Welche Droge wird diesmal heimlich verabreicht? Welches Tier spielt mit? Wie wird Zahnarzt Stu verunstaltet? Wer wird heiraten? Wer zeigt seinen Schniedel? Und wer will das alles wissen?

Vermutlich sehr viele Zuschauer, die immer noch auf einen ähnlich abgründigen Unfug hoffen wie in Hangover Nr. 1. Die Polterabend-Komödie über vier Junggesellen, die in Las Vegas gepflegt einen drauf machen wollen und sich am Morgen danach im totalen Chaos wiederfinden, war der Überraschungshit des Jahres 2009.

Doch schon die Fortsetzung, die Regisseur Todd Phillips 2011 präsentierte, sackte auf Ballermann-Niveau ab. In Hangover 2 feiert ein weiterer Bräutigam der Clique einen netten letzten Junggesellenabend, diesmal in Bangkok. Auch dieser artet dank einer chemischen Intervention des Unruhestifters Alan in einen irren Trip aus.

Brutaler und gemeiner als beide Vorgänger zusammen

In Teil 3 werden die anfangs genannten Punkte ebenfalls abgehakt, wenn auch in neuer Reihenfolge. Schon in der Ouvertüre wird eine Giraffe geköpft. Auch sonst ist Hangover 3 brutaler und gemeiner als beide Vorgänger zusammen, es gibt sogar ein paar Morde. Regisseur Phillips vollzieht einen unerwartet radikalen Kurswechsel, der nicht wenige Hangover-Fans verstören dürfte. Über manchen abgründigen Gag lässt sich nur mit zusammengebissenen Zähnen lachen. 

Statt mit einer Party beginnt die Komödie also mit einem Todesfall, und der Kindskopf Alan gerät endgültig in eine Krise. Er lässt sich von seinen Kumpeln dazu überreden, ihn in eine Nervenklinik zu bringen. Doch auf dem Weg dorthin werden die Freunde von einem Trupp Gangster überfallen und zu einem Einbruch bei einem alten Bekannten erpresst. So nimmt eine hanebüchene Odyssee ihren Lauf, deren Endstation sich schnell erraten lässt.

Phillips Versuch, mithilfe von Versatzstücken und Déjà-vus aus den Vorgängerfilmen eine schlüssige Trilogie zu basteln, glückt nicht wirklich. Neben Timing und Logik fehlt es dem Film auch an einem roten Faden. Fallen gelassen wird nicht nur das geniale Hangover-Bauprinzip, bei dem die Feiernden nach ihrem Filmriss ihre Fehltritte rekonstruieren mussten und sich bei der Spurensuche immer wahnwitzigere Verwicklungen auftaten. Auch als Buddy-Film über die heilsame Wirkung von Männerfreundschaften taugt die Actionkomödie nur noch bedingt.