind ja jetzt Projektionsflächen ohne Bespielung.

    4 Leserempfehlungen
  5. 5. Na...

    ... mal ´ne irritierende Meldung!

    Komisch, den einen fehlt morgen ein Millionencollier....
    Ich möcht mir morgen eine Milch kaufen können.....

    Eine Leserempfehlung
  6. schon auf die Verfilmung des Millionenraubs. Bitte mit Brad Bitt & Angelina Jolie in den Hauptrollen. Ach nee, doch lieber Leonardo di Caprio. Aber bitte mit Happy end - wie immer das aussehen mag. :-)

  7. 118 Gramm Gold und ist rund 20.000 Euro wert."

    Ehrlich? Wer sagt das? Bei dem derzeitigen Goldpreis?

    • Stt
    • 18. Mai 2013 4:45 Uhr

    - fast so wie im Film 'Die Katze auf dem heissen Blechdach'.

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  • Quelle dpa, AFP, AP, cw
  • Schlagworte Julianne Moore | Schauspieler | Schmuck | Cannes | Nizza
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