Der Filmemacher Horst Königstein ist tot. Ihm verdankt das deutsche Fernsehen zahlreiche Höhepunkte, insbesondere seinen Doku-Dramen wurden vielfach gelobt und ausgezeichnet. Königstein ist am Sonntag im Alter von 67 Jahren in Hamburg gestorben, wie erst jetzt bekannt wurde.

Zu seinen bekanntesten Produktionen mit dem Regisseur Heinrich Breloer für den Norddeutschen Rundfunk zählen Die Buddenbrooks, Die Manns und Speer und Er. Die beiden gelten als Erfinder der "offenen Form" des TV-Films, in dem sich dokumentarische und inszenierte Passagen vermischen. Breloer sagte über seinen Kol­legen Königstein, er sei ein "funkensprühendes, lebendiges Genie des Fernsehens".

"Horst Königstein war bis zuletzt ein kreativer Querdenker, der sich leidenschaftlich für anspruchsvolles Fernsehen eingesetzt hat. Der NDR hat Horst Königstein viel zu verdanken. Sein Tod ist ein großer Verlust", teilte NDR-Intendant Lutz Marmor mit.

Der Autor und Regisseur war mit 65 Jahren im Sommer 2010 beim NDR ausgeschieden. Im Sender war er zuletzt Redakteur für Sonderprojekte im Programmbereich Fiktion und Unterhaltung. "Das Werk, das er in 40 Jahren geschaffen hat, besticht durch Vielfalt, Qualität, Lebendigkeit und Innovation", hieß es schon damals.

Königstein, der in Bremen und Hamburg Pädagogik und Soziologie studiert hatte, kam 1970 zum NDR. Für seine Arbeiten wurde er mit internationalen und deutschen Preisen geehrt, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis. Königstein führte auch bei Kinofilmen wie Hard Days, Hard Nights Regie. Weitere bekannte Werke von ihm sind Die Staatskanzlei (1989), Wehner – Die unerzählte Geschichte (1993) und Die Treuhänderin (2009), sowie Todesspiel (1997).

Zu Ehren des Filmemachers ändert das NDR-Fernsehen sein Programm. Am kommenden Mittwoch strahlt der Sender ab 23.50 Uhr mehrere Dokumentationen von Königstein aus, darunter Ich, Ringo und das Tor zur Welt über den Beatle Ringo Starr und seine Heimatstadt Liverpool.